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Der Commander – Söldner-Radau im Dschungel

19 Mrz

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Der Commander

Von Volker Schönenberger

Söldner-Action // Fünf Staffeln „Die Profis“ hatten Lewis Collins zum Star gemacht, 1982 schickte er sich mit „Das Kommando“ an, auch im Kino als Actionheld zu reüssieren. Doch der Engländer tanzte nur wenig mehr als einen Sommer, es folgten die drei Kooperationen mit dem italienischen Regisseur Antonio Margheriti: „Geheimcode Wildgänse“ (1984), „Kommando Leopard“ (1985) und „Der Commander“ (1988). Anschließend spielte er nur noch fürs Fernsehen und das auch nicht in Dauerbeschäftigung, 1988 aber immerhin als zweiter Hauptdarsteller neben Michael Caine im Zweiteiler „Jack the Ripper – Das Ungeheuer von London“. 2002 war’s mit der Filmkarriere endgültig vorbei. Am 27. November 2013 starb Lewis Collins im Alter von 67 Jahren nach langem Krebsleiden.

Lee Van Cleef zieht die Fäden

„Der Commander“ wartet mit klangvollen Namen auf: Da ist Lee Van Cleef ‚(„Zwei glorreiche Halunken“) in der Rolle des zwielichtigen Ex-Söldners Colonel Mazzarini. Der beauftragt den Elitekämpfer Major Jack Colby (Collins), ein Team zusammenzustellen, das tief im Dschungel des Goldenen Dreiecks ein großes Rauschgiftlager hochgehen lassen soll. Da ist Donald Pleasence als Vorsitzender eines internationalen Komitees zur Drogenabwehr, der aber seine ganz eigenen Pläne verfolgt. Er schleust Wild Bill Hiccock (Manfred Lehmann) in Colbys Mannschaft ein, damit der eine CD-ROM mit belastendem Material sichert.

Vor die Explosion hat der liebe Gott den Dialog gesetzt

Bis der Actionfilm wirklich zum Actionfilm wird, zieht es sich ein wenig. Ein paar kurzen Actionsequenzen zum Trotz geht es in der ersten Dreiviertelstunde doch recht dialoglastig zu – an sich nicht der Sinn eines auf Ballerei und Explosionen ausgelegten B-Films. Etwas Straffung wäre sinnvoll gewesen, aber wenigstens erhalten auf diese Weise Lee Van Cleef und Donald Pleasence ausreichend Zeit, ihren Figuren Profil zu geben. Man kann als Actionfan auch mal Handlung mitnehmen, also seien wir gnädig.

Wenn’s denn zur Sache geht, frönt Regisseur Antonio Margheriti seinem Hang zu Detonationen. Ein paar Modelle werden fachgerecht in die Luft gejagt, dazwischen wird fleißig geschossen. Das erfreut den Freund groben filmischen Kriegshandwerks, wer militärische Auseinandersetzungen lieber differenziert und anspruchsvoll gewürdigt sieht, wird sich abwenden.

Synchronsprecher unter sich

„Der Commander“ ist auch ein Stelldichein deutscher Synchronsprecher-Größen. Manfred Lehmann etwa leiht Bruce Willis, Gérard Depardieu, James Woods, Kurt Russell und Dolph Lundgren häufig die Stimme. In weiteren Rollen: Frank Glaubrecht (Stimme von Pierce Brosnan, Kevin Costner, Al Pacino und Christopher Walken), Christian Brückner (Robert De Niro) und Thomas Danneberg (Arnold Schwarzenegger, Sylvester Stallone, John Travolta, Terence Hill u. v. a.). Kuriosum am Rande: In der deutschen Synchronfassung von „Der Commander“ lieh Thomas Danneberg Lewis Collins seine Stimme, weshalb er sich selbst nicht synchronisieren durfte. Was es nicht alles gibt.

Italienische Söldner- und Kriegs-Action hat sich in den 70er- und 80er-Jahren (oder früher, bin da nicht ganz im Bilde) zu einer ganz eigenen kleinen Subgattung des Kriegsfilms entwickelt. „Der Commander“ hat nicht unbedingt mein Begehren geweckt, exzessiv dort einzutauchen, ist aber unterhaltsam genug für einen Krawall-Abend. „Geheimcode Wildgänse“ und „Kommando Leopard“ hatte ich in den 80ern sogar im Kino gesehen. Auf deren erneute Sichtung freue ich mich.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Antonio Margheriti sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet.

Veröffentlichung: 13. Mai 2014 als Blu-ray, 24. Mai 2013 als Mediabook (Blu-ray + DVD, auf 1.000 Exemplare limitiert), 5. Juli 2007 als DVD

Länge: 105 Min. (Blu-ray), 101 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch, Spanisch, Italienisch
Untertitel: keine
Originaltitel: Der Commander
BRD/IT 1988
Regie: Antonio Margheriti (als Anthony M. Dawson)
Drehbuch: Tito Carpi, Arne Elsholtz, Giacomo Furia
Besetzung: Lewis Collins, Lee Van Cleef, Donald Pleasence, Manfred Lehmann, Christian Brückner, Thomas Danneberg, Frank Glaubrecht, Brett Halsey, Chat Silayan, Hans Leutenegger
Zusatzmaterial: Original Kinotrailer, Fotogalerie, Trailershow, „Mädchen, Machos und Moneten“ (ROM-Teil), Wendecover, nur Blu-ray: „The Outsider – The Cinema of Antonio Margheriti“, Featurette Söldner Stories, Manfred Lehmann: Stirb langsam auf den Philippinen, Thomas Danneberg: Söldner und Synchronstar, Interview mit Bobby Rhodes
Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment

Copyright 2016 by Volker Schönenberger

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Packshots Blu-ray & DVD: © Ascot Elite Home Entertainment / Packshot Mediabook: © NSM Records

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