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Birth of the Living Dead – Die Entstehung eines Klassikers

09 Feb

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Birth of the Living Dead

Von Volker Schönenberger

Film-Doku // New-York-Times-Kritiker Jason Zineman bringt es auf den Punkt: Alle (modernen) Zombies gehen zurück auf George A. Romero. Es gebe keinen Regisseur, der für die Existenz von Vampiren, Frankensteins Monster oder Werwölfe verantwortlich sei – auch wenn es welche gebe, die Schlüsselfilme über diese Kreaturen inszeniert haben. Es seien dennoch viel ältere Wesen. Was wir heute als Zombies kennen, gehe zurück auf 1968, das Entstehungsjahr von „Night of the Living Dead“, deutscher Titel „Die Nacht der lebenden Toten“.

Blu-ray nur in Großbritannien

Bedauerlich, dass es die 2013 entstandene Doku „Birth of the Living Dead“ über die Entstehung und den kulturellen Einfluss des Films noch nicht zu uns geschafft hat. Für die DVD muss man auf die USA oder Großbritannien zurückgreifen, in Großbritannien ist auch eine Blu-ray erschienen, passenderweise obendrein ein Blu-ray-Kombipack mit dem Spielfilm.

Komparsen beißen in rohe Eingeweide

Die Doku beginnt chronologisch mit der Erwähnung von George A. Romeros 1963 in Pittsburgh gegründeter Produktionsfirma „The Latent Image“, mit der er Kurzfilme für die Kindersendung „MisteRogers“ (später: „MisteRogers‘ Neigborhood“) produzierte. Der Fokus liegt jedoch schnell auf der Entstehung von „Die Nacht der lebenden Toten“. Romero selbst kommt ausgiebig zu Wort, erzählt schmunzelnd, dass ein örtlicher Schlachter, der als Investor im Boot war, Leber und Eingeweide von Rindern lieferte. Diese dienten als Requisiten für die Szenen, in denen die Untoten Menschenfleisch verspeisen. Möchte man da wirklich Zombie-Statist gewesen sein?

Ein Schwarzer als Hauptfigur

Ausführlich setzt die Doku den Film in den Kontext des damaligen Zeitgeists mit Vietnamkrieg und besonders den Rassenunruhen. Immerhin spielt mit Duane Jones ein Schwarzer den Protagonisten Ben. Dass Ben am Ende von Rednecks für einen Zombie gehalten und einfach abgeknallt wird, hat seinerzeit manchen dunkelhäutigen Besucher des Films aufgebracht.

Außer dem oben erwähnten Jason Zineman kommen diverse andere kundige Filmschaffende zu Wort, darunter der Journalist Mark Harris, der Schauspieler, Produzent, Drehbuchautor und Regisseur Larry Fessenden („The Last Winter“) sowie Gale Anne Hurd, eine der Produzentinnen der TV-Serie „The Walking Dead“.

Unterhaltsam auch für Kenner

Einige der Interviews atmen sehr das „Fanboy“-Dasein der Befragten aus, das tut dem Unterhaltungswert und Informationsgehalt der Doku aber keinen Abbruch. Ich beschäftige mich schon lange mit „Die Nacht der lebenden Toten“, daher hat mir „Birth of the Living Dead“ nicht mehr viel Neues verraten können. Gut unterhalten gefühlt habe ich mich dennoch. Zombiefans, die sich bislang wenig mit den Hintergründen von Romeros Film beschäftigt haben, werden die Sichtung der Doku aber als aufschlussreich empfinden.

Veröffentlichung: 12. Januar 2015 als Blu-ray (GB), 13. Oktober 2014 als Blu-ray (GB, im Kombi-Pack mit „Night of the Living Dead“), 13. Oktober 2014 (GB) bzw. 7. Januar 2014 (USA) als DVD

Länge: 75 Min.
Altersfreigabe: FSK nicht geprüft
Sprachfassungen: Englisch
Untertitel: keine Angabe
Originaltitel: Birth of the Living Dead
Alternativtitel: Year of the Living Dead
USA 2013
Regie: Rob Kuhns
Zusatzmaterial: keine Angabe
Vertrieb: First Run Features (USA) bzw. Matchbox Films (GB)

Copyright 2015 by Volker Schönenberger

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Packshots: © 2014 Matchbox Films

 

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