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Z for Zachariah – Das letzte Kapitel der Menschheit: Nach der Apokalypse

08 Jul

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Z for Zachariah

Von Volker Schönenberger

SF-Endzeitdrama // Nach einer nicht näher benannten Katastrophe vermutlich nuklearer Art ist der Großteil der Menschheit ausgelöscht worden. In einer ländlichen Gegend hat sich Ann (Margot Robbie) mit ihrem Hund auf ein Leben in Einsamkeit eingerichtet. Sie bestellt ein paar Felder, geht auf die Jagd und überlebt. Eines Tages taucht John (Chiwetel Ejiofor) auf, den sie bei sich aufnimmt. Bald darauf gesellt sich mit Caleb (Chris Pine) ein weiterer Besucher dazu.

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Ann hat sich in der Einsamkeit eingerichtet

Schnell wandelt sich „Z for Zachariah – Das letzte Kapitel der Menschheit“ vom Endzeit- zum Beziehungsdrama. Unaufgeregt entfaltet sich ein Psychogramm dreier Menschen in einer Ausnahmesituation, die nicht recht wissen, wie sie mit ihren Gefühlen umgehen sollen. Das ist Schauspielerkino, das gute Darstellungskunst erfordert, und die bekommen wir geboten. Dass Chiwetel Ejiofor kein Schlechter ist, wissen wir nicht erst seit „12 Years a Slave“. Chris Pine wird sehen müssen, dass es ihm gelingt, aus dem Schatten seiner Captain-Kirk-Rolle herauszutreten, da sind Figuren wie Caleb das probate Mittel. Die Australierin Margot Robbie hatte immerhin eine bedeutsame Nebenrolle in Martin Scorseses „The Wolf of Wall Street“, auch wenn dort doch eher Männer im Fokus standen. Demnächst sehen wir sie in „Legend of Tarzan“ und dem nächsten DC-Comic-Kino-Epos „Suicide Squad“.

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Eines Tages taucht John im Tal auf

Alle drei harmonieren in „Z for Zachariah“ gut miteinander. Etwas krankt der Film daran, dass zu wenig passiert, manch alltägliches Geschehen hätte nur angerissen werden müssen. Dann betrinkt man sich eben ab und zu – nichts dran auszusetzen, aber wenn es die Dramaturgie nicht erfordert und keine nachhaltigen Folgen fürs Geschehen hat, kann man das auch kürzer halten. Eine religiöse Debatte will sich auftun, bleibt aber vage. Der Titel bezieht sich darauf, dass mit A der erste Buchstabe des Alphabets für Adam – den ersten Menschen – steht, während der letzte Buchstabe womöglich für den letzten Menschen steht. Ein Abschnitt des Alten Testaments nennt sich „Das Buch des Propheten Sacharja“ (= Zacharias). Wir erkennen den religiösen Bezug, auch wenn er nebulös eingeflochten ist.

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Dann trifft Ann auch noch …

Etwas unausgereift wirkt auch die Regie von Craig Zobel, der 2012 mit „Compliance“ ein beeindruckendes Drama über einen vermeintlichen Diebstahl vorgelegt hat: „Z for Zachariah“ hat mit einigen Ungereimtheiten zu kämpfen. Weshalb ist ausgerechnet das Tal, in dem sich das Geschehen abspielt, von der Katastrophe verschont geblieben? Strahlung von außerhalb des Tals ist ein großes Problem, wie Zobel früh in einer Szene mit einem Wasserfall verdeutlicht. Aber was ist, wenn es regnet? Lösung: Es regnet einfach nicht – ganz logisch ist das nicht. Und wenn John vorschlägt, die von Anns Vater errichtete Kirche abzureißen, um Material zur Energiegewinnung aus Wasserkraft zu bekommen fragt man sich, weshalb er nicht im Wald Bäume fällt. Einige Abwegigkeiten mögen darin begründet liegen, dass in der Romanvorlage nur zwei Figuren auftauchen. Eine dritte ist erst im Drehbuch aufgetaucht – deshalb hakt es vielleicht an der einen oder anderen Stelle.

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… auf Caleb

Ab und zu hätte ich gern ganz auf musikalische Untermalung verzichtet, aber der Soundtrack übertreibt es wenigstens nicht. „Z for Zachariah – Das letzte Kapitel der Menschheit“ ist kein Glanzstück eines Endzeitfilms, sondern wirkt etwas unbeholfen, überzeugt aber durch ein motiviertes Darstellertrio und ruhige Atmosphäre.

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Im Trio kommt es zu Spannungen

Chiwetel Ejiofor bei „Die Nacht der lebenden Texte“:

Tatsächlich … Liebe (2003)
12 Years a Slave (2013)
Der Marsianer – Rettet Mark Watney (2015)
Z for Zachariah – Das letzte Kapitel der Menschheit (2015)
Doctor Strange (2016)

Chris Pine bei „Die Nacht der lebenden Texte“:

Star Trek – Into Darkness (2013, Kino)
Star Trek – Into Darkness (2013, Heimkino)
Into the Woods (2014)
Z for Zachariah – Das letzte Kapitel der Menschheit (2015)
Star Trek – Beyond (2016)

Veröffentlichung: 7. Juli 2016 als 3D Blu-ray (inkl. 2D-Version), Blu-ray und DVD sowie Limited 2-Disc Edition (Blu-ray & DVD)

Länge: 98 Min. (Blu-ray), 94 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
Originaltitel: Z for Zachariah
ISL/CH/NZ/USA 2015
Regie: Craig Zobel
Drehbuch: Nissar Modi, nach einem Roman von Robert C. O’Brien
Besetzung: Chiwetel Ejiofor, Chris Pine, Margot Robbie
Zusatzmaterial: Deleted Scenes, Trailershow, Wendecover, nur Limited Edition: 24-seitiges Booklet
Vertrieb: Tiberius Film

Copyright 2016 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2016 Tiberius Film

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