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The Kingdom of Dreams and Madness – Studio Ghibli von innen

25 Jun

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Yume to kyôki no ôkoku

Von Matthias Holm

Dokumentation // Es ist immer noch schwer zu glauben, dass mit „Erinnerungen an Marnie“ für lange Zeit erst einmal der letzte Film aus dem traditionsreichen Studio Ghibli bereits in den hiesigen Regalen steht. Für die Fans gibt es nun aber Nachschub in Form der Dokumentation „The Kingdom of Dreams and Madness“.

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Hier entstehen Meisterwerke

Der Film verfolgt die Zeit während der Produktion von Hayao Miyazakis letztem Film „Wie der Wind sich hebt“. Es gibt Einblicke in das Leben der wichtigsten Mitarbeiter, wir bekommen von ihnen Kommentare zu etlichen Themen. Leider konzentriert sich Regisseurin Mami Sunada dabei sehr auf ihre Protagonisten – vom eigentlichen Arbeitsprozess der Entstehung eines Anime-Films bekommt man nur rudimentär etwas mit.

Hayao Miyazaki – ein sympathischer Pessimist

Interessant sind die Aussagen vom Meister Hayao Miyazaki persönlich. Während des Films bekommt man den Eindruck, der Kopf hinter Filmen wie „Prinzessin Mononoke“ sei – bei aller Sympathie – ein Pessimist, wenn er zum Beispiel über die Nachwirkungen des Tōhoku-Erdbebens 2011 und der damit einhergehenden Nuklearkatastrophe von Fukushima redet. An einer Stelle erwähnt er gar, er sei ein überholtes Model – Miyazaki mag das 21. Jahrhundert nicht, er ist ein Mann des 20. Jahrhunderts.

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Die Morgengymnastik darf nicht fehlen

Immer wieder gibt es schöne Momente zu beobachten. Am spaßigsten ist es, wenn bei einer Sitzung über die Stimme der Hauptfigur aus „Wie der Wind sich hebt“ diskutiert wird – und man eher zufällig auf „Evangelion“-Macher Hideaki Ano kommt. Oder aber die Auftritte der Studiokatze, die von allen Mitarbeitern stets gestreichelt wird und sich überall im Gebäude aufhalten darf.

Doku ohne Synchronfassung

Dabei ist vor allem der Schnitt bemerkenswert. Sunada präsentiert ihre Bilder bedächtig und ruhig, schafft es aber, durch kleinere Spielereien, wie das Zusammenschneiden gegensätzlicher Sequenzen, jederzeit einen hohen Unterhaltungsfaktor zu wahren. So liefert sie einen besseren Film ab als der ähnlich gelagerte „Jiro und das beste Sushi der Welt“. Einziger Wermutstropfen der Veröffentlichung: Der Film ist nicht synchronisiert worden, des Japanischen unkundige Zuschauer müssen auf die deutschen Untertitel zugreifen. „The Kingdom of Dreams and Madness“ ist zwar kein Ersatz für einen neuen Animationsfilm von Ghibli, bietet aber gute und aufschlussreiche Unterhaltung.

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Nach Fertigstellung eines Films knallen die Korken

Veröffentlichung: 27. Mai 2016 als Blu-ray und DVD

Länge: 118 Min. (Blu-ray), 113 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK freigegeben ohne Altersbeschränkung
Sprachfassungen: Japanisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Yume to kyôki no ôkoku
JAP 2013
Regie: Mami Sunada
Drehbuch: Mami Sunada
Zusatzmaterial: Kurzfilm, Ushiko erkundet! Nur Blu-ray: 4-seitiges Coverpack, Schuber
Vertrieb: Universum Film

Copyright 2016 by Matthias Holm

Fotos, Packshot & Trailer: © 2016 Universum Film

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