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Archiv für den Monat Dezember 2015

Gewinnspiel: Es ist schwer, ein Gott zu sein – 1 x Blu-ray, 1 x DVD

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Verlosung

Kay Sokolowsky hat den russischen Science-Fiction-Film „Es ist schwer, ein Gott zu sein“ anlässlich des Kinostarts im September kritisch gewürdigt. Für Simon Kyprianou ist das ebenso wuchtige wie schmutzige, in einer außerirdischen Mittelalter-Welt angesiedelte Epos trotz einiger Kritikpunkte ein Meisterwerk. Das für seine sorgfältig ausgestatteten Veröffentlichungen jenseits des Mainstream-Kinos bekannte Label Bildstörung hat „Die Nacht der lebenden Texte“ freundlicherweise je eine Blu-ray und DVD (mit Schuber und Booklet) zum Verlosen zur Verfügung gestellt, die wir gern unter die Leute bringen. Dafür vielen Dank an Bildstörung!

Vor den Preis hat der Blogger kaum Mühe gesetzt

Wer „Es ist schwer, ein Gott zu sein“ gewinnen will, beantworte bis Sonntag, 10. Januar 2016, 22 Uhr, im Kommentarfeld folgende Fragen:

1. DVD oder Blu-ray?
2. Habt Ihr einen Tipp für einen außergewöhnlichen Science-Fiction-Film? Mit außergewöhnlich meine ich nicht nur außergewöhnlich gut, sondern auch fern vom Blockbuster-Mainstream, vielleicht gar eine vergessene Perle.
3. Habt Ihr einen Tipp für einen außergewöhnlichen Science-Fiction-Roman?

Alle veröffentlichten Antworten nehmen an der Verlosung teil.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Gastautoren sowie deren und meine Familienmitglieder dürfen leider nicht mitmachen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinnerin oder den Gewinner werde ich im Lauf der Woche nach Ende der Frist bekanntgeben, indem ich diesen Text um einen Absatz ergänze.

Gewonnen haben:

– rknbk,
– Horst.

Herzlichen Glückwunsch!

Copyright 2015 by Volker Schönenberger

 

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Baskin – Okkulter Body-Horror aus der Türkei

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Baskin

Kinostart: 1. Januar 2016

Von Volker Schönenberger

Horror // Der türkische Regisseur Can Evrenol drehte 2013 seinen achten Kurzfilm „Baskin“. Daraus machte er in den nachfolgenden zwei Jahren seinen ersten abendfüllenden Spielfilm mit dem gleichen Titel. Nach seiner Westpremiere beim Toronto International Film Festival im vergangenen September und kurzer deutscher Festivalauswertung bei den Fantasy Filmfest White Nights Anfang Dezember erhält „Baskin“ nun auch einen regulären Kinostart – im türkischen Original mit deutschen Untertiteln, was zweifellos Zuschauer kosten wird. Das ist bedauerlich – wann bekommt man schon mal einen türkischen Horrorfilm zu sehen? Noch dazu einen derart eigenständigen und fantasievollen. Die türkische Tonspur ist natürlich gewöhnungsbedürftig, unterstreicht aber die Originalität der Bilder und passt daher sehr gut. Sofern eines der wenigen deutschen Kinos, die „Baskin“ zeigen, in eurer Nähe liegt: Lasst euch drauf ein!

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Was erwartet die Polizisten?

Auf ein Erlebnis sehr unangenehmer Art muss sich die Gruppe Polizisten einlassen, die des Nachts in abgelegener Gegend als Verstärkung zu einem einsamen Haus kommandiert wird. Bereits auf dem Weg dorthin kommt ihnen auf dunkler Straße eine sonderbare Kreatur in die Quere, die ihr Fahrzeug vom Weg abkommen lässt. Endlich zu Fuß am Ziel, bemerken die Ordnungshüter das Polizeiauto der Kollegen – es ist leer. Die Männer ahnen nicht, dass sie im Gebäude ein Inferno aus Grauen und Schmerz erwartet. Für die Polizisten tut sich die Hölle auf …

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Jedenfalls nichts Gutes

„Baskin“ beginnt mit einem Prolog, der ein traumatisches Erlebnis des Knaben Arda (Berat Efe Parlar) zeigt. Die Haupthandlung spielt sich vollständig an einem Abend und in der folgenden Nacht ab. Als Erwachsener ist Arda (Gorkem Kasal) Teil der Polizeieinheit, die ins rabenschwarze Herz der Finsternis eindringt. Ein paar Rückblenden geben etwas Aufschluss über Ardas Trauma, aber nicht alle Fragen werden beantwortet. Speziell die letzte, sehr rätselhafte Szene entlässt den Zuschauer verwirrt in die Düsternis. Aber muss jede Frage beantwortet werden? Sicher nicht.

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Im Gegenteil

Einige Referenzen drängen sich auf. Der Verleih capelight pictures nennt Clive Barkers „Hellraiser – Das Tor zur Hölle“ als ersten Verweis. Das kann man stehen lassen. Dario Argento und John Carpenter sind in der Pressemitteilung ebenfalls genannt. Die beiden Horror-Altmeister mögen Einflüsse sein, kamen mir bei der Sichtung aber in erster Linie beim Soundtrack in den Sinn – und Argento beim Spiel mit Farben. David Cronenberg mit seinen Body-Horror-Inszenierungen ist sicher ein Einfluss. An Blut und Gewalt geizt „Baskin“ nicht, die 18er-Freigabe ist voll und ganz berechtigt, Gorehounds kommen auf ihre Kosten. In ein paar Sequenzen huschte kurz der französische Extremschocker „Martyrs“ von 2008 durch meinen Kopf, auch Rob Zombies okkulter „The Lords of Salem“ (2012) machte eine Aufwartung.

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Ein Hohepriester mit seinen Schäfchen?

Den vielen Referenzen zum Trotz hat Can Evrenol einen originellen Horrorschocker geschaffen, der das Zeug hat, bei Horrorfreunden über einen Geheimtipp hinaus zum Fanliebling zu werden. Für Ende April hat capelight bereits die Heimkinoauswertung in Form eines Mediabooks mit Blu-ray und DVD angekündigt. Wer trotz meiner Empfehlung aufgrund der Originalfassung den Gang ins Kino scheut, muss also nur ein paar Monate warten. Es lohnt sich!

Länge: 97 Min.
Altersfreigabe: FSK 18
Originaltitel: Baskin
TÜR/USA 2015
Regie: Can Evrenol
Drehbuch: Ogulcan Eren Akay, Can Evrenol, Cem Ozuduru, Ercin Sadikoglu
Besetzung: Mehmet Cerrahoglu, Gorkem Kasal, Ergun Kuyucu, Muharrem Bayrak
Verleih: capelight pictures

Copyright 2015 by Volker Schönenberger

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Filmplakat, Fotos & Packshot: © 2015 capelight pictures

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 2015/12/30 in Film, Kino, Rezensionen

 

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Die Todeskarten des Dr. Schreck – Episoden-Horror aus dem Hause Amicus

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Dr. Terror’s House of Horror

Von Volker Schönenberger

Episoden-Horror // Amicus Productions stand immer ein wenig im Schatten der größeren englischen Horror-Produktionsfirma Hammer Films. Das mag an der ähnlichen Ausrichtung des Programms, vergleichbarer visueller Anmutung und bisweilen auch der Besetzung liegen – die Hammer-Stars Christopher Lee und Peter Cushing bekommt man auch in dem einen oder anderen Amicus-Film zu Gesicht. Das inoffizielle Amicus-Debüt „Stadt der Toten“ von 1960 steht da beispielhaft für. Inoffiziell deshalb, weil die Produzenten Milton Subotsky und Max Rosenberg erst unmittelbar im Anschluss mit Amicus Productions auf den Plan traten. Produktionsfirma für „Stadt der Toten“ war das kurzlebige Unternehmen Vulcan Productions.

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Der letzte Passagier besteigt das Zugabteil

Eigenständigkeit bewies Amicus mit seiner Spezialisierung auf Episodenfilme. „Der Foltergarten des Dr. Diabolo“ (1967) und „Totentanz der Vampire“ (1970) zeugen davon. Nun hat das Ende 2014 gegründete Label Wicked-Vision Media mit seiner ersten Veröffentlichung einen Beitrag geleistet, Amicus Productions vor der Vergessenheit zu bewahren.

Erfolgreichste Amicus-Produktion

Bei „Die Todeskarten des Dr. Schreck“ (1964) handelt es sich um den ersten Amicus-Episodenfilm. Mit „Geschichten aus der Gruft“ („Tales from the Crypt“, 1972) gilt der Film als erfolgreichste Amicus-Produktion. Eine eigens für diese Veröffentlichung produzierte, charmante fünfminütige Einleitung von Filmwissenschaftler Dr. Rolf Giesen stimmt angenehm auf das kommende wohlige Gruseln ein.

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Dr. Schreck hat seine Tarot-Karten dabei

Die Rahmenhandlung beginnt mit fünf Herren (darunter Christopher Lee und ein junger Donald Sutherland), die sich für einen mehrstündigen Trip von London in die Provinz ein Eisenbahnabteil teilen. Kurz vor der Abfahrt des Zuges gesellt sich ein sechster Herr hinzu: Dr. Schreck (Peter Cushing), Doktor der Metaphysik. Mit seinen Tarot-Karten sagt er seinen fünf Begleitern ihre Zukunft voraus – eine Zukunft, die für sie alle tödlich enden wird …

Von Werwölfen zu Vampiren

Als erster Passagier lässt sich der Architekt Jim Dawson (Neil McCallum) sein Schicksal voraussagen. Ein Werwolf spielt darin eine tragende Rolle, daher trägt die Episode den Titel „Werewolf“. Es folgt die Geschichte „Creeping Vine“, in der es Bill Rogers (Alan Freeman) mit einem schnell wachsenden Rebstock in seinem Garten zu tun bekommt, der sich einfach nicht stutzen lassen will. „Voodoo“ kommt etwas humoriger daher als die übrigen Episoden: Der Jazzmusiker Biff Bailey (Roy Castle) muss auf leidvolle Weise erfahren, dass man auf den Westindischen Inseln gehörte rituelle Musik nicht einfach zu Unterhaltungszwecken nachspielen sollte. „Disembodied Hand“ offenbart das Schicksal des Kunstkritikers Franklyn Marsh (Christopher Lee), desjenigen Passagiers, der die Tarot-Fähigkeiten von Dr. Schreck recht barsch als Humbug abgetan hatte. Gemäß Weissagung der Karten wird er sich mit einem Maler anlegen, der Marshs scharfes Urteil persönlich nimmt und den Kritiker in einen Kleinkrieg verwickelt, der schnell eskaliert. In „Vampire“ schließlich muss sich Dr. Bob Carroll (Donald Sutherland) mit den blutsaugenden Geschöpfen der Nacht herumplagen.

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„Creeping Vine“: Der Rebstock ist tödlich

Rahmenhandlung und Episoden bieten gleichermaßen ansehnliches Grauen, wobei das Niveau etwas variiert – nicht untypisch für Episodenfilme. „Werewolf“ krankt etwas an der Kürze – kaum ist man in Stimmung gekommen, ist die Geschichte vorüber. „Disembodied Hand“ wird ganz von der Präsenz von Christopher Lee getragen. Viel mehr will ich über die Bewertung der einzelnen Sequenzen gar nicht schreiben. Andere Filmgucker mögen andere Favoriten haben. Insgesamt punktet „Die Todeskarten des Dr. Schreck“ mit zwei ganz wunderbaren Pointen – ich verrate allerdings nicht, wo sie vorkommen. Findet es selbst heraus! Es lohnt sich, diesen kleinen, feinen Episodenschocker zu entdecken.

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Die Todeskarten des Dr. Schreck

Bei der Ausstattung der Blu-ray hat Wicked-Vision keine Mühen gescheut. Zwei Audiokommentare versprechen satte Informationen. Schön für Fans ist sicher auch, dass sowohl die deutsche Kino- als auch die deutsche TV-Synchronisation enthalten sind, der englische Originalton natürlich ebenfalls. Positiv anzumerken sind zudem die Untertitel: nicht nur deutsche, sondern auch englische (mich lenken englische weniger ab, weshalb ich sie vorziehe, sofern sie sich als nötig erweisen).

4K-Restauration vom Original-Kamera-Negativ

Größtes Plus ist allerdings die neue Restauration vom Original-Kamera-Negativ in 4K-Abtastung. Das Bild ist brillant und ohne Makel! Hier wurde überaus sorgfältig gearbeitet. Obendrein zeichnet es sich durch eine gewisse Weichheit aus, die angesichts überscharfer Konturen bei manchen HD-Transfers wohltuend ist. Selbst Körnigkeit ist bis auf einige Sequenzen entfernt worden – fast schon etwas zu viel des Guten.

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„Voodoo“: Der Priester (l.) beschwört den Jazzer: Dem Voodoo-Gott klaut man keine Musik

Das auf 1.500 Exemplare limitierte Mediabook mit zwei Covervarianten à 750 Exemplare lag mir zur Sichtung leider nicht vor – Cover B (siehe oben rechts) ist übrigens bereits nicht mehr lieferbar. Immerhin hatte ich Gelegenheit, das darin enthaltene Booklet zu lesen, das auf 28 Seiten einen ausführlichen Text von Dr. Rolf Giesen über den Film und die Produktionsfirma enthält. Das ist informativ geschrieben und obendrein sorgfältig schlussredaktionell betreut worden. Wer den Film noch nicht kennt, sollte den Booklet-Text erst nach Sichtung lesen, da er einige Spoiler enthält.

Was kommt 2016 von Wicked-Vision Media?

In der Gesamtbetrachtung lassen das mir vorliegende Rezensionsexemplar im Amaray-Case sowie der Blick ins Booklet darauf schließen, dass Wicked-Vision Media mit sehr viel Sorgfalt vorgeht. Auch die geringe Veröffentlichungsfrequenz deutet an, dass wir es hier nicht mit Schnellschüssen für zügiges Kassemachen zu tun bekommen – „Die Todeskarten des Dr. Schreck“ ist die einzige Veröffentlichung des Labels im Jahr 2015. Für 2016 hat Wicked-Vision Media unter anderem David Cronenbergs „Die Brut“ („The Brood“, 1979), den absonderlichen „Der Teufelsschrei“ („Evilspeak“, 1981) um ein Mobbingopfer an einer Militärakademie sowie Mario Bavas „Hatchet for the Honeymoon“ („Il rosso segno della follia“, 1970) angekündigt. Alle drei Veröffentlichungen beabsichtigen wir beizeiten bei „Die Nacht der lebenden Texte“ vorzustellen.

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„Disembodied Hand“: Kunstkritiker Franklyn Marsh bekommt es mit einer abgetrennten Hand zu tun

Daniel Perée, Chefredakteur von „Wicked-Vision – Das Magazin für den phantastischen Film“, dem das Label Wicked-Vision Media entsprungen ist, hat die Geschichte von Amicus Productions in Ausgabe 12 von „35 Millimeter – Das Retro-Filmmagazin“ auf vier Seiten ausführlich vorgestellt (ein zweiseitiger Text und eine Rezension von mir finden sich darin ebenfalls). Das Heft mit dem Titelschwerpunkt Horror kann hier bestellt werden.

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„Vampire“: Ein hölzerner Pflock hilft gegen Vampire

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Peter Cushing und/oder Christopher Lee sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Veröffentlichung: 30. November 2015 als Blu-ray (Amaray-Case, limitiert auf 1.000 Exemplare) und Blu-ray im Mediabook (zwei Covervarianten à 750 Exemplare, inkl. DVD), 28. April 2004 als DVD (Koch Media)

Länge: 98 Min. (Blu-ray), 94 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Originaltitel: Dr. Terror’s House of Horror
GB 1965
Regie: Freddie Francis
Drehbuch: Milton Subotsky
Besetzung: Peter Cushing, Christopher Lee, Roy Castle, Michael Gough, Bernard Lee, Jeremy Kemp, Donald Sutherland, Ann Bell, Jennifer Jayne
Zusatzmaterial: 28-seitiges Booklet von Dr. Rolf Giesen und Uwe Sommerlad (nur Mediabook), Einleitung von Dr. Rolf Giesen mit optional englischen und deutschen Untertiteln, englischer Audiokommentar von Freddie Francis (dt. untertitelt), deutscher Audiokommentar von Dr. Rolf Giesen und Uwe Sommerlad, deutsche Titelsequenz, deutsche Endsequenz, italienische Titelsequenz, italienische Endsequenz, niederländischer VHS-Vorspann, deutscher, italienischer und englischer Kinotrailer, neuer Trailer von 2015, Bildergalerien mit mehr als 200 Motiven (Artworks, Aushangfotos, Pressefotos etc.), „House of Cards“: Brandneue Dokumentation von Regisseur Jake West (mit optionalen deutschen Untertiteln, 58 Min.), seltene Werberatschläge, Programm- und Pressehefte, Filmografie der Produktionsfirma Amicus, Trailershow, hidden Features
Vertrieb: Wicked-Vision Media

Copyright 2015 by Volker Schönenberger

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Fotos & Packshots: © 2015 Wicked-Vision Media

 

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