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The Last Witch Hunter – Fast Food Fantasy

21 Okt

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The Last Witch Hunter

Kinostart: 22. Oktober 2015

Gastrezension von Matthias Holm

Fantasy-Action // Inzwischen sollte es zu jedem Filmfan durchgesickert sein: Vin Diesel ist ein waschechter Nerd. Nicht umsonst hat er die Figur Groot aus „Guardians of the Galaxy“ gesprochen – sogar in mehreren Sprachen – und erfreut sich regelmäßig an dem Rollenspiel „Dungeons & Dragons“. Also ist es etwas verwunderlich, dass der bullige Glatzkopf bisher in erster Linie mit Action-Vehikeln – die Anspielung sei mir verziehen – in Erscheinung trat. Nun kommt mit „The Last Witch Hunter“ der erste Fantasy-Streifen mit Vin Diesel in der Hauptrolle in unsere Kinos (zugegeben: Die „Riddick“-Reihe wartet ebenfalls mit einigen Fantasy-Elementen auf).

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Kaulder auf der Jagd

Kaulder (Vin Diesel) hat es nicht leicht: Er wurde im Mittelalter bei der Jagd auf die Hexenkönigin (Julie Engelbrecht) verflucht – kurz bevor er das fiese Weib niederstreckte, gab sie ihm das ewige Leben. Mittlerweile hilft Kaulder dabei, aus der Reihe tanzenden Hexen Einhalt zu gebieten. Die sind inzwischen friedlich geworden, vielleicht auch aus Angst vor dem Unsterblichen. Doch dunkle Kräfte erheben sich – und haben auch einen Plan um Kaulder beiseite zu schaffen.

Vin Diesel – kein Charakterdarsteller, aber ein Charakterkopf

Seien wir ehrlich – Vin Diesel ist kein großer Schauspieler. Seine Mimik und Ausdrucksweise sind einfach zu beschränkt. Aber er hat Charisma. Man sieht ihm gern zu, wie er als magischer Kopfgeldjäger Hexen aufspürt. Diesel ist unangefochten der Star des Films. Allerdings bekommt er tatkräftige Unterstützung, allen voran in Gestalt von Michael Caine. Auch wenn der Brite als langjähriger Weggefährte Kaulders nicht wirklich viel zu tun bekommt, verleiht er doch jeder Szene, in der er auftritt, eine gewisse Würde.

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Die Dolans wachen über den Hexenjäger

Leider wurde die Geschichte nicht annähernd so sorgfältig geschrieben, wie die Rollen gecastet wurden. Die Story ähnelt einer Schnitzeljagd, in der Kaulder einen Hinweis nach dem nächsten abgeht. Und wenn er in der Mitte des Films eine gefühlte Ewigkeit versucht, sich an seine Vergangenheit zu erinnern, stagniert der Plot komplett.

Eine düstere Fantasy-Welt

Dabei gibt es durchaus interessante Ansätze: „The Last Witch Hunter“ soll nämlich ein düsteres, grimmiges Universum sein. Aber sobald es zur Sache geht, wird lieber schnell weggeschnitten. Das ist vor allem in der ersten Action-Sequenz im Baum der Hexenkönigin enorm anstrengend. Abseits davon scheinen immer wieder interessante Aspekte von Kaulders Welt durch, nie jedoch wird etwas genauer erklärt oder vertieft.

So bleibt der Film stets eine oberflächliche One-Man-Show. Allerdings hatte ich damit während des Kinobesuchs kein Problem. Ich war gern in dieser Fantasywelt, zwischendurch hatte ich mich sogar an den ähnlich gelagerten „Constantine“ erinnert gefühlt. Allerdings sollte man diese Art von Fantasy-Abenteuer mögen, denn „The Last Witch Hunter“ ist und bleibt Fast-Food-Kino – schnell konsumiert und schnell wieder vergessen.

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Man braucht zum Fliegen keinen Besen

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Michael Caine und/oder Vin Diesel sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Länge: 106 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: The Last Witch Hunter
USA 2015
Regie: Breck Eisner
Drehbuch: Corry Goodman, Matt Sazama, Burk Sharpless
Besetzung: Vin Diesel, Rose Leslie, Elijah Wood, Michael Caine, Julie Engelbrecht, Ólafur Darri Ólafsson
Verleih: Concorde Filmverleih GmbH

Copyright 2015 by Matthias Holm

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2015 Concorde Filmverleih GmbH

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Ein Kommentar

Verfasst von - 2015/10/21 in Film, Kino, Rezensionen

 

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Eine Antwort zu “The Last Witch Hunter – Fast Food Fantasy

  1. TomHorn

    2017/07/06 at 21:29

    Ganz peinlicher Film. Schrecklich unorginell, selbst der Look ist zusammengeklaut (am auffälligsten von Raimi, also den „The Evil Dead“-Filmen und „Drag me to Hell“). Dazu noch die teil mäßige Effektarbeit, das überraschungsarme Script und die blutleere Inszenierung. Und Diesel scheint recht lustlos; verwunderlich, dass das ein Herzensprojekt des alten Pen-&-Paper-Nerds war. Und die Krone auf setzt dem ganzen die wohl schlechteste „Paint it black“-Coverversion aller Zeiten…

     

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