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Self/less – Der Fremde in mir: Der Traum vom zweiten Leben

23 Dez

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Self/less

Gastrezension von Andreas Eckenfels

SF-Thriller // Was nützt dem schwerreichen Unternehmer Damian (Ben Kingsley) all sein Geld, wenn er nun im Alter unheilbar an Krebs erkrankt ist? Vielleicht doch mehr, als er zunächst denkt. Denn als Damian von einem Mann namens Albright (Matthew Goode) ein kostspieliges Angebot erhält, willigt er nach kurzer Überlegung ein: Mithilfe der Technologie von Albrights Geheimorganisation „Phoenix Biogenic“ kann Damian seinen Geist in einen jüngeren Körper transferieren lassen – und somit seine Lebenszeit verlängern.

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Der krebskranke Damian kann seinen Reichtum nicht mehr lange genießen

Das Experiment gelingt. Damian beginnt unter der Identität von Edward (Ryan Reynolds) in einer neuen Stadt ein neues Leben und genießt dieses in vollen Zügen. Sport, Partys, Mädchen – alles läuft perfekt. Doch bald wird er von Visionen geplagt. Handelt es sich um Erinnerungen aus einem anderen Leben? Bei seinen Nachforschungen trifft Damian auf die alleinerziehende Mutter Madeline (Natalie Martinez), die ihn als ihren vor einigen Jahren verstorbenen Mann erkennt. Doch schon kurze Zeit später sind ihnen Albrights Schergen auf den Fersen. Die Machenschaften von „Phoenix Biogenic“ sollen schließlich auf keinen Fall an die Öffentlichkeit geraten …

Viel Potenzial verschenkt

Die Geschichte basiert auf dem düsteren SF-Thriller „Der Mann, der zweimal lebte“ (1966) von John Frankenheimer mit Rock Hudson in der Hauptrolle. Dieser lebte von seinem bösen Zynismus und heftiger Gesellschaftskritik. Das Finale vergisst man nicht mehr so schnell. Doch die spanischen Brüder David und Àlex Pastor („Carriers“, „The Last Days – Tage der Panik“) strichen diese Passagen in ihrem Drehbuch komplett. Bis auf die orginelle Grundidee des Körpertausches bleibt nicht mehr viel übrig.

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Also lässt er sich in einen jüngeren Körper transferieren und nennt sich ab sofort Edward

Hier wurde viel Potenzial zugunsten von generischen Actionszenen und etwas Familendrama verschenkt. Natürlich war „Edward“ in seinem früheren Leben ein Soldat, der sich somit auch in der Gegenwart bestens mit Waffen auskennt. Da wird nicht nur zielgenau geschossen, sondern es kommt auch mal ein Flammenwerfer zum Einsatz. Weil Damian früher aufgrund seiner Arbeit stets seine Tochter (Michelle Dockery, „Downton Abbey“) vernachlässigt hat, muss er diese verlorene Zeit nun mit Madelines Tochter treusorgend nachholen. Natürlich.

Auch Singh kann nichts retten

Was „Der Mann, der zweimal lebte“ ebenfalls auszeichnete, waren die intensiven, klaustrophobisch-wirkenden Schwarz-Weiß-Bilder. Vielleicht war dies ein Grund, warum der indische Filmemacher Tarsem Singh („Krieg der Götter“, „The Cell“) für die Regie ausgewählt wurde. Seine grandiosen Bilderwelten sind legendär, leider ebenso auch die Inhaltsleere seiner Werke. Bei „Self/less – Der Fremde in mir“ hat es noch nicht einmal für einige gute Bilder gereicht. Recht uninspiriert lässt Singh den glatten Ryan Reynolds durch die Szenerie stapfen, ohne irgendwelche visuellen Höhepunkte zu entwickeln.

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Edward und Madeline sind auf der Flucht vor Albrights Männern

Somit bleibt „Self/less – Der Fremde in mir“ weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Für den Filmabend sollte man lieber einen SF-Klassiker wie „RoboCop“, „Im Körper des Feindes – Face/off“, „Total Recall – Die totale Erinnerung“ oder sogar „Universal Soldier“ auswählen, die sich mit dem Zwiespalt, in zwei verschiedenen Identitäten gefangen zu sein, wesentlich ausgefeilter auseinandergesetzt haben. Oder man schaut gleich Frankenheimers Original.

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Was verbirgt sich wirklich hinter „Phoenix Biogenic“?

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Ryan Reynolds sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Veröffentlichung: 23. Dezember 2015 als Blu-ray und DVD

Länge: 117 Min. (Blu-ray), 112 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Originaltitel: Self/less
USA 2015
Regie: Tarsem Singh
Drehbuch: David Pastor, Àlex Pastor
Besetzung: Ryan Reynolds, Ben Kingsley, Matthew Goode, Natalie Martinez, Victor Garber, Michelle Dockery, Derek Luke, Sam Page
Zusatzmaterial: Trailer, Featurettes, Interviews, Programmtipps
Vertrieb: Concorde Home Entertainment

Copyright 2015 by Andreas Eckenfels

Fotos, Packshots & Trailer: © 2015 Concorde Home Entertainment

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