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Titanium – Strafplanet XT-59: Strafe für die Zuschauer?

05 Okt

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Vychislitel

Gastrezension von Matthias Holm

Science-Fiction // Die Menschen sind ins All gereist und haben fremde Planeten besiedelt. Darunter ist auch der an sich lebensfeindliche Planet XT-59. Doch mithilfe eines strikten Plans und einer strengen Ordnung konnte eine Stadt errichtet werden. Diese Überwachung wurde seitdem weitergeführt. Menschen, die sich nicht ins System einfügen, werden in den umliegenden Sümpfen ausgesetzt. Doch bei der aktuellen Gefangenengruppe ist etwas anders – Ervin (Evgeniy Mironov) war bis vor kurzem noch Berater des Präsidenten.

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Ervin will überleben

Was nach dem perfekten Start in die Untiefen eines dystopischen Überwachungs-Staates klingt, ist nur der Auftakt einer Odyssee durch eine karge Steinlandschaft. Die Idee der totalen Kontrolle der Menschheit wird lediglich angerissen, hin und wieder in der Narration erwähnt. Ansonsten bekommt der Zuschauer über weite Strecken nur die Gruppe Gefangener zu sehen, die versucht, zu einer angeblich sicheren Insel zu kommen.

Wo ist denn der Sumpf?

Das ist recht ärgerlich, da die Science-Fiction-Bestandteile des Films gut gelungen wirken. Die Animationen sind nicht auf dem aktuellen technischen Stand, sehen aber annehmbar aus. Und die Monster, die in der trostlosen Steinwüste auf die Aussätzigen warten, passen gut in die Welt und haben ein schickes Design. Weshalb der Ort der Bestrafung als Sumpf bezeichnet wird, bleibt mir allerdings schleierhaft. Einmal gibt es eine Art Watt, am Ende sehen wir riesiges Meer, viel Wasser und Morast kommen zwischendurch aber nicht vor.

Konfuse Inszenierung

Des Weiteren wirkt „Titanium – Strafplanet XT-59“ manchmal auf mehreren Ebenen konfus. Zwischenzeitlich weiß man als Zuschauer nicht, worüber sich die Figuren gerade unterhalten. Einige von ihnen haben obendrein mehrere Ruf- und Spitznamen. Dazu kommen Sprünge in den Szenen an sich – man rätselt manchmal, ob sich die Protagonisten jetzt fortbewegt haben, es einen Zeitsprung gab oder sie sich immer noch am selben Ort befinden.

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Fiese Monster wollen den Gefangenen an den Kragen

Das liegt teilweise auch an einer gewissen Orientierungslosigkeit. Es gibt keine Indizien dafür, dass der Ort des Geschehens wechselt, alles sieht identisch aus. Und ich weiß auch nicht, über was für einen Zeitraum der Film tatsächlich spielt. Denn am Ende hat sich zwar eine Liebesgeschichte entwickelt, allem Anschein nach waren die Gefangenen aber nur ein paar Stunden unterwegs.

Vinnie Jones reißt es auch nicht raus

Hinzu kommt eine deutsche Synchronisation, bei er sich einem die Nackenhaare aufstellen. Speziell die Hauptfigur Ervin wurde phänomenal falsch besetzt: Er spricht die gesamte Zeit über arg gelangweilt, dabei geht es um sein Leben. Schade ist es um Vinnie Jones. Der Mann hat ein gewisses Charisma, aber hier ist er als Bösewicht Yust Van Borg vollkommen verschwendet. Denn außer ein paar guten Szenen und netten Designs hat der Strafplanet XT-59 nichts zu bieten.

Veröffentlichung: 6. Oktober 2015 als Blu-ray und DVD

Länge: 94 Min. (Blu-ray), 90 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Russisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Originaltitel: Vychislitel
Internationaler Titel: The Calculator
RUS 2014
Regie: Dmitriy Grachev
Drehbuch: Dmitriy Grachev, Andrey Kutuza, nach einem Roman von Aleksandr Gromov
Besetzung: Evgeniy Mironov, Vladas Bagdonas, Sergey Chikhachyov, Anna Chipovskaya, Vinnie Jones, Aleksey Kolubkov, Kirill Kozakov, Irene Muskara
Zusatzmaterial: Making-of, Originaltrailer, Trailershow, Wendecover
Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment

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Yust Van Borg ist nicht zu trauen

Copyright 2015 by Matthias Holm
Fotos & Packshot: © 2015 Ascot Elite Home Entertainment

 

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