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Miss Hokusai – Kunstvoller Film über Künstler

14 Jun

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Sarusuberi – Miss Hokusai

Kinostart: 16. Juni 2016

Von Matthias Holm

Anime-Drama // Es ist immer etwas Besonderes, wenn Animes hierzulande in die Kinos kommen. Bei den Produktionen von Studio Ghibli ist das zwar in der Regel der Fall, „Erinnerungen an Marnie“ zum Beispiel wurde in manchen Großstädten aber auch nur eine Woche lang gezeigt. Umso überraschender, dass der Verleih AV Visionen nun mit „Miss Hokusai“ einen Animationsfilm aus Japan auf die große Leinwand bringt – wenn auch während der Fußball-EM, erfahrungsgemäß eine besucherschwache Zeit.

Maler und nichts anderes

1814 lebt die junge O-Ei in Edo, der damaligen Hauptstadt Japans. Dort hilft sie ihrem Vater Tetsuzo bei dessen Malerei. Tetsuzo hat sich unter dem Namen Hokusai einen hervorragenden Ruf erarbeitet, sodass einige Männer von ihm die Kunst der Malerei lernen wollen. Andere Interessen hat Hokusai allerdings nicht, auch seine Töchter sind ihm egal. So beschließt O-Ei eines Tages, selbst mit der Malerei zu beginnen.

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O-Ei schlägt sich mit …

Diese Zusammenfassung umreißt nur grob das Geschehen, das uns Regisseur Keiichi Hara präsentiert. Während der Zuschauer O-Ei über einen längeren Zeitraum begleitet, werden viele Themen angerissen, etwa die Macht eines Malers über die Betrachter der Gemälde sowie persönliche Erfahrungen, die in ein Bild einfließen. Dabei wird Hokusai als Maler dargestellt, der alle Aspekte seines Schaffens gut erfassen kann, über seine Kunst-Besessenheit allerdings seine Familie verliert.

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… ihrem Vater durchs Leben

O-Ei hingegen liegt etwas an ihrer Familie, und so kümmert sie sich aufopferungsvoll um ihre blinde Schwester O-Nao. Dies sind die stärksten Szenen des Films, da Hara sie ruhig, aber enorm kraftvoll und emotional inszeniert. In einer dieser Szenen wird zudem deutlich, dass die Werke von Hokusai immer wieder Einfluss auf den Film nehmen. Während O-Ei und O-Nao mit einem Schiff fahren, kommt ihnen eine riesige Welle entgegen, woraus sich vor den Augen der Zuschauer das berühmteste Gemälde Hokusais herausbildet: „Die große Welle vor Kanagawa“.

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Das große Meisterwerk

Während der Zuschauer die verschiedenen Wendungen in O-Eis Leben verfolgt, merkt er gar nicht, wie die Zeit vergeht, die Laufzeit von 89 Minuten geht schnell herum. „Miss Hokusai“ ist ein Film, der sich mit Gemälden als Kunst auseinandersetzt und dabei selbst hervorragend aussieht. Lediglich der Soundtrack wird womöglich kontrovers aufgenommen werden, kann er sich doch nicht entscheiden, ob er traditionelle japanische Klänge nutzt oder – etwa zu Beginn – auf moderne Musik setzt. Dies ist allerdings der einzige Kritikpunkt – viel besser hätte es das Studio Ghibli nicht machen können.

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O-Ei kümmert sich um O-Nao

Länge: 89 Min.
Altersfreigabe: FSK 6
Originaltitel: Sarusuberi – Miss Hokusai
JAP 2015
Regie: Keiichi Hara
Drehbuch: Miho Maruo, nach dem Manga „Sarusuberi“ von Hinako Sugiura
Verleih: AV Visionen GmbH

Copyright 2016 by Matthias Holm

Filmplakate, Szenenbilder & Trailer: © 2014-2015 Hinako Sugiura•MS.HS / Sarusuberi Film Partners

 

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