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Pleasantville – Zu schön, um wahr zu sein: Von schwarz-weißem Serien-Idyll in die bunte Realität

26 Nov

Pleasantville-Cover

Pleasantville

Fantasykomödie // In Pleasantville ist die Welt noch in Ordnung. Den Spielern der Schulmannschaft gelingt beim Basketball jeder Korbwurf. Jugendliche gehen beim Rendezvous nicht weiter als bis zum Händchenhalten. Doppelbetten sind unbekannt. Bei konstant 23 Grad Celsius scheint jeden Tag die Sonne, und die Feuerwehr rückt höchstens mal aus, um eine Katze vom Baum zu retten.

Pleasantville ist ein Paradies – kein Wunder, denn es existiert nur im Fernsehen und ist die Lieblingsserie von Teenager David (Tobey Maguire). In der Schule ein Außenseiter, genießt er es, sich aus einer 90er-Jahre-Realität ins schwarz-weiße Pleasantville von 1958 zu versetzen. Als David und seine Schwester Jennifer (Reese Witherspoon) eines Tages beim Streit um den Fernseher die Fernbedienung zerstören, taucht wie gerufen ein TV-Techniker auf und gibt ihnen eine neue.

Per Fernbedienung ins TV gebeamt

Die hat es in sich: Kaum betätigt, landen David und Jennifer in Pleasantville – als Bud und Mary Sue Parker, Kinder von George und Betty Parker (William H. Macy, Joan Allen). Nun müssen die Geschwister in der fremdartigen schwarz-weißen Umgebung am Seriengeschehen teilnehmen. Gut, dass David alias Bud alle Folgen auswendig kennt.

Doch mit ihren modernen Ansichten bringen die zwei das unschuldig-naive Pleasantville gehörig durcheinander – und bald auch Farbe ins Spiel. Das geht nicht lange gut. So beginnen Diffamierungen gegen Bürger, die anders sind, etwa Mr. Johnson (Jeff Daniels), der seine Liebe zur farbigen Malerei entdeckt.

Regiedebüt vom Gary Ross

„Pleasantville – Zu schön, um wahr zu sein“ markiert das Regiedebüt von Gary Ross. 2003 inszenierte er in „Seabiscuit – Mit dem Willen zum Erfolg“ ebenfalls mit Tobey Maguire die Geschichte des berühmten Rennpferds, 2012 startete er mit „Die Tribute von Panem – The Hunger Games“ ein Erfolgs-Franchise, saß jedoch bei den folgenden Teilen nicht mehr auf dem Regiestuhl.

Im Visier von Kommunistenjägers McCarthy

Mit seinem Erstling verarbeitete Ross auch Erfahrungen seines Vaters: Arthur Ross, selbst Drehbuchautor (darunter „Brubaker“), geriet als Liberaler in den 50er-Jahren in die Mühlen der Kommunistenhatz des republikanischen Senators Joseph McCarthy. „Ich wuchs mit dieser Erinnerung auf: Man kann in einer vermeintlich sicheren, offenen Umgebung leben und dennoch Repressalien zum Opfer fallen“, so Gary Ross.

„Pleasantville – Zu schön, um wahr zu sein“ ist famos besetzt, tricktechnisch perfekt, märchenhaft, komisch, satirisch, nachdenklich, bewegend – einfach ein wunderschöner Film.

Veröffentlichung: 2. Dezember 2011 als DVD

Länge: 119 Min.
Altersfreigabe: FSK 6
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch, Spanisch
Untertitel: Dänisch, Spanisch, Norwegisch, Schwedisch, Finnisch, Hebräisch
Originaltitel: Pleasantville
USA 1998
Regie: Gary Ross
Drehbuch: Gary Ross
Besetzung: Tobey Maguire, Reese Witherspoon, Joan Allen, William H. Macy, Jeff Daniels, J. T. Walsh
Zusatzmaterial: keine Angabe
Vertrieb: Warner Home Video

Copyright 2015 by Volker Schönenberger
Packshot: © 2011 Warner Home Video

 

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