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Angel Heart – Eindringlicher Okkult-Horror von Alan Parker

02 Jan

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Angel Heart

Von Simon Kyprianou

Horror // Der mysteriöse Louis Cyphre (Robert De Niro) beauftragt den abgehalfterten Privatdetektiv Harry Angel (Mickey Rourke), den Schlagersänger Johnny Favorite zu finden, dessen Spur sich in den Wirren der Nachkriegszeit verloren hat und der Cyphre noch etwas schuldig ist. Die Ermittlungen in New York führen Angel nach New Orleans, wo er einer gewaltigen Verschwörung auf die Spur kommt.

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Cyphre (r.) gibt Harry Angel den verhängnisvollen Auftrag

Alan Parker hat in den 70ern und 80ern eine ganze Reihe an bemerkenswerten, eigenwilligen, fantastisch inszenierten Genrefilmen gedreht: „12 Uhr Nachts – Midnight Express“, „Angel Heart“, „Birdy“ und „Mississippi Burning – Die Wurzel des Hasses“. Ein besonderes Interesse scheint der Süden der USA auf ihn ausgeübt zu haben, dorthin kehrte er ein Jahr nach „Angel Heart“ mit „Mississippi Burning“ wieder zurück, einem nicht minder verstörenden Film, in dem der Süden nicht minder verstörend und verkommen inszeniert wird.

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Die Spuren führen den Privatschnüffler in den Süden

Parker versteht es meisterhaft, jedem Motiv in „Angel Heart“ Schrecken, Ungewissheit und Angst einzubrennen. In seinen Bildern konserviert er Gefühle der Unbehaglichkeit, er erzeugt eine diffuse Allgegenwärtigkeit des Schreckens. Inhaltlich und strukturell an den Film noir angelehnt, folgen wir dem heruntergekommenen Privatdetektiv auf seinem Fall, zuerst durch die kalten Straßen des verschneiten New Yorks, dann durch die kochenden Landschaften des Südens.

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Dort verliert er langsam, aber sicher den Verstand …

Der Süden ist für Parker sowieso eine Welt abseits der wirklichen Welt, voller ruraler Mythen und Bräuche, ein Kosmos, der nach eigenen, unbekannten Regeln funktioniert. Der Schauplatz wird zu einer eigenen Figur, zu einem eigenen Charakter. Minütlich verliert „Angel Heart“ mehr die Haftung an der Realität, immer mehr bricht das Surreale, das Albtraumhafte durch, es durchsetzt den Film mit Wahnvorstellungen und Fieberträumen. Das unglaublich garstige Ende und den noch garstigeren Abspann vergisst man nicht so schnell, die Darstellungen von Rourke und De Niro auch nicht.

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… und viele Leute um ihn herum ihr Leben

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Robert De Niro sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Veröffentlichung: 20. November 2015 als 2-Disc Limited Collector’s Edition Mediabook, 6. Mai 2010 als Blu-ray, 17. Januar 2006 als Kinowelt Premium Edition (2 DVDs), 27. Dezember 2000 als DVD

Länge: 113 Min. (Blu-ray), 108 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch u. a.
Untertitel: Deutsch u. a.
Originaltitel: Angel Heart
GB/KAN/USA 1987
Regie: Alan Parker
Drehbuch: Alan Parker, nach einem Roman von William Hjortsberg
Besetzung: Mickey Rourke, Robert De Niro, Lisa Bonet, Charlotte Rampling, Stocker Fontelieu, Dann Florek, Brownie McGhee, Michael Higgins, Eliott Keener, Charles Gordone
Zusatzmaterial: Audiokommentar, DVD-Einführung von Alan Parker, Featurette, Voodoo-Dokumentationen, Voodoo-Rituale, Starinfos, Making-of; Interviews, Behind the Scenes, Trailer, Fotogalerie, nur Mediabook: Booklet
Vertrieb: Studiocanal Home Entertainment (Mediabook: ELEA-Media)

Copyright 2016 by Simon Kyprianou

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Fotos & Packshots: © Studiocanal Home Entertainment (Mediabook: ’84 Entertainment / ELEA-Media)

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2 Antworten zu “Angel Heart – Eindringlicher Okkult-Horror von Alan Parker

  1. wuschol

    2016/01/02 at 19:51

    Ja, da sah Mickey Rourke noch sehr gut aus und wirkt in dem Film auch sehr charmant, was die schwüle Atmosphäre noch unterstützt, ein Klassiker, den man sich immer wieder anschauen kann – wenn man den Anblick von Blut erträgt.

     
  2. Marc

    2016/01/02 at 14:01

    Von dem hab ich ja noch nie was gehört, und das als De Niro Fan … Schande über mich! Deine Schrift hat mich überzeugt, den mal ins Visier zu nehmen.

     

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