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Batman v Superman – Dawn of Justice: Kommt, vertragt euch!

23 Mrz

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Batman v Superman – Dawn of Justice

Kinostart: 24. März 2016

Von Volker Schönenberger

Fantasy-Action // Lassen wir die Zerstörungsorgie von „Man of Steel“ kurz Revue passieren: Während des gnadenlosen Endkampfs zwischen Superman (Henry Cavill) und General Zod (Michael Shannon) gingen etliche Gebäude von Metropolis zu Bruch, darunter auch der Wayne Tower – nicht, dass ich das mitbekommen hätte –, in dem viele Menschen starben.

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Ein Superheld

Wayne Tower? Der gehört natürlich einem gewissen Bruce Wayne (Ben Affleck). Der Milliardär residiert in Gotham City und wacht dort als Batman über die Stadt. Die Haupthandlung von „Batman v Superman – Dawn of Justice“ setzt etwa anderthalb Jahre nach den Ereignissen von „Man of Steel“ ein. Bei den Pressevorführungen des Films wurde vor Beginn ein kurzer Spot eingespielt, in dem Regisseur Zack Snyder persönlich die anwesenden Filmkritiker eindringlich ermahnte, doch bitte nicht zu spoilern. Zu spät – ich habe euch bereits verraten, dass Bruce Wayne Batman ist. Und es geht weiter: Supermans geheime Identität ist die des Reporters Clark Kent! Da staunt Ihr, was?

Batman ist sauer auf Superman

Spaß beiseite, natürlich halte ich mich auch ohne Zack Snyders Ermahnung mit Spoilern zurück. Jedenfalls ist Bruce Wayne alias Batman nicht gut auf Superman zu sprechen. Der macht alles kaputt! Und überhaupt kann er mit seinen Superkräften nicht haushalten. Batmans größte Befürchtung: dass sich Superman irgendwann bewusst gegen die Menschheit richtet. Viele Bürgerinnen und Bürger teilen diese Haltung, sodass sich eine große öffentliche Debatte um den kostümierten Außerirdischen mit den übermenschlichen Kräften entwickelt.

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Noch einer

Ihr merkt schon: Bruce Waynes Motive wirken auf mich nicht ganz schlüssig, zumal er selbst bei der Verbrecherjagd nicht zimperlich vorgeht und sogar dazu übergegangen ist, Schurken das Fledermauslogo in die Haut zu brennen. Ein wenig soll da vielleicht das Nietzsche-Zitat durchschimmern, nachdem der Abgrund irgendwann zurückblicke, wenn man nur lange genug hineinblickt. Psychologisch ausgefeilt ist das nicht gerade, aber darauf kommt es bei diesen überdimensionalen Helden wohl auch nicht an.

Stelldichein der Stars

Die Besetzung ist namhaft: Aus „Man of Steel“ in die Fortsetzung geschafft haben es Amy Adams als Clark Kents Reporterkollegin Lois Lane, Laurence Fishburne als ihr Chefredakteur Perry White und Diane Lane als Clarks Adoptivmutter Martha Kent. Neu dabei: Holly Hunter als Senatorin Finch sowie Jeremy Irons als Bruce Waynes Butler Alfred Pennyworth, der seinem Chef all die schönen Fahrzeuge und Gadgets zusammenbastelt.

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Batman gegen Superman

Zwei Namen in der Besetzung sind im Vorfeld besonders kritisiert worden: zum einen Jesse Eisenberg („Zombieland“) als Supermans großer Antagonist Lex Luthor, der vielen Superman-Fans zu jung war, um einen glaubwürdigen Gegner auf Augenhöhe mit dem Kryptonier abgeben zu können. Da ist was dran, Eisenbergs jugendliches Aussehen irritiert etwas – vor allem vielleicht ältere Filmgucker wie mich, die mit dem Namen Lex Luthor in erster Linie Gene Hackman aus der 1978er-Verfilmung verbinden. An sich ist Jesse Eisenberg zwar ein guter Schauspieler, der das ausgleichen kann; leider ist seine Figur etwas zappelig angelegt, fast wirkt es wie Overacting. Über weite Strecken des Films erweckt Lex Luthor beinahe den Eindruck, lediglich als Katalysator für den unvermeidlichen Clash der titelgebenden Titanen zu fungieren. Dann jedoch … aber ich soll ja nicht spoilern.

Die Akte Affleck

Und dann ist da natürlich Ben Affleck. Der hat sich zwar mit „Gone Baby Gone“ (2007), „The Town – Stadt ohne Gnade“ (2010) und „Argo“ (2012) einen guten Namen als Regisseur gemacht, gleichzeitig scheint aber sein Renommee als Schauspieler arg gelitten zu haben. Kaum eine Personalie ist in den vergangenen Jahren so abfällig diskutiert worden wie die Entscheidung, Affleck als Batman zu verpflichten. Wie viele andere Shitstorms ist natürlich auch dieser unberechtigt. Affleck ist sicher nicht der beste Schauspieler, den man im Fledermauskostüm gesehen hat, auch der größte Charismatiker ist er nicht gerade. Dennoch gibt er einen überzeugenden Bruce Wayne, zumal wir es ja mit einem Fantasy-Actionfilm zu tun haben, bei dem Schauspielkunst zwar nicht völlig unwichtig ist, aber bei dem andere Zutaten doch einen höheren Stellenwert haben.

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Was plant Lex Luthor?

Auftritt Gal Gadot als Diana Prince alias Wonder Woman. Auch da will ich nicht zu viel verraten, also lieber gar nichts mehr. Lasst euch überraschen! Dann haben wir in Mini-Sequenzen noch den als Khal Drogo in „Game of Thrones“ bekannt gewordenen Jason Momoa als Arthur Curry alias Aquaman, Ezra Miller als Barry Allen alias The Flash sowie einen gewissen – aber lassen wir das. Und ist das da auf dem alten Foto nicht …?! Genug Futter, das die Neugier auf die kommenden Teile des DC Extended Universe wecken soll. Das klappt bedingt.

Warnung vor dem Trailer

Soeben habe ich endlich einmal die Trailer gesichtet – so viel, wie dort enthüllt wird, verrate ich nicht, Zack Snyder hat keinen Grund, mit mir zu schimpfen. Also Obacht beim Anschauen von Trailern!

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Bruce Wayne trifft die geheimnisvolle Diana Prince

Was ist von „Batman v Superman – Dawn of Justice“ zu halten? Immerhin nimmt sich der Film etwas Zeit, die Story in Fahrt zu bringen. Zeit hat er bei einer Lauflänge von zweieinhalb Stunden ohnehin mehr als genug. Es bleibt nicht ganz so arg der Eindruck einer Zerstörungsorgie hängen wie bei „Man of Steel“, gleichwohl auch in der Fortsetzung vieles zu Bruch geht. Wuchtige Bilder, untermalt vom gewohnt mächtigen und breiten Raum einnehmenden Hans-Zimmer-Soundtrack – das ist Effektkino sondergleichen, das genaue Gegenteil eines stillen Kammerspiels. Positiv zu Buche steht zudem, dass bei aller Urgewalt und der Masse an visuellen Effekten die Kämpfe nicht unübersichtlich geraten. Das hat manch anderer Blockbuster weit unerfreulicher gelöst.

Das DC Extended Universe nimmt Fahrt auf

Langeweile kommt nicht auf, unterhaltsam ist das allemal. Die vielen Fans von Comicverfilmungen werden die Kinosäle mit feuchten Höschen stürmen und mit nassen Hosen verlassen. Sie werden die Kasse klingeln lassen und auf diese Weise das DC Extended Universe in Aufbruchstimmung versetzen. So oder so nimmt es mit „Batman v Superman – Dawn of Justice“ richtig Fahrt auf. Ob die cineastische Umsetzung der DC Comics dem Marvel Cinematic Universe Paroli bieten kann, wird sich zeigen. Der DC-Antiheldenfilm „Suicide Squad“ kommt bereits im August. „Wonder Woman“ und „The Justice League Part One“ sind für 2017 angekündigt, „The Flash“ und „Aquaman“ für 2018, um nur die nächsten zu nennen. Das eine oder andere Batman-Soloabenteuer mag dazwischengrätschen, dem Vernehmen nach hat Ben Affleck bereits dafür unterschrieben. Vermutlich wird es für den Heimkinomarkt mehr als eine Langfassung geben. Zu „Batman v Superman – Dawn of Justice” hat Zack Snyder bereits eine angekündigt.

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Butler Alfred Pennyworth (r.) ist seinem Boss ein unersetzlicher Helfer

Zwei Comic-Helden-Universen bündeln auf Jahre hinaus Finanzkraft und Kreativität von Hollywood. Ob da noch viel Raum für innovatives Kino mit tollen Geschichten aus der Traumfabrik bleibt? Effektspektakel habe ich schon schlechtere gesehen. Wer inspiriertes oder inspirierendes Kino sucht, wird es unter den DC- und Marvel-Blockbustern nicht finden – aber dort vermutlich auch nicht danach suchen.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Zack Snyder sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme mit Amy Adams in der Rubrik Schauspielerinnen, Filme mit Jeremy Irons und/oder Michael Shannon in der Rubrik Schauspieler.

Länge: 152 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: Batman v Superman – Dawn of Justice
USA 2016
Regie: Zack Snyder
Drehbuch: Chris Terrio, David S. Goyer
Besetzung: Ben Affleck, Henry Cavill, Amy Adams, Jeremy Irons, Gal Gadot, Jesse Eisenberg, Laurence Fishburne, Holly Hunter, Diane Lane, Callan Mulvey, Lauren Cohan, Jeffrey Dean Morgan, Michael Shannon
Verleih: Warner Bros. Pictures Germany

Copyright 2016 by Volker Schönenberger


Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2016 Warner Bros. Entertainment Inc. / Ratpac-Dune Entertainment LLC and Ratpac Entertainment LLC

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