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Scream at the Devil – Lasst das nicht den Leibhaftigen sehen!

02 Jul

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Scream at the Devil

Von Volker Schönenberger

Horror // Eine verhärmte Frau (Shari Shattuck) – bald erfahren wir, dass sie Mirium heißt – streunt durch Venedig, erleidet in einer Kirche bedrückende satanische Visionen, bettelt darum, ein Kind zu bekommen. Sie telefoniert mit ihrem Mann Gabriel (Eric Etebari), der ihr etwas Unbestimmtes angetan haben muss, denn sie ist unversöhnlich. Später wird klar, dass er sie mit einer Jüngeren betrogen hat.

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Vision …

Das Paar söhnt sich aus, bezieht ein abgelegenes Haus, in dem sich Mirium ihrer Malerei widmet, während Gabriel schreibt. Nach und nach setzt sich ihr Trauma zusammen: Sie hat Fehlgeburten erlitten und ist schizophren, ihr Mann trinkt zu viel, weil er es nicht ertragen kann – oder weil er gern trinkt. Auch im neuen Heim suchen finstere Visionen die Frau heim. Hat es der Leibhaftige persönlich auf sie abgesehen? Oder hat sie selbst einen Pakt mit dem Teufel heraufbeschworen?

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… oder Realität?

Da gerade im Horrogenre die Geschmäcker so breit gefächert sind, vom harten Gewaltexzess bis zum psychologisch ausgefeilten Grusler, vom Hochglanz-Horror bis in die Niederungen des Trash, versuche ich meist, jedem Film etwas abzugewinnen, das Gute darin zu entdecken. Manche Allesgucker können auch schlechte Filme genießen, etwas muss also an ihnen dran sein. Bei „Scream at the Devil“ finde ich das aber partout nicht. Der Okkultstreifen will seine Zuschauer ins Rätseln bringen: Ist Mirium (warum mit u?) so verrückt, dass sie satanische Visionen erleidet? Oder gibt sich tatsächlich der Höllenfürst die Ehre? Die Beantwortung dieser Fragen interessiert einfach nicht.

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Die Jacob Sisters sind gruseliger

Ein paar Visionen sehen ganz nett aus, aber man hat alles schon gesehen – und besser. Die Tonspur gibt sich in solchen Momenten bedeutungsschwanger, dreht auch mal auf. Wenn man nicht mehr drauf hat, regelt man eben die Lautstärke hoch. Wenn dann irgendwann drei Teenager-Mädchen bei Mirium vor der Tür stehen und sich sonderbar benehmen, weiß man endgültig, dass hier nur grober Unfug zu erwarten ist.

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Lass uns rein!

Und dann taucht auch noch 25 Minuten vor Schluss Tony „Candyman“ Todd auf – als Detective Johnson dringt er mit seinem Partner (Kiko Ellsworth) in Miriums Haus ein. Ein fauler Alibi-Auftritt, um einen in der Horrorgemeinde beliebten Namen aufs Cover pappen zu können. Wie lange liegt seine letzte wirklich interessante Rolle zurück? Braucht er solche Miniauftritte, um über die Runden zu kommen? Für gute Engagements bringt sich Todd damit gewiss nicht ins Gespräch. Vielleicht reicht das ja, um in Erinnerung zu bleiben und zu Horror-Conventions eingeladen zu werden, wo er für ein paar Euro oder Dollar Fotos signieren kann. Schade um den Charakterkopf, der durchaus genug Charisma für andere Rollen hat. Wenn er in der letzten Szene eine heftige Diskussion mit seinem Partner führt, schämt man sich fast, das Elend anzusehen. Einen kleinen Twist gibt es da natürlich auch noch – auch der ist eher peinlich.

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Zwei Detectives dürfen auch kurz mitmischen

Kurz ein Blick auf die anderen Schauspieler – nein, Erwähnenswertes tut sich nicht auf. Zum Regisseur: Joseph P. Stachura hat auch das Drehbuch verzapft und „Scream at the Devil“ produziert. Weitere Worte wären zu viele. So bleibt zu konstatieren, dass Tony Todds Kurzauftritt einem ohnehin miesen Film endgültig den Rest gibt.

Tony Todd bei „Die Nacht der lebenden Texte“:

Candymans Fluch (1992)
Army of the Damned – Willkommen in der Hölle (2013)
Scream at the Devil (2015)
VANish (USA 2015)

Veröffentlichung: 18. März 2016 als Blu-ray 3D (inkl. 2D-Version), Blu-ray und DVD

Länge: 99 Min. (Blu-ray), 95 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
Originaltitel: Scream at the Devil
USA 2015
Regie: Joseph P. Stachura
Drehbuch: Joseph P. Stachura
Besetzung: Shari Shattuck, Eric Etebari, Jane Park Smith, Tony Todd, Bill Oberst Jr., Jennifer Lyons, Amy Argyle, Teddy Vincent
Zusatzmaterial: Originaltrailer, Trailershow
Vertrieb: White Pearl Movies / daredo (Soulfood)

Copyright 2016 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2016 White Pearl Movies / daredo (Soulfood)

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