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Turbo Kid – Voll Retro

13 Nov

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Turbo Kid

Von Andreas Eckenfels

SF-Abenteuer // Immer mehr junge Filmemacher huldigen dem 80er-Jahre-Actionkino: Jason Eisener („Hobo with a Shotgun“), David Sandberg („Kung Fury“) und nun das unter dem Kürzel „RKSS“ bekannte Dreiergespann François Simard, Anouk Whissell und Yoann-Karl Whissell („Turbo Kid“) lassen den Geist und die Unbeschwertheit in ihren Filmen aufleben, die einst Produktionen aus den Canon- und Troma-Studios versprüht haben.

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„The Kid“ will nur überleben

Außer ihrer Vorliebe fürs 80er-Genrekino haben diese Regisseure noch eine weitere Gemeinsamkeit: Alle lieferten zunächst Kurzfilme ihrer Geschichten ab, bevor für sie der Traum jedes Jungfilmers wahr wurde: Mit ihrer Kreativität überzeugten sie ein paar Produzenten bzw. Kickstarter-Unterstützer. Sie erhielten das benötigte Budget, um ihre Visionen in Langform umsetzen zu können. Die „Turbo Kid“-Macher inszenierten zuvor „T is for Turbo“. Der Fünfminüter sollte ursprünglich ein Beitrag zur Horror-Anthologie-Reihe „The ABCs of Death“ werden. Der Clip ist auf der Bonus-DVD des limitierten Mediabooks zu finden, da er aber im Grunde das Finale von „Turbo Kid“ vorwegnimmt, sollte man ihn erst nach dem Hauptfilm ansehen.

Mit BMX-Rad im wilden Ödland unterwegs

Schon die Einleitung von „Turbo Kid“ beginnt mit einem Augenzwinkern: „Dies ist die Zukunft, dies ist das Jahr 1997“, erklärt ein Sprecher aus dem Off. In dieser postapokalyptischen Zukunft ist Wasser ein kostbares Gut. Mittendrin steckt der Teenager „The Kid“ (Munro Chambers), der mit seinem BMX-Rad durch die Ödlandschaft fährt und alles einsammelt, was er irgendwie gebrauchen oder verkaufen kann. Als „The Kid“ eines Tages auf das mysteriöse Mädchen Apple (Laurence Leboeuf) trifft, geht sein sorgfältig ausgefeilter Plan kräftig schief, sich aus jeder Art von Gefahr herauszuhalten.

Turbo Kid photos: Sébastien Raymond. seb©sebray.com

Doch dann bringt die verrückte Apple das Leben von „The Kid“ komplett durcheinander

Denn als Apple von den üblen Schergen des Bösewichts Zeus (Michael Ironside) entführt wird, muss „The Kid“ all seinen Mut zusammennehmen, um seine Traumfrau zu befreien. Zum Glück hat der Comicliebhaber gerade zufällig die Ausrüstung des legendären Turbo Riders gefunden. Darunter befindet sich ein magischer Handschuh, der einen mächtigen Energiestrahl ausstoßen kann.

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Als Fiesling Zeus Apple entführt …

„Turbo Kid“ durfte ich bereits beim Fantasy Filmfest 2015 bestaunen, wo er zu einem der Publikumslieblinge avancierte. Kein Wunder: Der Film ist ein echter Crowdpleaser. Von Beginn an setzt RKSS voll auf Retro: Da erklingt die obligatorische Rocknummer, der Synthiesoundtrack bleibt im Ohr und überall eingestreut sind allerlei „altertümliche“ Gegenstände wie ein Zauberwürfel, ein Walkman, VHS-Bänder und ein Kugelschreiber mit einer Dame, die sich bei richtigem Licht betrachtet entblößt und dem Teenie damit die Schamesröte ins Gesicht treibt. Die BMX-Räder werden für wilde Verfolgungsjagden genutzt und die Gestalten, die das Ödland bevölkern, könnte man ebenso in Mos Eisley auf Tatooine antreffen.

„Mad Max“ und „Power Rangers“ mit Witz und Blut

Das Ganze erinnert an eine Mischung aus „Mad Max“ und „Power Rangers“ mit viel Humor und einer herzlichen Liebesgeschichte. Lasst Euch nicht von Apples Dauergrinsen nerven, ihre ständige Fröhlichkeit hat natürlich einen Grund. Die zwei Newcomer Munro Chambers und Laurence Leboeuf machen ihre Sache großartig. Altmeister Michael Ironside („Scanners – Ihre Gedanken können töten“) gibt gekonnt den angsteinflößenden Fiesling Zeus. Dessen Handlanger Skeletron (Edwin Wright) hat mit seiner bizarren Eisenmaske und seinen fliegenden Sägeblättern bereits einen Platz als eine der ikonischsten Figuren der Filmgeschichte sicher.

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… macht „The Kid“ schmerzhafte Erfahrungen

Auch die Gorehounds kommen bei „Turbo Kid“ auf ihre Kosten: Die Regisseure zeigen in den Tötungsmethoden, bei denen das Blut literweise spritzt und Körper zerteilt werden, ebenso viel Leidenschaft, wie sie es beim restlichen Film getan haben. Glücklicherweise hatte die Freiwillige Selbstkontrolle bei der Einschätzung einen guten Tag – oder genau so viel Spaß bei „Turbo Kid“ wie ich. Sie erkannten den comichaft übertriebenen Charakter der Splatterszenen an und gaben den Film ungeschnitten ab 16 Jahren frei.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Michael Ironside haben wir in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Turbo Kid photos: Sébastien Raymond. seb©sebray.com

Skeletron in voller Montur

Veröffentlichung: 13. November 2015 als Blu-ray, DVD und 3-Disc-Limited Collector’s Edition Mediabook in zwei Covervarianten (je 500 Stück)

Länge: 93 Min. (Blu-ray), 89 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK ab 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Turbo Kid
KAN/NZ 2015
Regie: François Simard, Anouk Whissell, Yoann-Karl Whissell
Drehbuch: François Simard, Anouk Whissell, Yoann-Karl Whissell
Besetzung: Munro Chambers, Laurence Leboeuf, Edwin Wright, Aaron Jeffrey, Michael Ironside
Zusatzmaterial: Bildergalerie, Teaser, Trailer, Nur Mediabook: Bonus-DVD mit Making-of „Bloody Wasteland – The Making of „Turbo Kid“, RKKS Kurzfilme: „T is for Turbo“, „Demonitron“, RKKS-Faketrailer, vier Postkarten, Booklet
Vertrieb: Edel Distribution / LFG (Fotos: Sébastien Raymond)

Copyright 2015 by Andreas Eckenfels

Fotos, Packshots & Trailer: © 2015 Edel Distribution / LFG

 
 

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