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Clint Eastwood (XIV): Stoßtrupp Gold – Lustige Raubritter im GI-Dress

26 Jun

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Kelly’s Heroes

Von Volker Schönenberger

Kriegs-Action // Düstere Dramen mit bitterer Antikriegsbotschaft – das sind wichtige Filme. Es spricht aber überhaupt nichts dagegen, einfach mal der Lust an einem zünftigen Action-Abenteuer zu frönen. „Stroßtrupp Gold“ ist dafür nicht der schlechteste Kandidat. Die locker-flockigen mehrstimmigen Hippie-Klänge von „Burning Bridges“ von The Mike Curb Congregation geben gleich zu Beginn den Ton vor: Leichtigkeit ist Trumpf.

Goldbarren für 16 Millionen Dollar

Der Osten Frankreich im Zweiten Weltkrieg, irgendwann nach der Invasion: Ein von Private Kelly (Clint Eastwood) geführter Trupp von GIs hat einen Nazi-Offizier gefangen und entführt ihn mitten durch die deutschen Truppen. Mit einer guten Portion Brandy entlockt Kelly dem Wehrmachts-Soldaten ein wertvolles Geheimnis: In einer Bank 30 Meilen hinter dem Frontverlauf lagern 14.000 Goldbarren. Wert: etwa 16 Millionen Dollar.

Kelly stellt einen Trupp zusammen, mit dem er sich den Schatz einverleiben will – in die eigenen Taschen, versteht sich. Seit er nach einem missglückten Kampfeinsatz zum Sündenbock gemacht wurde und seinen Rang als Lieutenant verlor, ist er in erster Linie auf seinen eigenen Vorteil bedacht. Den korrupten Nachschuboffizier „Speckbacke“ (Original: Crapgame, Don Rickles) hat er schnell für seinen Plan gewonnen. Der skurrile Panzerkommandant „Spinner“ (Oddball, Donald Sutherland) steuert drei versprengte Sherman-Panzer inklusive Besatzung bei. Schließlich erklärt sich auch der skeptische Master Sergeant Big Joe (Telly Savalas) bereit, an dem Coup mitzuwirken. Der Raubzug wird den Kriegsschauplatz gehörig durcheinanderwirbeln.

SS? Egal, der kriegt seinen Anteil

Wo Männer noch Männer sind. Der „Stroßtrupp Gold“ besteht aus Raubeinen und Glückrittern, dass es eine wahre Freude ist. Kellys Helden (Originaltitel des Films: „Kelly’s Heroes“) lockt die reiche Beute, sie lassen sich auch nicht von versehentlichem Beschuss durch eigene Flugzeuge und dem Durchqueren eines Minenfelds abhalten. Und wenn am Ende nur noch ein deutscher Tiger-Panzer (tatsächlich ein russischer T-34) zwischen ihnen und dem Bankhaus steht, wird der SS-Mann eben kurzerhand zum Komplizen gemacht, der den Eingang zum Gebäude in Stücke schießt.

Gedreht wurde im Bezirk Istrien im damaligen Jugoslawien (heute Kroatien). Mit viel Geballer und reichlich Explosionsdonner hat Regisseur Brian G. Hutton („Agenten sterben einsam“) dort einen bunten Kriegsspaß inszeniert, der mit Augenzwinkern und guter Besetzung überzeugt. Dass derlei nicht als ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Grauen des Krieges funktionieren kann – geschenkt, soll’s ja auch gar nicht.

Der Tod als Weggefährte

Das heißt nicht, dass „Stoßtrupp Gold“ nur Ringelpiez mit Anfassen zeigt. Der Body Count ist signifikant, gestorben wird auf beiden Seiten, auch Kellys Trupp kommt nicht ungeschoren davon. Viel mehr als ein Achselzucken ist für die Gefallenen aber nicht drin. Wo gehobelt wird, fallen Späne. Das bringt keinen Protagonisten dazu, laut oder leise über die Sinnhaftigkeit des Krieges nachzudenken. Der Sinn liegt im Gold – und darin, uns knapp zweieinhalb Stunden formidable Action-Unterhaltung zu bescheren. Übrigens: Vom Filmsong „Burning Bridges“ gibt es sogar eine Version von Clint Eastwood.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von oder mit Clint Eastwood sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet.

Veröffentlichung: 4. Juni 2010 als Blu-ray, 28. März 2002 als DVD

Länge: 144 Min. (Blu-ray), 146 Min. (DVD, Angabe ungeprüft)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch u. a.
Untertitel: Deutsch, Englisch u. a.
Originaltitel: Kelly’s Heroes
JUG/USA 1970
Regie: Brian G. Hutton
Drehbuch: Troy Kennedy-Martin
Besetzung: Clint Eastwood, Telly Savalas, Don Rickles, Donald Sutherland, Carroll O’Connor, Gavin MacLeod, Hal Buckley, Stuart Margolin, Perry Lopez, Harry Dean Stanton, John Landis, Yves Montand
Zusatzmaterial: US-Kinotrailer
Vertrieb: Warner Home Video

Copyright 2016 by Volker Schönenberger
Packshots: © Warner Home Video

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