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X-Men – Apocalypse: Staub zu Staub

19 Mai

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X-Men – Apocalypse

Kinostart: 19. Mai 2016

Von Anja Rohde

Fantasy-Action // Apocalypse (Oscar Isaac) ist der erste Mutant auf Erden. Dank seiner diversen übernatürlichen Kräfte kann er einfach alles, hält sich daher für einen Gott und wird von der Menschheit auch als solcher verehrt. Blöderweise geht bei einem Ritual in der Antike etwas schief, Apocalypse wird verschüttet und wacht erst in den 1980er-Jahren wieder auf.

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Apocalypse räumt auf

Schon die Zeitreise, durch die uns der Vorspann schickt, ist eine Wucht. Wir düsen aus Apocalypses Pyramide an Jesus und diversen Kriegen vorbei ins 20. Jahrhundert, wo wir Zeugen des ersten Rundgangs des ehemaligen Gottes werden, der natürlich extrem enttäuscht darüber ist, was aus seiner Welt geworden ist. So hatte er sich das nicht vorgestellt! Nachdem er sich schnell durch Handauflegen auf einen Fernsehapparat das Wissen der letzten paar tausend Jahre angeeignet hat, beschließt er, die korrekte Weltordnung wiederherzustellen. Seine Idee: Nur die Starken überleben, alles Schwache muss ausgerottet werden, egal ob Mensch oder Mutant. Er sammelt vier apokalyptische Mitstreiter und beginnt mit der Arbeit.

Alte Bekannte – junge Gesichter

„X-Men – Apocalypse“ bildet als Fortsetzung zu „X-Men – Zukunft ist Vergangenheit“ (2014) den dritten Teil der zweiten X-Men-Trilogie. Für Chronisten wird es im X-Men-Universum immer komplizierter, hatte es doch in „Zukunft ist Vergangenheit“ eine Zeitreise gegeben, die große Teile der ersten Trilogie obsolet gemacht hatte. Oder doch nicht? In „Apocalypse“ treffen wir jedenfalls auf junge Versionen altbekannter Mutanten, die sich entweder irgendwo auf der Welt verstecken, weil das Mutantendasein eben doch nicht ganz so rosig ist, wie es das Ende des vorherigen Films vorgaukelte, oder die in „Xaviers Institut für begabte Jugendliche“ wohnen und lernen.

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Magneto hilft ihm

Dort treffen sich zum Beispiel Cyclops und Jean Grey zum ersten Mal. Cyclops (Tye Sheridan) ist erstmal nur der Teenager Scott, der Augenschmerzen bekommt – kein Wunder, stellt er doch kurz darauf fest, dass er zerstörerische Strahlen aus seinen Augen schießen kann. Schnell ab mit ihm in Xaviers Schule und eine Brille verpasst, die das Schlimmste verhindert! Wer James Marsden noch aus der ersten Trilogie in Erinnerung hat, kann sich Sheridan durchaus als junge Fassung des coolen, aber auch schwierigen Mutanten vorstellen.

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Die Guten: Xavier und seine Crew

Nicht ganz so gut klappt das mit Sophie Turner („Game of Thrones“), die die Rolle der seinerzeit von der anbetungswürdigen Famke Janssen gespielten Jean Grey übernimmt. Allerdings ist die junge Jean der 80er-Jahre eben noch nicht selbstsicher und stark, sondern hadert mit ihrem Schicksal, telepathische und telekinetische Fähigkeiten zu haben. So richtig viele Freunde macht man sich damit nämlich nicht.

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Jean weiß, was du denkst

Aus den Vorgängerfilmen kennen wir bereits Professor Charles Xavier (James McAvoy), der mit einer deutlich positiveren Weltsicht als zuvor seine kreative Schule leitet, und Erik Lehnsherr / Magneto (Michael Fassbender), dem diesmal extrem übel mitgespielt wird und dessen Entscheidung für die dunkle Seite der Macht daher nachvollziehbar ist. Neben der Rückkehr von Raven / Mystique (Jennifer Lawrence) und Hank McCoy / Beast (Nicholas Hoult) erfreut vor allem Quicksilvers (Evan Peters) Einsatz mit der wohl schönsten Sequenz des ganzen Films. Quicksilver nutzt einmal mehr seine extreme Geschwindigkeit – in diesem Fall, um alle Schülerinnen und Schüler aus Xaviers Institut vor einem Angriff zu retten. Wie schon im Vorgängerfilm sehen wir die Geschehnisse in Quicksilvers Tempo – alles rundherum passiert extrem langsam, sodass er alle Zeit der Welt zu haben scheint, die Dinge ins rechte Bild zu rücken, inklusive Biss in eine Pizza und anderer kleiner Gags. Und das zu den Klängen von Eurythmics‘ „Sweet Dreams (Are Made of This)“ – schließlich befinden wir uns in den Achtzigern!

Mutant sein – ja bitte! Aber welcher?

Ich überlege bei den X-Men-Filmen ja immer, welcher mein Lieblingsmutant ist und welche Mutationen ich gern hätte. Wie Leserinnen und Leser meiner Rezensionen vielleicht schon bemerkt haben, lasse ich mich leicht in Fantasiewelten hineinziehen, mal möchte ich Vampir sein, mal Mutantin. Die Idee, dass es auf der Welt nicht nur sterbliche Normalos gibt, gefällt mir einfach – und die Welt der X-Men fasziniert natürlich ganz besonders, da es so viele verschiedene Möglichkeiten gibt, anders zu sein.

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Scott: Besser, er lässt die Brille auf

Ich hätte wohl schon am liebsten solche überragenden Gedankenfähigkeiten wie Jean oder Xavier. Aber am schönsten anzusehen sind definitiv Quicksilvers Geschwindigkeitsrekorde. Also würde ich ihn hier schon gern zum Lieblingsmutanten erklären – wäre da nicht ein kleiner, aber durchschlagender Auftritt von … Hach!

Der dritte Teil ist immer der schlechteste?

„X-Men – Apocalypse“ kommt nicht in allen Kritiken gut weg. Ich finde ihn toll. Bin ich zu einfach zu kriegen? Hier und da wird bemängelt, es seien zu viele Personen beteiligt. In der Tat sind einige Handlungsstränge zusammenzuführen, das klappt aber stimmig, und es bleibt durchaus Zeit für einzelne Charakterstudien. Die schauspielerische Leistung? Keine großen Ausfälle! Die kleineren Rollen müssen in einem Actionfilm nicht von hochkarätigen Method Actors gespielt werden, die Hauptrollen sind aber hervorragend besetzt. Eventuell müssten die bösen Helden nicht mehrere Szenen lang beratend in einer Steinlandschaft herumstehen, aber darüber kann man hinwegsehen. Zu wenig Action? Von wegen! Städte werden zu Staub, aus dem Staub entsteht Neues, Metall fliegt durch die Luft – da lohnt sich die 3D-Version! Witz und Drama sind gleichermaßen vertreten, wechseln sogar in knackiger Abfolge. Hat man sich gerade erst an Quicksilvers Aufräumsequenz ergötzt, folgt Trauer auf dem Fuße. Wem das alles nicht gefällt, der kann sich den Film zumindest deswegen ansehen, weil er erfährt, wie Xavier zum Glatzkopf wird.

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Einer von mehreren blauen Mutanten: Nightcrawler

„Well, at least we can all agree, the third one is always the worst“, sagt Jean, nachdem sie mit einigen Schulfreunden „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ gesehen hat. Das ist erstens lustig im dritten Teil einer Filmreihe, und zweitens für die X-Men nicht zutreffend. Der nächste X-Men-Film wird laut Drehbuchautor Simon Kinberg zehn Jahre nach „X-Men – Apocalypse“ spielen – aber hoffentlich nicht erst erscheinen!

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Fürs Finale gibt’s sogar Uniformen: Raven und Quicksilver

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Michael Fassbender, Oscar Isaac, Hugh Jackman und/oder James McAvoy sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet, Filme mit Jennifer Lawrence in der Rubrik Schauspielerinnen.

Länge: 144 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: X-Men – Apocalypse
USA 2016
Regie: Bryan Singer
Drehbuch: Simon Kinberg
Besetzung: James McAvoy, Michael Fassbender, Jennifer Lawrence, Oscar Isaac, Nicholas Hoult, Rose Byrne, Evan Peters, Sophie Turner, Kodi Smit-McPhee, Tye Sheridan, Olivia Munn, Alexandra Shipp, Lucas Till, Josh Helman, Lana Condor, Ben Hardy, Hugh Jackman
Verleih: Twentieth Century Fox

Copyright 2016 by Anja Rohde

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2016 Twentieth Century Fox

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