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Charlie’s Farm – Beim Bauern wird wieder geschlachtet

29 Okt

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Charlie’s Farm

Gastrezension von Simon Kyprianou

Horror // Ein paar Freunde (u. a. Tara Reid, Allira Jaques, Sam Coward) planen einen Wochenendtrip ins Hinterland. Dort wollen sie einem alten Mythos von einer Familie auf einer einsamen Farm nachspüren. Die Familie soll Jahrzehnte zuvor junge Mädchen verschleppt und getötet haben, und so wurde sie eines Nachts von den Dorfbewohnern gelyncht. Nur der junge Sohn Charlie habe überlebt. Der vermeintliche Mythos entpuppt sich schnell in als ziemlich wirklich, und so wird die Gruppe rasant dezimiert.

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Charlie hat schlechte Laune

Der australische Genrebeitrag „Charlie’s Farm“ spielt mit düsteren ruralen Mythen und lässt die unbedarfte Jugend mit den inzestuösen, pervertierten Hinterländlern kollidieren. Man merkt deutlich in diesem Film – wie in beinahe jedem ähnlich gelagerten Backwoods-Horrorfilm –, dass der Einfluss von „Blutgericht in Texas“ („The Texas Chain Saw Massacre“, 1974) auf das Horrorgenre gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Und das, obwohl kaum ein Film, der in dessen Fahrwasser entstand, jemals dessen ästhetischen, politischen oder inhaltlichen Terror erreicht hat, mit dem Tobe Hooper in den 70ern eines der wichtigsten Werke einer jungen Generation wütender Horrorfilmer schuf.

Netter Anfang, Splatter-Ende

„Charlie’s Farm“ beginnt schön, und erzählt in sonnengebleichten Bildern ohne Schnörkel, ganz geradeheraus seine klassische Genre-Geschichte. Erfreulich: Regisseur Chris Sun versucht sich daran, das Genre ganz aufrichtig zu bedienen, er bricht es nicht etwa mit postmoderner Ironie, wie das in letzter Zeit so oft zu bemerken ist. Sun nimmt das Genre zum Glück ganz ernst. Wenn das Monster dann aber in der zweiten Filmhälfte seine Auftritte hat, und sich „Charlie’s Farm“ in tumbem Gore verliert, verspielt der Film seine immerhin ganz nette erste Hälfte und wird zum dämlichen Rumgemetzel, der dann leider doch nur für anspruchslose Splatter-Fans taugt – wenn überhaupt. Immerhin hat ihn die FSK ungekürzt passieren lassen. Horror verspürt man aber leider keinen, wenn das bescheuert aussehende Monster Blutfontänen sprühen lässt.

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Das bekommen Natasha und ihre Freunde zu spüren

Die Besetzung ist auf einem B-Level durchaus prominent: Als titelgebender Farmer ist der australische Ex-Wrestler Nathan Jones zu sehen. In Gastrollen geben sich Bill Moseley („Haus der 1000 Leichen“, „TDR – The Devil’s Rejects“) und Kane Hodder aka Jason Voorhees aka Victor Crowley die Ehre. Wenn das nichts ist.

Veröffentlichung: 30. Oktober 2015 als Blu-ray und DVD

Länge: 93 Min. (Blu-ray), 89 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Charlie’s Farm
AUS 2014
Regie: Chris Sun
Drehbuch: Chris Sun
Besetzung: Tara Reid, Nathan Jones, Kane Hodder, Bill Moseley, Madeleine Kennedy, Dean Kirkright, Cameron Caulfield, Allira Jaques, Genna Chanelle Hayes
Zusatzmaterial: Behind the Scenes, Die Filme von Chris Sun, Interview mit Chris Sun
Introducing Allira Jaques, Kane Hodder: Welcome to Australia, TV-Teaser, Originaltrailer, Deutscher Trailer, Concept Art – Slideshow, Wendecover mit alternativem Motiv
Vertrieb: Al!ve AG

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Charlie macht mit ihnen kurzen Prozess

Copyright 2015 by Simon Kyprianou
Fotos & Packshots: © 2015 Al!ve AG / Meteor Film

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