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Invasion vom Mars (1986) – Die Aliens sind gelandet

28 Nov

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Invaders from Mars

Von Andreas Eckenfels

SF-Horror // Mit einem Einspielergebnis von knapp 77 Millionen Dollar in den US-Kinos landete „Poltergeist“ 1982 auf Platz acht der erfolgreichsten Filme des Jahres. Mit diesem Erfolg empfahl sich Regisseur Tobe Hooper („The Texas Chainsaw Massacre“) nachhaltig für einen Vertrag bei Cannon Films. Für den Verleiher inszenierte Hooper in der Folge „Lifeforce – Die tödliche Bedrohung“ (1985), „The Texas Chainsaw Massacre 2“ (1986) – und das Remake des 50er-Jahre-Klassikers „Invasion vom Mars“.

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David traut seinen Augen nicht

Die Neufassung orientiert sich dabei storymäßig eng am Original: Ein gleißendes Licht reißt den kleinen David (Hunter Carson) aus dem Schlaf. Als er aus seinem Fenster schaut, sieht er ein Raumschiff hinter einem Hügel landen. Seine Eltern beruhigen den Jungen. War alles nur ein Traum? Doch am nächsten Morgen benimmt sich nicht nur sein Vater (Timothy Bottoms) merkwürdig, auch andere Erwachsene und Davids Mitschüler wirken wie fremdgesteuert. Sie alle wollen einen Ausflug zu dem Hügel machen. David folgt ihnen und macht eine grausige Entdeckung …

Der Kalte Krieg ist wieder heiß

Mitte der 80er-Jahre waren dank der „Star Wars“-Saga und „E.T. – Der Außerirdische“ Science-Fiction-Stoffe äußerst beliebt bei den Zuschauern. Auch der Kalte Krieg steuerte auf eine heiße Phase zu. Somit war es naheliegend, die Parabel einer bösen Macht, die auf der Erde landet und die Menschheit unter ihre Kontrolle bringt, wieder zu beleben. Der neue „Invasion vom Mars“ erzählt wie das Original die Geschehnisse aus der Sicht von Kinderaugen.

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Die Marsianer haben ziemlich fiese Zähne …

Doch gerade das schwache Spiel von „David“-Darsteller Hunter Carson ist einer der großen Schwachpunkte des Remakes und trägt nicht gerade zur Glaubwürdigkeit bei. Dem damals knapp zehn Jahre alten Carson, der zuvor seinen ersten Auftritt in Wim Wenders’ „Paris, Texas“ absolviert hatte, nimmt man seine Ängste nie wirklich ab. Erhielt er vielleicht nur deshalb die Rolle, weil er mit seinem blonden Haar dem jungen Mark Hamill ähnlich sah – oder weil er der Sohn von Karen Black („Landhaus der toten Seelen“) ist, die im Film die ihm zur Hilfe eilende Schulschwester Linda spielt?

Fletcher und der Frosch

Egal. Neben Karen Black verpflichtete Hooper mit Timothy Bottoms, James Karen und Oscar-Preisträgerin Louise Fletcher („Einer flog über das Kuckucksnest“) weitere namhafte Darsteller. Für mich unverständlich erhielt Fletcher für ihre Leistung als fiese Lehrerin Mrs. McKeltch in dem Science-Fiction-Abenteuer eine Nominierung für die Goldene Himbeere. Ihre exzentrische Figur gibt es im 53er-Film nicht, sie ist eine der wenigen positiven Zugaben des Remakes. Unvergessen bleibt ihre „Frosch“-Szene, die wohl zahlreiche Jugendliche damals nachhaltig verschreckt haben dürfte.

Soldaten als Komparsen

In der ersten Hälfte merkt man Tobe Hoopers Horror-Hintergrund. Wenn die schutzbefohlenen Erwachsenen langsam aber sicher eine wachsende Bedrohung für David darstellen, wird das zunehmende Grauen wunderbar aufgebaut. Einige Einstellungen, wie die, in der sich David im Kleinbus der Lehrerin versteckt, erinnern an Hoopers frühes Werk „The Texas Chainsaw Massacre“. Doch ebenso wie im Originalfilm wird in der zweiten Hälfte durch den überbordenden Militäreinsatz die Spannung ziemlich kaputt gemacht. Im Remake wurden für diese Szenen 200 echte Soldaten rekrutiert. Im Orginal wurden noch Archivaufnahmen genutzt.

Mit „E.T.“ und den „Critters“

Die Kreaturen aus der Effekteschmiede von Stan Winston sind im Finale der Höhepunkt. Winston war in den 80er-Jahren gut im Geschäft und arbeitete gleichzeitig an „Invasion vom Mars“ und „Aliens – Die Rückkehr“. Das kleine „Superhirn“, welches über einen Arm in die Kommandozentrale getragen wird, sieht ein wenig aus wie ein gequetschter „E.T.“; die weiteren Wesen wirken mit ihren riesigen Mäulern wie übergroße „Critters“. Somit gibt es also hier große Unterschiede zu den menschenähnlichen Aliens mit den übergroßen Köpfen im Originalfilm.

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… und ein Superhirn

Tobe Hoopers Remake fügt bis auf die für die damalige Zeit ordentlichen Spezialeffekte und Alien-Kreaturen kaum Eigenständiges zu dem Stoff hinzu. Die Story wirkt heutzutage arg naiv, wie für ein Familienpublikum inszeniert. Für Fans des Originals baute Hooper wenigstens einige Reminiszenzen ein: Den Polizeichef besetzte er mit Jimmy Hunt, dem Darsteller, der im 53er-Film den kleinen David spielte. Der damalige Marsianerboss ist in Davids Kinderzimmer als Spielzeug zu finden. Zudem wurde Davids Schule nach William Cameron Menzies benannt, dem Regisseur des Originalfilms.

Ansgars Rezension zu „Invasion vom Mars“ (1953) könnt ihr hier lesen. Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Tobe Hooper sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet.

Veröffentlichung: 25. September 2014 als Mediabook (inkl. Blu-ray und 2 DVDs), Blu-ray und DVD

Länge: 100 Min. (Blu-ray), 96 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Originaltitel: Invaders from Mars
USA 1986
Regie: Tobe Hooper
Drehbuch: Richard Blake, Don Jakoby, Dan O’Bannon
Besetzung: Karen Black, Hunter Carson, Timothy Bottoms, Laraine Newman, James Karen, Bud Cort, Louise Fletcher, Eric Pierpoint
Zusatzmaterial: Originaltrailer, deutscher Trailer, Making-of, Bildergalerie, nur Mediabook: Originalfilm von 1953 in zwei Fassungen sowie deren deutscher und englischer Kinotrailer
Vertrieb: Koch Media

Copyright 2015 by Andreas Eckenfels
Fotos & Packshot: © 2015 Koch Media

 

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