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American Horror Story – Freak Show: Lahmer Budenzauber

08 Mai

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American Horror Story – Freak Show

Von Matthias Holm

Horror-Serie // Seit fünf Jahren verstören uns Ryan Murphy und Brad Falchuck immer wieder mit ihrer Horror-Serie „American Horror Story“. Doch bereits in der zweiten Staffel „Asylum“ zeigten sich diverse Schwächen, vor allem in der Art, wie die staffelübergreifende Geschichte erzählt wurde. Dieses Problem stellt sich in einer noch schlimmeren Form auch in der vierten Staffel „Freak Show“ ein.

Die Freak Show ist in der Stadt

Florida, 1952: Elsa Mars (Jessica Lange) ist mit ihrer Show voll mit menschlichen Kuriositäten gerade in Jupiter angekommen, da erschüttert eine brutale Mordserie die Kleinstadt. Wer da verdächtigt wird, ist klar, schließlich ist das Misstrauen gegenüber Frauen mit Bärten und Männern mit zusammengewachsenen Fingern groß. Dazu kommt, dass die siamesischen Zwillinge Bette und Dot (Sarah Paulson) als Neuzugang in die Freak Show kommen und das dortige Leben gehörig auf den Kopf stellen.

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Der „Lobster Boy“ Jimmy

Es ist schon erstaunlich, was für einen Cast die Serie inzwischen angesammelt hat: Jessica Lange, Kathy Bates, Michael Chikilis, Emma Roberts, Evan Peters – alles große Namen. Da wundert es nicht, dass sich auch Gaststars wie Matt Bomer, Wes Bentley und Neil Patrick Harris die Klinke in die Hand drücken. Die Hauptdarsteller profitieren davon, dass „Freak Show“ allen Figuren genügend Zeit gibt, ihre Gefühle auszudrücken. Allerdings ist das kein Gewinn für die „Freak Show“.

Keine Identifikationsfiguren

Denn die Figuren, die sich durch dieses Serienuniversum bewegen, lassen einen allesamt kalt. Ihre Schicksale sind dem Zuschauer egal, vor allem, da es keine echten Sympathieträger gibt. Alle Figuren sind entweder völlig verrückt oder haben Eigenschaften, die sie ziemlich ätzend dastehen lassen. Am ehesten kann man sich noch mit dem von Evan Peters verkörperten Jimmy identifizieren, doch auch er verhält sich an vielen Stellen einfach nur dumm.

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„Strong Man“ Dell

Ein weiteres Manko ist die Geschwindigkeit der Erzählung. Alles wirkt enorm getragen, Ereignisse wie Entführungen und Befreiungen kommen immer wieder vor, ohne sich nachhaltig auszuwirken. Das bremst die Staffel enorm aus und raubt ihr einiges an Spannung. Auch die eingestreuten Gesangseinlagen sind viel zu häufig, außer einer von Jimmy vorgetragenen Version des Nirvana-Klassikers „Come As You Are“ bleibt nichts hängen.

Schräge Bilder ohne Überraschung

Was Murphy und Falchuk aber nicht verlernt haben, sind drastische, extreme Bilder. Sei es ein Clown ohne Unterkiefer oder extreme Morde – die 18er-Freigabe für Freak Show ist vollkommen gerechtfertigt. Aber auch hier hatte beispielsweise die erste Staffel einfach mehr Momente, die nachträglich im Kopf bleiben. Der Überraschungseffekt, solch harte Bilder in einer Fernsehserie zu sehen, ist verflogen, inzwischen erwartet man dieses Grauen von American Horror Story.

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Der Rest der Freak Show

„Freak Show“ ist dennoch nicht schlecht. Allerdings hätte man aus dem interessanten Konzept und Setting einfach viel mehr herausholen können, hätte man seinen Fokus auf die Stärken der Serie gesetzt. Dennoch bin ich für die fünfte Staffel „Hotel“ zuversichtlich – da fehlt mir die Sichtung noch. Und sei es nur für einige verstörende Aufnahmen von Lady Gaga.

Veröffentlichung: 07. April 2016 als Blu-ray und DVD

Länge: 600 Min. (Blu-ray), 660 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch
Originaltitel: American Horror Story – Freak Show
USA 2015
Regie: diverse
Idee: Ryan Murphy, Brad Falchuk
Besetzung: Jessica Lange, Sarah Paulson, Evan Peters, Kathy Bates, Michael Chikilis, Frances Conroy, Emma Roberts, Finn Wittrock, Angela Basset
Zusatzmaterial: Ein Blick in das Zelt, Zwei Köpfe sind besser als einer, Hinter der Maske des Terrors, Das Spektrum von Edward Mordrake, Außergewöhnliche Artisten, Hollywood Freak Show Season 4 Premiere
Vertrieb: Twentieth Century Fox Home Entertainment

Copyright 2016 by Matthias Holm
Fotos & Packshot: © 2016 Twentieth Century Fox Home Entertainment

 
 

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Eine Antwort zu “American Horror Story – Freak Show: Lahmer Budenzauber

  1. Marco

    2016/05/09 at 10:23

    Die vierte ging noch. HOTEL lässt diese Sachen mit roter Faden, Kohärenz oder Identifikationsfiguren jetzt komplett bleiben. Die hab ich abgebrochen, weil kein Ereignis irgendwelche Auswirkungen hat, die Figuren einem fremd bleiben, und es keinerlei folgenübergreifende Handlung mehr gibt, nur noch selbst untereinander völlig irrelevante Einzelszenen…

     

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