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Peter Weir (I): Picknick am Valentinstag – Mystery und Schrei nach Freiheit

06 Jan

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Picnic at Hanging Rock

Lose Veröffentlichungsfolge, kein Anspruch auf Vollständigkeit – diese Maßgabe behalten wir auch bei der Werkschau des australischen Regisseurs Peter Weir bei.

Von Simon Kyprianou

Mysterydrama // Bei einem Ausflug eines ländlich gelegenen australischen Mädcheninternats zum Hanging Rock im Jahr 1900 verschwinden drei junge Mädchen. Trotz aller Anstrengung können sie weder gefunden werden, noch gibt es irgendeine Erklärung für ihr Verschwinden. Besorgte Eltern und weitere Zwischenfälle lassen das Internat an dem Verlust zerbrechen.

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Der Schulausflug ist der Anfang vom Ende

„Picknick am Valentienstag“ ist ein Film über die Suche nach Freiheit, über adoleszente Auflehnung und über das Ausbrechen aus repressiven Strukturen. Das Mädcheninternat mit seinen strengen Strukturen, seinem unerbittlichen Regelwerk ist für die Mädchen ein Ort der absoluten Unfreiheit. Individualität und Eigensinn werden dort im Keim erstickt.

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Im Internat herrscht ein strenges Regelwerk

Kameramann Russell Boyd hat seinen Film mit einem Brautschleier vor der Kamera gedreht und das ist nur Konsequent, denn der Brautschleier ist wohl das, was die Mädchen in der Zukunft, nach Abschluss des Internats erwartet. Eine Ehe, in der sie zweifellos ganz genauso unfrei sein werden wie im Internat. Form und Inhalt kann man in Peter Weirs Film also unmöglich voneinander trennen.

An einem besseren Ort?

In den sinnlichen Bildern liegt eine erschreckende Bedrohlichkeit. Das Wegdriften in eine andere Welt, an einen anderen Ort hingegen wirkt wie eine Erlösung. Das Verschwinden auf dem Hanging Rock, als fiebriger Tanz, als sinnliches Verlorensein dargestellt, ist für die Mädchen ein Befreiungsschlag. Es wird nie klar, wohin die Mädchen verschwunden sind, aber wir können ahnen, dass sie, wo auch immer sie sind, freier sind als sie es je zuvor waren. Sie haben sich von allem losgesagt, radikal, brutal, konsequent. Nach ihrem Verschwinden zerbricht auch das Internat, also das System.

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Die Freundschaften untereinander sind das einzig Gute im Leben der Schülerinnen

Peter Weir sucht keine Bilder für die Freiheit, für das Freisein an sich, denn solche Bilder können vielleicht gar nicht gefunden werden. Was er darstellt, ist die beschwerliche Suche nach Freiheit, der Kampf um die Freiheit, den er hier so gut darstellt wie es ihm nur noch in „Die Truman Show“ gelungen ist.

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Am Hanging Rock können sie sich endlich befreien

Peter Weir bei „Die Nacht der lebenden Texte“:

Picknick am Valentinstag (1975)
Gallipoli (1981, geplant)
Ein Jahr in der Hölle (1982, geplant)
Der einzige Zeuge (1985, geplant)
Fearless – Jenseits der Angst (1993, geplant)
Die Truman Show (1998)
Master and Commander – Bis ans Ende der Welt (2003)

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Die Suchenden scheitern an den mystischen Kräften des Felsmassivs

Veröffentlichung: 10. August 2012 als Special Edition (3 DVDs & 1 Blu-ray), 27. Juli 2012 als Blu-ray und DVD

Länge: 107 Min. (Blu-ray), 103 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Picnic at Hanging Rock
AUS 1975
Regie: Peter Weir
Drehbuch: Cliff Green, nach einem Roman von Joan Lindsay
Besetzung: Rachel Roberts, Anne-Louise Lambert, Vivean Gray, Kirsty Child, Helen Morse, Tony Llewellyn-Jones, Jacki Weaver, Frank Gunnell
Zusatzmaterial Special Edition: Kinofassung (111 Min.), Dokumentation „Ein Traum in einem Traum“ (113 Min.), Featurette „Erinnerungen: Hanging Rock 1900“ (26. Min.), Joan Lindsay Interview (15 Min.), Audiointerview mit Karen Robson (15 Min.), Featurette „Hanging Rock: Damals und heute“ (6 Min.), Film „The Day of Saint Valentine“ (erste Adaption des Romans) mit Audiokommentar des Regisseurs (4 Min.), geschnittene Szenen (9. Min.), Bildergalerie und Ausschnitt des Buchs gelesen von Darstellerin Helen Morse (8 Min.), australischer Trailer, Double-Feature-Trailer, TV-Spot, 24-seitiges Booklet
Vertrieb: Koch Media

Copyright 2016 by Simon Kyprianou
Fotos & Packshots: © 2012 Koch Media

 

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