RSS

Jean-Claude Van Damme (IX): Der Legionär – Vom Boxring in die Uniform

06 Apr

Der_Legionaer-Packshot

Legionnaire

Von Volker Schönenberger

Action-Abenteuer // Zum zweiten Mal nach „Leon“ (1990) schlüpfte Jean-Claude Van Damme 1995 in die Rolle eines Fremdenlegionärs. Doch während er fünf Jahre zuvor als Leon zu Beginn des Films von der berüchtigten Armee desertierte, tritt er als „Der Legionär“ überhaupt erst ein.

Der_Legionaer-5

Alain soll zu Boden gehen

Van Damme spielt den Boxer Alain Lefevre, der im Marseille der 1920er-Jahre viel Geld annimmt, um in einem Kampf auf die Bretter zu gehen. Stattdessen schlägt er seinen Kontrahenten KO und muss vor dem Gangster fliehen, der ihn bestochen hatte. Ein Anwerbeplakat der Fremdenlegion bietet den erwünschten Ausweg. Bald findet er sich in Marokko wieder, wo die Soldaten einem Aufstand der Berber begegnen müssen.

Kampfsport ist Mangelware

Wer Jean-Claude-Van-Damme-Film in erster Linie aufgrund der Kampfsport-Einlagen des belgischen Karatekas schaut, sollte um „Der Legionär“ womöglich einen Bogen machen. Der Boxkampf zu Beginn, dann eine Kantinen-Schlägerei in der Fremdenlegion – das war’s schon, beides nicht übermäßig spektakulär inszeniert. Bei „Der Legionär“ handelt es sich um ein Action-Abenteuer, das zudem das Hohelied von Freundschaft und Loyalität im Angesicht des Todes singt. Alain freundet sich mit drei Legions-Kameraden an: dem schwarzen Amerikaner Luther (Adewale Akinnuoye-Agbaje), dem englischen Spielsüchtigen Mackintosh (Nicholas Farrell) und dem schmächtigen Italiener Guido (Daniel Caltagirone).

Der_Legionaer-2

Der Boxer findet sich in der Fremdenlegion wieder

Van Damme alias Alain darf häufig bedeutungsschwanger ins Leere blicken und über die in Frankreich zurückgelassene Liebste (Ana Sofrenovic) sinnieren. Das kann man durchaus als einigermaßen gelungenen Versuch der Schauspielerei interpretieren. Im letzten Drittel des Films bleibt dazu aber wenig Zeit, da die Angriffe der Berber an Intensität zulegen. „Der Legionär“ mangelt es an inszenatorischer Finesse, aber vielleicht gab die simple Story auch einfach nicht mehr her. Unterhaltsam ist das allemal, ein wenig Melancholie schwingt auch mit – wird dieses sonderbare Konstrukt einer Armee doch im Spielfilm gern mal mystifiziert. Ob da auch nur irgendetwas dran ist – ich will es gar nicht erst herausfinden. Da schau ich doch lieber „Der Legionär“ – oder noch besser: Stan und Ollie „In der Fremdenlegion“.

Der_Legionaer-4

Rast in der Wüste

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Jean-Claude Van Damme sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Veröffentlichung: 21. Oktober 2010 als Blu-ray und DVD

Länge: 98 Min. (Blu-ray), 95 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
Originaltitel: Legionnaire
USA 1998
Regie: Peter MacDonald
Drehbuch: Sheldon Lettich, Rebecca Morrison
Besetzung: Jean-Claude van Damme, Adewale Akinnuoye-Agbaje, Daniel Caltagirone, Steven Berkoff, Nicholas Farrell, Jim Carter, Ana Sofrenovic
Zusatzmaterial: Abtastungsbeispiel „Lowcon vs. Internegativ“, Trailer, Cast & Crew, Produktionsnotizen über die Fremdenlegion, Wendecover
Vertrieb: EuroVideo Medien GmbH

Copyright 2016 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2010 EuroVideo Medien GmbH

Advertisements
 

Schlagwörter: , , , , , , ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: