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The First Avenger – Civil War: Blockbuster des Jahres?

25 Apr

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Captain America – Civil War

Kinostart: 28. April 2016

Von Matthias Holm

Fantasy-Action // Auch wenn ich „Avengers – Age of Ultron“ nach wie vor für einen guten Film halte – nach dem zweiten Aufeinandertreffen der Avengers wurden die Stimmen laut, Joss Whedon habe den Großteil seines Pulvers bereits im ersten Teil verschossen. Dennoch war die Überraschung groß, als Marvel nach der Vergabe des „Civil War“-Regiestuhls an die Russo-Brüder ankündigte, die beiden würden auch bei den vorerst abschließenden Filmen der Rächer Regie führen – der „Infinity War“ wird nach bewährtem Hollywood-Muster 2018 und 2019 in zwei Teilen ins Kino kommen. Diese Entscheidung ist unterm Strich allerdings logisch – schließlich inszenierte das Duo mit dem zweiten Captain-America-Film „The Return of the First Avenger“ einen der besten Filme aus dem gesamten Franchise.

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Team Cap gegen …

Und dann kam auch noch die Ankündigung, mit dem dritten Abenteuer des patriotischsten aller Helden würden die Brüder eine der berühmtesten Story-Linien der jüngeren Comic-Geschichte aufgreifen: den „Civil War“. Würden es die aus dem TV-Comedy-Fach kommenden Russos schaffen, ein solch riesiges Ensemble an Figuren zu führen, wie es sich im Marvel-Bürgerkrieg tummelt? Kann ihr Film überhaupt dem ursprünglichen „Civil War“ gerecht werden?

Müssen die Avengers kontrolliert werden?

Nach einem Einsatz in Lagos stehen die von Captain America Steve Rogers (Chris Evans) geführten Avengers unter enormen Druck. Es kam zu heftigen Kollateralschäden, bei denen auch Diplomaten ihr Leben verloren. Die UN in Gestalt von General Ross (William Hurt) tritt an die Rächer heran. Sie sollen von nun an nicht mehr privat geführt, sondern von den Regierungen der Welt reguliert werden. Kein eigenmächtiges Handeln mehr also. Rogers sieht darin einen Verlust der Freiheit, die die Avengers ausmachen. Doch andere Mitglieder der Rächer sehen in dieser Regulierung eine Möglichkeit, weitere Tote bei ihren Einsätzen zu verhindern, darunter auch Tony Stark (Robert Downey Jr.). Während sich die Superhelden streiten, verrichtet im Hintergrund ein gewisser Zemo (Daniel Brühl) sein Werk.

Es ist Zeit für alle da

Eine einzelne Inhaltsangabe kann nur schwer dem kompletten Spektrum gerecht werden, welches der Film öffnet. Es gibt so viele Figuren, so viele Motivationen, dass der Zuschauer leicht den Überblick verlieren könnte. Doch zum Glück geben die Drehbuchautoren Christopher Markus und Stephen McFeely sowie die Russo-Brüder fast jeder Figur die Zeit auf dem Bildschirm, die sie verdient. Seien es die beiden Alpha-Streithähne Steve Rogers und Tony Stark, seien es erst vor kurzem bekannt gewordene Figuren wie Vision (Paul Bettany) und Ant-Man (Paul Rudd), seien es mit Black Panther (Chadwick Boseman) und Spider-Man (Tom Holland) komplett neue Figuren im Marvel Cinematic Universe, zu denen wir nichts weiter verraten werden, um Spoiler zu vermeiden – niemand von den Haupthelden wird benachteiligt. Ausgenommen sind natürlich diejenigen, die aufgrund von Ereignissen in den vorangegangenen Filmen nicht vor Ort sein können, wie beispielsweise Thor.

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… Team Iron Man

Hierbei tut sich allerdings ein kleines Problem auf – die Nebenfiguren werden bei der schieren Masse an Heldenpower fast vollständig zu Stichwortgebern degradiert. William Hurt und Marvel-Neuling Martin Freeman haben einfach nicht genügend Zeit, um Akzente zu setzen. Immerhin gibt es mit Agent 13 alias Sharon Carter (Emily VanCamp) eine Nebenfigur, die den Protagonisten etwas mehr hilft. Dass sämtliche Schauspielerinnen und Schauspieler ansonsten auf dem für dieses Genre höchsten Level agieren, sollte bei einer Produktion dieser Größenordnung klar sein. Trotzdem möchte ich einen besonders hervorheben – Daniel Brühl.

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Falcon sondiert die Lage

Der Deutsche bekommt mit Zemo eine Figur auf den Leib geschnitten, die nach Loki endlich wieder einen wirklich interessanten Marvel-Antagonisten darstellt. Zemo war in keinen bisherigen Trailer zu sehen und das ist gut so. Jede seiner Szenen trägt ein gewisses Gewicht, auch weil man bis zum Schlussakt nicht weiß, worin letzten Endes seine Motive bestehen.

Comic-Elemente

Kommen wir zur Einbindung des Comics. Es ist für mich das erste Mal, dass ich eine Geschichte gelesen habe, bevor sie als Film auf die Leinwand kam. Und das ist eine interessante Erfahrung gewesen, denn viel ist vom ursprünglichen „Civil War“ nicht übrig geblieben. Es werden bestimmte Elemente verwendet, aber Gefängnisse in anderen Dimensionen oder ein mechanischer Klon von Thor hätten einfach nicht ins Kino-Universum gepasst.

Das mag den einen oder anderen Hardcore-Comicfan nerven – aber im originalen „Age of Ultron“ gab es beispielsweise auch Zeitreisen, die es nicht in den Film geschafft haben. Zur Versöhnung gibt es immer wieder kleine Hinweise, die wohl nur Comic-Leser verstehen können – sei es die Beziehung von Vision und Wanda Maximoff (Elizabeth Olsen) oder aber ein bestimmtes Experiment von „Ant-Man“ Scott Lang. Ohnehin muss sich der Film nicht an dem Comic messen lassen, beide Kriege können parallel zueinander existieren.

Marvel vs. DC – Movie War

Darüber hinaus ist „The First Avenger – Civil War“ einfach gut erzählt. Zack Snyder zeigte kürzlich mit „Batman v Superman – Dawn of Justice“ zwar beeindruckende Bilder, bekam aber mit seiner DC-Comic-Adaption kein erzählerisches Gleichgewicht hin, geschweige denn überhaupt eine Art von Erzählung. Die Russo-Brüder balancieren ihre Action- und ihre Story-Parts perfekt aus, sodass nichts zu kurz kommt. Denn auch wenn sich die Superhelden ordentlich auf die Kauleiste hauen dürfen, alle Figuren machen eine realistische Entwicklung durch.

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Welchen Plan verfolgt der Black Panther?

Realistisch ist ein gutes Stichwort: Wie bereits in „The Return of the First Avenger“ setzen die Regisseure auf einen geerdeten Stil. Es gibt nicht viele bunte Farbkleckse, die Farbpalette ist eher grau gehalten. Das liegt auch daran, dass an Originalschauplätzen gedreht wurde – und Berlin, Leipzig und Bukarest sind eben nicht so farbenfroh wie Lagos.

Nur bei der Action mussten sich die Russos etwas umstellen. Immerhin haben sie mit Vision, Iron Man, Wanda Maximoff und einigen anderen Protagonisten Figuren, die mehr können als nur gut kämpfen. Auch ihre Kräfte werden eindrucksvoll in Szene gesetzt. Die Action-Sequenzen sind eine weitere große Stärke des Films, auch wenn bei einigen Einstellungen die Kamera für meinen Geschmack zu viel gewackelt hat. Jede einzelne Szene ist herausragend choreografiert, die Kämpfe sind stets übersichtlich und – mit am wichtigsten – man fiebert mit jeder Figur mit.

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Wer schlägt als Erster zu?

Genau das hat „Civil War“ dem bereits erwähnten Konkurrenten von DC voraus, der ja eine durchaus ähnlich gelagerte Story zu erzählen versuchte. Ich wollte immer sehen, was gerade am anderen Ende des Geschehens passiert, wie es wohl um eine andere Figur steht und wer gerade einstecken muss. Ein größeres Kompliment kann man einem Action-Film wohl nicht machen.

Bester Superheldenfilm des Jahres

Damit beantwortet sich auch die zuerst gestellte Frage: Jawohl, die Russos können ein großes Ensemble an Figuren leiten, ohne den Überblick zu verlieren. Wir dürfen uns also auf die nächsten Avengers-Filme freuen. „The First Avenger – Civil War“ hat in seinem Genre bisher keinen Konkurrenten in diesem Jahr – meinen Standpunkt zu „Batman v. Superman“ habe ich klargemacht und obwohl mir „Deadpool“ sehr gefallen hat, war auch der Söldner mit der großen Klappe in seiner Geschichte zu zahm. Und es sollte mit dem Teufel zugehen, sollte dieser Film nicht der Blockbuster des Jahres werden.

Eine Frage aber muss man am Ende stellen: Was hat die deutsche Polizei in Bukarest verloren?

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Spider-Man tut, was eine Spinne tun muss

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Scarlett Johansson sind in unserer Rubrik Schauspielerinnen aufgelistet, Filme mit Jeremy Renner in der Rubrik Schauspieler.

Länge: 147 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: Captain America – Civil War
USA 2016
Regie: Anthony Russo, Joe Russo
Drehbuch: Christopher Markus, Stephen McFeely, nach einem Comic von Mark Millar
Besetzung: Chris Evans, Robert Downey Jr., Anthony Mackie, Sebastian Stan, Scarlett Johansson, Don Cheadle, Chadwick Boseman, Paul Bettany, Elizabeth Olsen, Daniel Brühl, Jeremy Renner, Martin Freeman, William Hurt, Elizabeth Olsen, Paul Rudd, Tom Holland, Emily VanCamp
Verleih: Walt Disney Studios Motion Picture Germany

Copyright 2016 by Matthias Holm

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2016 Disney/Marvel

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