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Die Nacht der lebenden Toten 1: Vatersünden – Zombies auf dem Friedhof und überall (Comic-Rezension)

05 Apr

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La nuit des morts vivants: les fautes du père

Von Volker Schönenberger

Horror // Ein Geschwisterpaar wird auf dem jährlichen Friedhofsbesuch von einer Zombie-Pandemie überrascht. Bei diesem Plot in Verbindung mit dem Titel denkt man natürlich sofort, es mit einer Comic-Adaption von George A. Romeros Film „Die Nacht der lebenden Toten“ von 1968 zu tun zu haben. Doch damit hat es sich schon mit den Gemeinsamkeiten. Der Dreiteiler vom französischen Autor Jean-Luc Istin und dem italienischen Zeichner Elia Bonetti nutzt die Handlungsprämisse für eine völlig eigenständige Geschichte – gut so.

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Die Apokalypse hat begonnen

Lizbeth ist zwanghaft auf den Tod fixiert – so sehr, dass sie deshalb Sitzungen beim Psychiater absolviert. Am Halloween-Tag verabschiedet sie sich wie in jedem Jahr von ihrem Ehemann und den beiden Kindern, um mit ihrem Bruder Leland das Grab ihrer Adoptiveltern zu besuchen, das sich auf einem abgelegenen Friedhof befindet. Das Unheil braut sich bereits bei ihrer Abfahrt zusammen, doch Leland und Lizbeth bemerken nicht, dass hinter dem Unfall im Rückspiegel mehr steckt, als es den Anschein hat …

Der Schrecken auf dem Friedhof

Nach langer Autofahrt kommen die Geschwister ans Ziel. Auf dem Friedhof wird Lizbeth von einem merkwürdigen Mann attackiert, doch dass mit ihm etwas ganz und gar nicht in Ordnung ist, merken die beiden erst, als Leland dem Kerl mit einem simplen Fausthieb gleich den ganzen Unterkiefer abtrennt. Das Grauen hat begonnen.

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Auf dem Friedhof

Mit der Autofahrt von Leland und Lizbeth wird der Leser gleich sehr schön in die Zombie-Apokalypse eingeführt: Leland wirft eine Kassette mit alten Hits ein, es erklingt „Stairway to Heaven“ von Led Zeppelin, und während die Textzeilen eingeblendet werden und die beiden ahnungslosen Protagonisten übers Land fahren, erfahren wir mit wenigen Bildern vom Ausmaß der Apokalypse – etwa ein Motiv, das den Times Square in New York zeigt, überfüllt mit Untoten. Auch Lizbeths Familie wird unmittelbar ins Unheil geworfen, muss ums Leben laufen – ein Handlungsstrang, der im Wechsel mit den Erlebnissen des Geschwisterpaars gezeigt wird.

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Flucht vor den Untoten

Natürlich ist das nicht unbedingt neu, aber es ist fesselnd erdacht und geschrieben, obendrein gefallen mir die realistischen Zeichnungen mit ihren drastischen Gewaltdarstellungen ausgesprochen gut. Zum Teil ist es bereits winterlich, das verleiht der düster-endzeitlichen Grundstimmung eine passende kalte Atmosphäre.

George Romero würde es gefallen

Der Titel „Die Nacht der lebenden Toten“ ist nicht geschützt (der Film übrigens ebenfalls nicht – er ist urheberrechtsfrei). Es hätte aber gar nicht Not getan, aus Marketing-Gründen auf den Romero-Zug aufzuspringen. Istin und Bonetti haben ein herausragendes und eigenständiges Comic-Epos erschaffen, das Lust auf mehr macht. Theoretisch auf viel mehr, aber angesichts der Endlos-Reihe „The Walking Dead“ ist es auch mal ganz angenehm zu wissen, dass in diesem Fall nach drei Bänden Schluss sein soll. Band zwei ist soeben erschienen, ich werde ihn in Kürze vorstellen. Bleibt zu hoffen, dass der Splitter-Verlag mit dem Abschluss der Trilogie nicht allzu lange wartet.

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Auch Lizbeths Familie kämpft ums Überleben

Der dreiteilige Comic „Die Nacht der lebenden Toten“ bei „Die Nacht der lebenden Texte“:

Band 1: Vatersünden
Band 2: Mandys Dämonen (Rezension folgt in Kürze)
Band 2: NN. (Rezension geplant)

Autor: Jean-Luc Istin
Zeichner: Elia Bonetti
Originaltitel (2014): La nuit des morts vivants: les fautes du père
Deutsche Erstveröffentlichung: 1. April 2015
56 Seiten
Übersetzung: Harald Sachse
Verlag: Splitter Verlag
Preis: 14,80 Euro

Copyright 2016 by Volker Schönenberger
Abbildungen: © 2015 Splitter Verlag

 

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