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Zoomania – Tierische Disney-Utopie um Räuber und Beute

03 Mrz

Zoomania-Plakat

Zootopia

Kinostart: 3. März 2016

Von Volker Schönenberger

Computertrick-Abenteuer // Schade um den Originaltitel. Der deutsche Verleihtitel „Zoomania“ klingt zwar nett, aber „Zootopia“ ist doch eine Nuance intelligenter zu bewerten, geht es doch um die Utopie des friedlichen Zusammenlebens zwischen Raubtieren und Beutetieren. Die klitzekleine Lücke der Ernährungsfrage der Raubtiere kann da außen vor bleiben.

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Die jahrgangsbeste Polizeianwärterin Judy …

Stellvertretend für die früheren Beutetiere steht die Häsin Judy Hopps. Auf dem Lande in Nageria aufgewachsen, sollte sie eigentlich in die Fußstapfen ihrer Karottenfarmer-Eltern treten. Doch Judy hat ein ungleich ehrgeizigeres Ziel: Sie will Polizistin in der großen Stadt Zoomania werden – das erste Nagetier als Ordnungshüter.

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… verabschiedet sich von ihren Eltern …

Die Polizeischule erweist sich als schwere, aber nicht unüberwindbare Hürde: Judy schließt als Jahrgangsbeste ab! Tatsächlich wird sie ans Polizeirevier des Zentrums von Zoomania beordert. Auf die erste Freude folgt alsbald der erste Frust: Ihr grantiger Vorgesetzter Chief Bogo nimmt Judy nicht für voll und setzt sie nur als Politesse ein, die Falschparkern Strafzettel verpassen soll. Das erledigt sie immerhin mit Rekordergebnissen.

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… und tritt in Zoomania …

Auftritt Nick Wilde. Der gerissene Fuchs läuft Judy bei der Arbeit über den Weg. Er verdient sich seinen Lebensunterhalt mit windigen Machenschaften haarscharf am Rande der Legalität. Seine Sicht aufs Dasein ist etwas zynisch, pragmatisch windet er sich durchs Leben, aber ein wirklich schlechter Kerl ist er nicht. Mit einer klitzekleinen Erpressung sichert sich Judy seine Unterstützung, als sie tatsächlich einen echten Fall zugeteilt bekommt: die Suche nach dem vermissten Otter Mr. Otterton, einem von derzeit 14 in Zoomania verschwundenen Raubtieren. Allerdings stellt Chief Bogo, dem Judy ein Dorn im Auge ist, eine Bedingung, die die Häsin arg unter Druck setzt: In 48 Stunden ist der Fall gelöst, sonst muss Judy ihre Dienstmarke abgeben.

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ihren Dienst an …

Eins der großen Highlights des Films wird nahezu vollständig schon im Trailer verbraten: die Faultiere, die als Beamte im Kfz-Meldeamt fleißig und schnell (hüstel) ihren Dienst verrichten. Weil Judy noch keinen Zugang zum Polizeicomputer hat, muss sie die Behörde aufsuchen, um anhand des Kennzeichens die Identität eines Fahrzeughalters zu ermitteln. Faultier Flash – der Name ist Programm – gibt sich redlich Mühe, aber der Gute ist nun mal nicht der Schnellste. Nick soll’s recht sein. In der deutschen Synchronisation wird Flash übrigens passenderweise vom Kabarettisten Rüdiger Hoffmann gesprochen. Ihr erinnert euch: Das ist der mit der betont langsamen Redeweise. Passt schon.

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… wo Chief Bogo sie schnell auf den Boden der Tatsachen zurückholt

Die Pressevorführung habe ich in Begleitung dreier achtjähriger Mädchen besucht. Alle drei waren begeistert ob der farbenfrohen Welt, die sich da vor ihren und meinen Augen entfaltet hat. Die Geschichte bietet die altbekannten Botschaften von Mitmenschlichkeit, Freundschaft und besonders „Du kannst alles schaffen, wenn du nur willst.“ Im Verlauf der Handlung geht es zusehends komplexer zu, sodass Kinder nicht mehr jeden Aspekt verstehen werden, aber auch das ist ja ein bewährtes Muster heutiger Animationsfilme, damit sich auch die Erwachsenen nicht langweilen. Das gelingt, ich bin gern bei der Stange geblieben.

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Flash erteilt die gewünschte Auskunft schnell wie der Blitz

Viele verschiedene Tierarten tummeln sich in „Zoomania“, große wie kleine, Raubtiere wie Beutetiere. Sie alle sind mit ihnen zugeschriebenen Charakteristika eingebaut. Auf die Verteilung der „Rollen“ wurde nicht nur bei den Faultier-Beamten großer Wert gelegt – die Beamten mögen es Disney nachsehen. Besonders gefallen haben mir die Züge des Fuchses Nick Wilde, der es bestens versteht, einen mehrdeutigen Gesichtsausdruck aufzusetzen.

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Die Spur führt zu Gangsterboss Mr. Big

Auch Chief Bogo ist zwar betont mies gelaunt, dennoch merkt man bei dem im Original von Idris Elba („Mandela“) gesprochenen Büffel, dass er kein übler Zeitgenosse ist – harte Schale, weicher Kern, Ihr wisst schon. Viele weitere Tiere haben tragende und weniger tragende Rollen, eine sei noch erwähnt: Mr. Big, Pate von Tundratown, einem Bezirk Zoomanias. Der mächtige Gangsterboss ist eine Spitzmaus, bewacht von Eisbär-Bodyguards. Mr. Bigs große Szene ist eine hinreißende Hommage an – ratet mal!

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Mit der Zeit erweist sich Nick als echte Unterstützung

Es versteht sich von selbst, dass „Zoomania“ technisch perfekt umgesetzt worden ist. Welch großer Programmieraufwand dahintersteckt, kann ich nicht einmal annähernd erahnen, aber Disney ist nun mal Disney, da wird geklotzt und nicht gekleckert. Von der dritten Dimension habe ich allerdings nicht allzu viel bemerkt. Vielleicht saß ich schlecht, vielleicht werden meine Augen auch einfach nur alt.

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Zum Finale gibt Megastar Gazelle …

Zu den Höhepunkten darf auch das Lied „Try Everything“ gezählt werden, in Zoomania ein Riesenhit des Popstars „Gazelle“, tatsächlich gesungen von Shakira. Ein herrlich beschwingter Song, der die Botschaft des Films perfekt transportiert. Und wenn Gazelle am Ende des Films ein Konzert gibt, die Protagonisten im Publikum zu finden sind und sogar Flash mit einer Faultier-Kollegin ein Tänzchen zum Besten gibt, kann man sich – ob Kind oder erwachsene Begleitung – gemütlich zurücklehnen und einen detailverliebten, rundum gelungenen Disney-Spaß Revue passieren lassen. Ob Flash und die anderen Faultiere dereinst einen eigenen Film als Spin-off spendiert bekommen? Verdient hätten sie’s, allerdings würde das ungeahnte dramaturgische Herausforderungen bedeuten.

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… ein umjubeltes Konzert

Länge: 108 Min.
Altersfreigabe: FSK freigegeben ohne Altersbeschränkung
Originaltitel: Zootopia
USA 2016
Regie: Byron Howard, Rich Moore, Jared Bush
Drehbuch: Jared Bush, Phil Johnston
Originalsprecher: Ginnifer Goodwin, Idris Elba, Jason Bateman, J. K. Simmons, Octavia Spencer, Jenny Slate, Nate Torrence, Shakira, Maurice LaMarche
Deutsche Sprecher: Josefine Preuss, Rüdiger Hoffmann, Frederick Lau, Ralph Ruthe
Verleih: Walt Disney Studios Motion Picture Germany

Copyright 2016 by Volker Schönenberger

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2016 Disney Enterprises Inc.

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