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Gods of Egypt – In Ägypten nichts Neues

19 Apr

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Gods of Egypt

Kinostart: 21. April 2016

Von Matthias Holm

Fantasy // Das Kinojahr hat in Deutschland eigentlich recht gut begonnen. Wir bekamen die Oscar-Filme wie „The Big Short“ oder „The Revenant – Der Rückkehrer“ nachgereicht, mit „Deadpool“ lief auch schon der erste erfolgreiche und gelungene Superhelden-Blockbuster, und Ausfälle gab es wenige – ja, ich sehe dich an, „Tschiller – Off Duty“. Doch nun schickt sich „Gods of Egypt“ an, die erste richtige Gurke des Jahres zu werden.

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Noch sind Zaya und Bek zusammen

Der Gott Horus (Nikolaj Coster-Waldau, „Game of Thrones“) wurde verraten. Sein Onkel Set (Gerard Butler, „London Has Fallen“) hat während der Krönungszeremonie, bei der Horus zum Gebieter über Ägypten ernannt werden sollte, die Macht an sich gerissen, Horus seine alles sehenden Augen herausgenommen und ihn verbannt. Doch es gibt Hoffnung. Der junge Dieb Bek (Brenton Thwaites, „Oculus – Das Böse ist in dir“) hofft, mit Horus‘ Macht seine große Liebe Zaya (Courtney Eaton, „Mad Max – Fury Road“) aus dem Reich der Toten zurückzuholen. Das kommt Horus recht, mit der Hilfe des Sterblichen möchte er seine Kräfte wiedererlangen und sich an Set rächen.

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Horus sollte eigentlich König werden

Über den Umstand, dass ägyptische Götter und Bewohner fast ausschließlich von westlichen Schauspielern verkörpert werden, soll hier der Mantel des Schweigens gelegt werden – schließlich gibt es so viel, was an diesem Film zusätzlich nicht stimmt.

Story? Kennt man schon

Da ist zum einen die Geschichte. Von vornherein sind sämtliche Wendungen so vorhersehbar, dass es beinahe lächerlich ist. Nun bin ich ein Fan von Superheldenfilmen, die haben bekanntlich auch nicht die herausragendsten Storys. Bei „Gods of Egypt“ wird aber nicht einmal versucht, diese Schwächen zu kaschieren, sie werden beinahe provokant, mit breiter Brust vorgetragen. Da wird der von Rache getriebene, verlogene Held am Ende geläutert, was dazu führt, dass er seine verlorenen Kräfte zurückerlangt. Der Bösewicht hingegen schickt den Protagonisten seine Schergen hinterher, die natürlich besiegt werden. Dann schickt der Bösewicht mächtigere Schergen, die sich um die Bedrohung kümmern sollen – es bleibt schleierhaft, warum er das nicht von Anfang an macht.

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Die Ägypter leben in Angst vor …

Auch die Regeln der Welt sind einfach nicht kohärent gehalten. Am schlimmsten ist dies bei der berühmten Sphinx. Auch bei „Gods of Egypt“ ist es so, dass bei einer falschen Antwort auf ihr Rätsel der Ratende gefressen wird – oder es sollte so sein. Der Gott der Weisheit, Thoth (Chadwick Boseman), der für seine kurze Leinwandzeit zum spaßigen Sidekick degradiert wird, rät einfach munter drauflos, bis er die Lösung hat. Ein weiteres Beispiel ist das Ziel von Set – er will unsterblich werden. Dass Götter nicht unsterblich sind kann ich als Prämisse noch akzeptieren. Warum aber am Ende alle getöteten Götter mit Ausnahme von Horus‘ Eltern auferstehen, wird in einem lapidaren Halbsatz erwähnt – schließlich müssen zum Happy End alle versammelt sein.

Computertricks wie aus einem alten Videospiel

Des Weiteren sieht der Film schlicht grausig aus. Sämtliche Schauplätze, zwischen denen ohne Sinn einfach gewechselt wird, scheinen aus den Computer zu stammen, was den Film enorm leblos erscheinen lässt. Und selbst bei den Computereffekten scheinen sich die Macher nicht allzu viel Mühe gegeben haben. Während manche Sachen annehmbar aussehen, wie beispielweise die Transformationen der Götter oder die Größenunterschiede zu den Menschen, wirken andere Dinge plötzlich wie aus einem Videospiel – von vor zehn Jahren. Wenn man schon eine CGI-Schlacht produziert, dann sollte sie wenigstens hübsch anzusehen sein.

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… Set, der über alles herrschen will

Hinzu kommt, dass man viele, wenn nicht sogar alle Elemente bereits kennt. Im Finale gibt es beispielsweise eine Szene, die frappierend einem Abschnitt aus dem Spiel „God of War 3“ gleicht. Gerard Butlers Figur wird sogar gefragt, ob das nicht alles Wahnsinn sei, was er veranstalte – ob gewollt oder nicht, diese „300“-Anspielung hilft dem Film in keiner Weise.

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Hathor verdreht den Göttern den Kopf

Ja, dieser Film ist schlechter als der anfangs erwähnte „Tschiller – Off Duty“. Auch wenn es ein paar positive Dinge gibt, wie beispielsweise Gerard Butlers Charisma und oder ein bis zwei doch hübsch anzusehende Bilder, ist „Gods of Egypt“ ein Reinfall. So sieht seelenloses, langweiliges Blockbuster-Kino aus. Enttäuschend von einem Regisseur, der immerhin die visionären „The Crow – Die Krähe“ (1994) und „Dark City“ (1998) inszeniert hat – lang ist’s her.

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Zaya in der Unterwelt

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Alex Proyas sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme mit Rufus Sewell in der Rubrik Schauspieler.

Länge: 136 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: Gods of Egypt
USA/AUS 2016
Regie: Alex Proyas
Drehbuch: Matt Sazama, Burk Sharpless
Besetzung: Gerard Butler, Nikolaj Coster-Waldau, Brenton Thwaites, Courtney Eaton, Elodie Yung, Geoffrey Rush, Bryan Brown, Emma Booth, Chadwick Boseman, Rufus Sewell
Verleih: Concorde Filmverleih GmbH

Copyright 2016 by Matthias Holm

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2016 Concorde Filmverleih GmbH

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Ein Kommentar

Verfasst von - 2016/04/19 in Film, Kino, Rezensionen

 

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Eine Antwort zu “Gods of Egypt – In Ägypten nichts Neues

  1. Kay Sokolowsky

    2016/04/19 at 15:49

    Ausgezeichneter Abratschlag – danke, Matthias!
    Bei den Drehbuchsitzungen dieses Films hätte einer heimlich mitschneiden sollen … Das würde einem viel über das Kotzbuster-Kino und seine Abhängigkeit vom Marketing verraten. Wollen Sie das übernehmen, Mr. Assange?

     

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