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Crimson Peak – Außen hui, innen …

14 Okt

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Crimson Peak

Kinostart: 15. Oktober 2015

Gastrezension von Matthias Holm

Horror // Guillermo del Toro – ein Name, so schön wie ein Gemälde. Und auch die Filme des mexikanischen Regisseurs werden diesem Anspruch durchaus gerecht – seien es Märchen für Erwachsene („Pans Labyrinth“), Comicverfilmungen („Hellboy“) oder aber filmgewordene Teenager-Fantasien („Pacific Rim“). Nun kommt mit „Crimson Peak“ nach langer Zeit wieder ein gruseliger Film des Mexikaners in unsere Kinos. Im Horrorgenre hatte del Toro mit „Cronos“, „Mimic – Angriff der Killerinsekten“, „Das Rückgrat des Teufels“ und „Blade II“ zwischen 1993 und 2002 ja einige bemerkenswerte Duftmarken hinterlassen.

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Edith ist verzaubert von Thomas

Die junge Edith Cushing (Mia Wasikowska) möchte Schriftstellerin werden – leider nimmt sie im 19. Jahrhundert niemand so richtig ernst. Eine Frau sollte Liebesromane schreiben und nicht Geistergeschichten wie Edith. Eines Tages lernt sie Sir Thomas Sharpe (Tom Hiddleston) kennen. Der charmante Brite schindet mit seinem Auftreten mächtig Eindruck bei Edith. Sehr zum Leidwesen von Ediths Jugendfreund Alan (Charlie Hunnam) verlieben sich die beiden, heiraten und ziehen nach England auf das verfallene Anwesen der Sharpes: „Allerdale Hall“. Doch etwas stimmt mit dem Haus nicht: Edith beginnt Geister zu sehen. Und welche Rolle spielt Thomas’ undurchsichtige Schwester Lucille (Jessica Chastain)?

Ein Fest für die Augen

Um das direkt abzuhaken: „Crimson Peak“ sieht einfach wunderschön aus. Der Film schwelgt in seiner Ausstattung, seinen Kostümen. Die Sets sind wunderbar dekoriert und sobald es auf das Anwesen der Sharpes geht, darf sich del Toro visuell austoben. Das Haus ist von beeindruckender Größe, auch wenn Laub und Schnee durch ein riesiges Loch im Dach fallen. Überall pfeift der Wind durch das Haus und die Dielen knarzen, sodass man Edith verstehen kann, wenn sie es nicht lange dort aushält.

Leider kann die Geschichte nicht mithalten. Obwohl del Toro von Anfang an klar macht, dass die Geister, die Edith sieht, real sind, hält sich der übernatürliche Aspekt des Films stark im Hintergrund. Und wer schon den einen oder anderen Film mit überraschender Wendung gesehen hat, wird sich über den Verlauf der Story nur wenig wundern. Dafür gibt es zu viele Dialoge, die den Zuschauer mit der Nase drauf stoßen.

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Willkommen auf Allerdale Hall

Nun war bei „Pacific Rim“ die Story auch nichts Neues. Aber während bei der Verneigung vor den alten Kaiju-Streifen die Action und die von del Toro ersonnene Welt spektakulär waren, gibt „Crimson Peak“ dem Zuschauer wenig, voran er sich festhalten kann. Klar, die Geister sehen superb aus und der eine oder andere Schockeffekt ist gut gesetzt – das ist aber bei einer Laufzeit von knapp zwei Stunden zu wenig. Brutal geht es übrigens nur punktuell zu, die Gewaltspitzen fallen aber vergleichsweise heftig aus. Die FSK-16-Freigabe ist keinesfalls übertrieben.

Tom Hiddleston und Jessica Chastain brillieren

Immerhin reißen zwei Schauspieler den Film aus dem drohenden Mittelmaß heraus. Tom Hiddleston („Thor – The Dark Kingdom“, „Only Lovers Left Alive“) und Jessica Chastain („Interstellar“, „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“) geben ein so kongeniales wie undurchsichtiges Geschwisterpaar ab, dass es einem bisweilen kalt den Rücken runterläuft. Dagegen können Mia Wasikowska („Stoker – Die Unschuld endet“, „Maps to the Stars“) und Charlie Hunnam („Sons of Anarchy“) wenig unternehmen. Einzig Jim Beaver, den die meisten wahrscheinlich als Bobby aus der TV-Serie „Supernatural“ kennen, kann den beiden als Ediths Vater Parole bieten.

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Würden Sie hier wohnen wollen?

Schade um die vielen feinen Zutaten. Doch die etwas zu offensichtliche Geschichte lässt „Crimson Peak“ ein wenig fade wirken. Dennoch ist der Film eine Empfehlung für alle Kostüm-Fans, die sich zu Halloween im Kino ein wenig gruseln wollen.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Jessica Chastain und/oder Tom Hiddleston sind in unserer Rubrik Schauspielerinnen bzw. Schauspieler aufgelistet.

Länge: 119 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Originaltitel: Crimson Peak
USA 2015
Regie: Guillermo del Toro
Drehbuch: Guillermo del Toro, Matthew Robbins
Besetzung: Mia Wasikowska, Tom Hiddleston, Jessica Chastain, Charlie Hunnam, Jim Beaver
Verleih: Universal Pictures Germany GmbH

Copyright 2015 by Matthias Holm

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2015 Universal Pictures Germany GmbH

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2 Kommentare

Verfasst von - 2015/10/14 in Film, Kino, Rezensionen

 

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2 Antworten zu “Crimson Peak – Außen hui, innen …

  1. scathach25

    2015/10/28 at 19:44

    Schon der Trailer zeigt einen Eindruck von der imposanten Aufmachung des Films. Zwar sind die Meinungen da eher zurückhaltend aber ich bin definitiv neugierig drauf 🙂

     

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