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Pom Poko – Wandelbare Hodensäcke

01 Mrz

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Heisei tanuki gassen ponpoko

Von Matthias Holm

Anime-Märchen // Eine Ära geht zu Ende. Mit „Erinnerungen an Marnie“ erscheint im März der vorerst letzte Film von Studio Ghibli bei uns für das Heimkino. Es passt also perfekt, dass Universum jetzt die fehlenden Filme auf Blu-ray veröffentlicht. Während die großen Titel wie „Prinzessin Mononoke“ und „Chihiros Reise ins Zauberland“ bereits seit einiger Zeit erhältlich sind, kommen nun die unbekannten Titel in den Handel – einer davon ist Isao Takahatas „Pom Poko“.

Menschen gegen Marderhunde

Die Menschen in Tokio brauchen immer mehr Wohnraum und so wird mit der Zeit immer mehr Natur in den Außenbezirken bebaut. Allerdings wissen sie nicht, dass in den Wäldern eine Menge Marderhunde leben. Die sind gar nicht scharf drauf, ihren Lebensraum herzugeben, und versuchen mit allen Mitteln, ihr Revier zu verteidigen.

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Gonta ist bereit für den Kampf

Eines sollte man über „Pom Poko“ wissen – es ist einer der wohl merkwürdigsten Filme aus dem Studio Ghibli, gerade für diejenigen, die sich nicht mit japanischer Mythologie auskennen. Auf die wird nämlich immer wieder eingegangen, seien es Legenden wie die von Prinzessin Kaguya oder eben die Marderhunde.

Was man aus Hodensäcken alles machen kann

Den Legenden nach können sich die Tiere nach Belieben verwandeln – so sind sie in der Lage, den Menschen Streiche zu spielen. In „Pom Poko“ benutzen die Marderhunde, oder auch Tanuki, diese Fähigkeit, um die Bauarbeiten zu sabotieren. Dabei kommen auch immer wieder ihre übergroßen Hodensäcke zum Einsatz. Die können sich separat in andere Dinge verwandeln oder ausgebreitet als Trampolin und Gleitschirm dienen.

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Buddha bebaut Berge

Klingt albern? Ist es auch. Takahata scheint sich der Skurrilität seiner Hauptfiguren bewusst zu sein. So ist „Pom Poko“ kein Film, der sich durch eine besonders interessante Story auszeichnet. Das typische Motiv Mensch gegen Natur wird immer wieder aufgegriffen und gelegentlich schlägt der Film auch düstere Töne an. Aber viel mehr lebt der Film von seiner Optik.

Alt, aber hübsch

Takahata vermischt wild verschiedene Zeichenstile, was vor allem am Anfang verwirrend sein kann. Doch sobald man sich akklimatisiert hat, verzückt „Pom Poko“ immer wieder. Seien es einzelne Verwandlungen oder die häufig vorkommenden Massenszenen, selbst für heutige Verhältnisse ist der inzwischen 22 Jahre alte Film immer noch wunderschön. Highlight ist eine von den Marderhunden inszenierte Geisterparade, zu deren Beginn man sogar Kiki und Totoro aus anderen Studio-Ghibli-Produktionen entdecken kann

„Pom Poko“ ist kein Film für Jedermann. Dafür ist der Humor zu abgedreht und zu viel Vorwissen wird vorausgesetzt. Außerdem ist der Film auch nichts für kleinere Zuschauer – dafür sterben so viele der niedlichen Tierchen und das Ende ist zu bedrückend. Freunde japanischer Mythen oder Liebhaber hübscher Anime-Optik werden an „Pom Poko“ aber ihre Freude haben.

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Verwandlung will geübt sein

Veröffentlichung: 19. Februar 2016 als Blu-ray, 25. September 2015 als DVD

Länge: 119 Min.
Altersfreigabe: FSK 6
Sprachfassungen: Deutsch, Japanisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Heisei tanuki gassen ponpoko
JAP 1994
Regie: Isao Takahata
Drehbuch: Isao Takahata
Zusatzmaterial: Storyboards zum kompletten Film, Japanische Original-Trailer, Studio Ghibli Trailershow
Vertrieb: Universum Film

Copyright 2016 by Matthias Holm

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Fotos & Packshots: © 2015/2016 Universum Film

 
 

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Eine Antwort zu “Pom Poko – Wandelbare Hodensäcke

  1. afictionesse

    2016/03/05 at 07:02

    Ein sehr niedlicher Film und interessant wegen der Mystik dahinter. Bleibt aber eher etwas für die Zielgruppe.

     

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