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Archiv für den Monat September 2015

Frequencies – Schicksal oder freier Wille?

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Frequencies / OXV: The Manual

Gastrezension von Andreas Eckenfels

Science-Fiction // Es gibt sie noch: die kleinen, aber feinen Science-Fiction-Perlen, die ohne Actionbombast ihre Geschichten erzählen und gleichzeitig noch spannende Fragen über unser Dasein stellen. Zuletzt gelang dies in größerem Ausmaße „Ex Machina“, im kleineren Rahmen „Coherence“ und mit Abstrichen „The Philosophers – Wer überlebt?“. Jetzt hat sich auch „Frequencies“ des britischen Regisseurs Darren Paul Fisher einen Platz in dieser Reihe gesichert.

Die Frequenz entscheidet über die Zukunft

„Frequencies“ ist in einer alternativen Welt angesiedelt. Dort werden die Menschen nach ihrem individuellen Grad kategorisiert – ihrer sogenannten Frequenz. Wer eine hohe Frequenz besitzt, ist vom Glück gesegnet und wird eine erfolgreiche Zukunft haben. Wer über eine niedrige Frequenz verfügt, wird sein ganzes Leben lang vom Pech verfolgt werden.

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Die kleine Marie beim Eignungstest

Schon als Kinder lernen Marie (Elanor Wyld) und Zak (Daniel Fraser) einander bei einem der Eignungstests kennen. Ihre Ergebnisse könnten unterschiedlicher nicht sein: Marie verfügt über eine der höchsten gemessenen Frequenzraten – Zaks Frequenz hingegen ist auf einem erschreckend niedrigen Niveau. Menschen mit derart divergierenden Frequenzen sind in dieser Welt nicht füreinander bestimmt und wenn sie länger als eine Minute miteinander verbringen, hat dies ungeahnte Folgen.

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Zak will die richtige Formel finden

Doch gerade diese Tatsache spornt beide an: Aus rein wissenschaftlichen Gründen will die gefühlskalte Marie versuchen, die Naturgesetze zu umgehen. Der verliebte Zak spielt bei ihren Experimenten gern das Versuchskaninchen. Mit Unterstützung seines Freundes Theo (Owen Pugh) macht er sich selbst auf die Suche nach einer Lösung des Problems.

Clever und komplex

Keine Angst: „Frequencies“ ist keine reine Romanze, die besondere Beziehung von Marie und Zak nutzt Fisher vielmehr dafür, um einer altbekannten philosophischen Frage nachzugehen: Ist unser Schicksal vorherbestimmt oder verfügen wir über einen freien Willen? Fisher springt in der Handlung hin und her, mal sieht man Zak, Marie und Theo als Kinder, mal als Teenager, mal in der Gegenwart. Auch die Perspektiven tauscht er ordentlich durch. Wer veranstaltet gerade mit wem ein Experiment?

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Aufgrund ihrer hohen Frequenz kann Marie keine Gefühle zeigen

Diese Erzählweise ist extrem spannend, gegen Ende kommen auch Thrillerfans auf ihre Kosten. Die clevere Geschichte ist komplex und die Auflösung umso erstaunlicher. Ohne zu viel zu verraten: Zak und Theo entwerfen eine Art Handbuch, wie man die Frequenzen aufeinander abstimmen kann. Wie dies funktioniert und das große Ganze miteinander zusammenhängt, sorgt auch nach Filmende für reichlich Gesprächsstoff. Deshalb ist „Frequencies“ für mehrfache Sichtungen bestens geeignet.

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Werden Marie und Zak jemals zusammenkommen?

Veröffentlichung: 23. Juni 2015 als Blu-ray im Steelbook und DVD, ab 11. Dezember 2015 als Blu-ray im Amaray

Länge: 109 Min. (Blu-ray), 105 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Frequencies / OXV: The Manual
AUS/GB 2013
Regie: Darren Paul Fisher
Drehbuch: Darren Paul Fisher
Besetzung: Daniel Fraser, Elanor Wyld, Owen Pugh, David Broughton-Davies, Emma Powell, David Barnaby
Zusatzmaterial: Audiokommentar, Original Trailer, Deutscher Trailer, Alternativer Originaltrailer, Bonusszene, Castingaufnahmen, Featurettes: Die Geschichte,OXV, Das Casting und die Rollen, Die Produktion, Der Schnitt, Die Musik, Festivals
Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment

Copyright 2015 by Andreas Eckenfels

Fotos, Packshot & Trailer: © 2015 OfDb Filmworks

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Missing – Kammerspiel über den Wolken mit 9/11-Touch

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Chariot

Mysterythriller // Cole (Anthony Montgomery) erwacht an Bord eines Passagierflugzeugs. Wie ist er dorthin gekommen? Sechs andere Personen sind mit ihm in der Maschine, darunter der US-Verkehrsminister Michael Deck (Joe Nemmers) und die undurchsichtige Genevieve Duncan (Michelle Sherrill), die sich selbst als Regierungsbeauftragte bezeichnet. Kontakt mit den Piloten lässt sich nicht herstellen.

Ist es die geklaute Boeing 727?

Bei dem Flugzeug handelt es sich anscheinend um eine Boeing 727, ein Typ, der schon vor Jahren ausrangiert worden war. Neun Jahre zuvor war eine 727 gestohlen worden – sitzen sie etwa in dieser Maschine? Ein Smartphone in einem Sitz lässt sich einschalten. Die Insassen erfahren aus der Nachrichtensendung eines lokalen TV-Senders in Houston, dass die USA offenbar einem massiven Angriff ausgesetzt sind. New York City und Washington D. C. seien zerstört. Bevor die Sprecherin weiterreden kann, erscheint hinter ihr eine gigantische Explosion, die Verbindung reißt ab …

Wir wissen so viel wie die Protagonisten – wenig

„Missing“ ist einer dieser Thriller, bei denen die Zuschauer ebenso im Dunkeln tappen wie die Protagonisten. Es geht um Terror und Krieg, so viel wird schnell deutlich. Nach und nach entwirrt sich für beide Gruppen das Rätsel. In diesem Fall ist das fesselnd geraten, als Zuschauer bin ich gern am Ball geblieben. Die Handlung verlässt zu keinem Zeitpunkt das beengte Flugzeuginnere. Dieses Kammerspiel-Szenario verstärkt auf gelungene Weise die beklemmende Ungewissheit, die die Insassen umfängt. Gepaart mit dem überzeugenden Schauspiel der weitgehend unbekannten Schauspielerinnen und Schauspieler funktioniert das sehr gut. Viel mehr sollte man vor Sichtung des Films gar nicht wissen, deshalb belasse ich es auch dabei. Kein großer Film, aber gebt „Missing“ ruhig eine Chance!

Veröffentlichung: 25. September 2015 als Blu-ray und DVD

Länge: 93 Min. (Blu-ray), 87 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
Originaltitel: Chariot
USA 2013
Regie: Brad Osborne
Drehbuch: Eric Vale
Besetzung: Anthony Montgomery, Ian Sinclair, Brina Palencia, Michelle Sherrill, Leslie Hippensteel, Joe Nemmers, David DeLao, Larry Jack Dotson, Frederic Doss, Simon Morton
Zusatzmaterial: Kinotrailer, Trailershow, Wendecover
Vertrieb: Al!ve AG

Copyright 2015 by Volker Schönenberger

Packshots & Trailer: © 2015 Al!ve AG / Mad Dimension

 

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Life After Beth – Ich liebe einen Zombie

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Life After Beth

Gastrezension von Matthias Holm

Horrorkomödie // Zombies waren schon in vielen Filmen mehr als nur wankende Untote. Im Klassiker „Dawn of the Dead“ zum Beispiel waren sie eine Allegorie auf den Kapitalismus – unterscheiden sie sich doch bei ihren Schlurfen durchs Einkaufszentrum nicht unbedingt von ihrem Leben vor dem Tod. Jeff Baena, der mit „Life After Beth“ sein eigenes Drehbuch als erste Regiearbeit verfilmt, wirft einen etwas anderen Blick auf das Genre.

Die tote Freundin kehrt zurück

Zach (Dane DeHaan) ist untröstlich. Nach einem Streit ist seine Freundin Beth Slocum (Aubrey Plaza) allein wandern gegangen – und dabei von einer Schlange gebissen worden. Sie schaffte es nicht mehr rechtzeitig in ein Krankenhaus und starb. Zachs Familie ist keine große Hilfe beim Verarbeiten des Verlusts, weshalb er sich eher zu Beths Eltern hingezogen fühlt. Doch als sich ihr Vater (John C. Reilly) von einem Tag auf den nächsten distanziert, merkt Zach, das etwas nicht stimmt. Als er in das Haus der Slocums eindringt, sieht er Beth – quicklebendig. Anscheinend ist sie aus dem Grab gestiegen und nach Hause gegangen, ohne sich an ihren Tod oder den Streit zu erinnern. Zach bekommt also eine zweite Chance – doch die Slocums wollen auf keinen Fall, dass Beth erfährt, dass sie eigentlich tot ist.

Da waren sie noch ein junges Paar

Eins vorweg: Die eher durchschnittlichen Bewertungen, die der Film erhält – 5,7 in der IMDb –, sind vollkommen ungerechtfertigt. Bei „Life After Beth“ ist alles eine Frage der Erwartungshaltung. Hier bekommt man keinen Horrorfilm im klassischen Sinne zu Gesicht, und auch die Zombieapokalypse ist bis zum letzten Drittel kein großes Thema. Da war der ähnlich gelagerte „Warm Bodies“ eher ein Zombiefilm. Dieser Umstand wird sogar im Film in einer Diskussion aufgegriffen, bei der sich Zach und Beths Vater streiten, ob man Beth nun einen Zombie nennen soll oder nicht.

Unschöne Veränderungen bei der Geliebten

Baena zeigt an der Zombifizierung von Beth das langsame Sterben einer Beziehung. Nachdem Beth wieder da ist, ist Zach erst einmal überglücklich. Doch nach kurzer Zeit schon merkt er, dass sich seine Liebste verändert hat und gar nicht mehr so ist, wie er sie in Erinnerung hat. Ihm fallen immer mehr Fehler auf, die zwar bei Beth durch die besonderen Umstände ihrer Wiedererweckung eintreten, fast jeder Zuschauer aber von eventuell gescheiterten Beziehungen her kennt. Beth entwickelt sich im Laufe des Films immer mehr zum Monster, sodass Zach sie am Ende abschießen muss – beides wörtlich gemeint.

Hat die Liebe dieser beiden eine Zukunft?

Getragen wird der Film von seinen beiden wunderbaren Hauptdarstellern. Dane DeHaan („The Amazing Spider-Man 2 – Rise of Electro“) überzeugt als unsicherer Teenager und Aubrey Plaza („Die To-Do Liste“) ist als langsam verrückt werdende Freundin eine Wonne. Unterstützt werden die beiden von den durchweg gut besetzten Nebenrollen. Der Humor des Films ist allerdings vielleicht nicht jedermanns Sache – der ist nämlich oftmals tiefschwarz.

„Life After Beth“ lief bereits 2014 beim Fantasy Filmfest und erscheint mehr als ein Jahr später auf Blu-ray und DVD. Wer einen weiteren Horrorfilm nach üblichem Muster sucht, ist bei der Zombiekomödie an der falschen Stelle. Wenn man aber eine Vorliebe für schwarzen Humor hat, sollte man dem Film unbedingt eine Chance geben.

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„Küss mich, mein Schatz!“

Veröffentlichung: 1. Oktober 2015 als Blu-ray und DVD

Länge: 89 Min. (Blu-ray), 86 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch, Französisch u. a.
Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch u. a.
Originaltitel: Life After Beth
USA 2014
Regie: Jeff Baena
Drehbuch: Jeff Baena
Besetzung: Aubrey Plaza, Dane DeHaan, John C. Reilly, Molly Shannon, Anna Kendrick, Matthew Gray Gubler
Zusatzmaterial (nur Blu-ray): unveröffentlichte Szenen
Vertrieb: Universal Pictures Germany GmbH

Copyright 2014 by Matthias Holm
Fotos & Packshots: © 2015 Universal Pictures Germany GmbH

 

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