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Lights Out – Licht und Schatten

01 Aug

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Lights Out

Kinostart: 4. August 2016

Von Andreas Eckenfels

Horror // Es ist wohl der Traum jedes kleinen Filmemachers: Dein mit viel Liebe, aber ohne viel Geld inszenierter Kurzfilm erregt die Aufmerksamkeit eines großen Filmstudios. Dann der Anruf: Man wolle daraus einen Blockbuster machen. Ein berühmtes Beispiel, wem es so erging: James Wan, dessen „Saw“-Kurzfilm zu einem riesigen Horror-Franchise wurde. Nachdem er mit „Conjuring – Die Heimsuchung“ und „Insidious“ zwei weitere Hitreihen startete, gilt er längst als einer der besten und erfolgreichsten Genre-Regisseure des letzten Jahrzehnts. Deshalb darf er nun selbst nach Nachwuchstalenten Ausschau halten.

LIGHTS OUT

Martin bekommt nachts vor Angst kein Auge mehr zu

So stieß er auf den dreiminütigen Kurzfilm „Lights Out“, den der Schwede David F. Sandberg in seiner eigenen Wohnung mit seiner Frau Lotta Losten gedreht hatte. Nachdem Sandberg den Clip in die sozialen Netzwerke hochgeladen hatte, ging er viral – und wenig später durfte er mit einem Budget von knapp fünf Millionen Dollar seinen ersten Spielfilm drehen. Dem Neuling wurden Wan als Produzent und „Final Destination 5“-Autor Eric Heisserer für das Drehbuch zur Seite gestellt. Bei so viel Horrorkompetenz konnte eigentlich nicht viel schief gehen.

Sobald das Licht ausgeht …

Rebecca (Teresa Palmer) hat mit ihrer manisch depressiven Mutter Sophie (Maria Bello) nur selten Kontakt. Zu viele schlechte Kindheitserinnerung und das plötzliche Verschwinden ihres Vaters haben zu dem gestörten Verhältnis beigetragen. Doch als ihr zehnjähriger Halbbruder Martin (Gabriel Bateman) sie um Hilfe bittet, steht sie ihm zur Seite. Martins Vater (Billy Burke) kam kurz zuvor auf rätselhafte Weise ums Leben, wodurch Sophie noch apathischer als zuvor wirkt. Sie findet keine Zeit mehr, sich um den Jungen zu kümmern.

LIGHTS OUT

Halbschwester Rebecca steht ihm zur Seite

Nachts kann Martin aufgrund seltsamer Geräusche und mysteriöser Schatten kaum ein Auge zumachen. Zudem berichtet er seiner Halbschwester, dass ihre Mutter nicht nur in völliger Dunkelheit in dem Haus lebt, sondern auch mit einer imaginären Freundin namens Diana (Alicia Vela-Bailey) Gespräche führt. Gemeinsam mit ihrem Freund Bret (Alexander DiPersia) geht Rebecca der Sache auf den Grund – und findet sich in einem Albtraum wieder – sobald das Licht ausgeht …

Ist da was im Dunkeln oder ist es nur ein Hirngespinst?

Es ist ein so simples wie effektives Konzept für einen Horrorfilm: Wenn das Licht ausgeht, beginnt das Grauen. Schaltet man das Licht wieder ein, ist es weg – oder doch nicht? Hat das Hirn einem nur einen Streich gespielt, weil man sich schon im Halbschlaf befunden hat, oder sitzt da doch etwas Bedrohliches in der Ecke? Jeder Zuschauer kennt das Gefühl dieser Unsicherheit, weil jeder Zuschauer es schon selbst einmal erlebt hat. Zarte Gemüter werden nach „Lights Out“ sicher einige Tage nur mit eingeschalteter Nachttischlampe in den Schlaf finden.

LIGHTS OUT

Mutter Sophie ist manisch depressiv

Die kurze Laufzeit von knapp 80 Minuten kommt Sandbergs Langfilmdebüt auf jeden Fall zugute. Schon mit der Eröffnungsszene werden die einfachen Regeln von „Lights Out“ geklärt. Auch die Protagonisten verhalten sich dabei – für das Genre recht untypisch – ziemlich clever und begreifen schnell, dass eine Lichtquelle für erhöhte Sicherheit sorgt. Dumm nur, wenn diese dann erlischt. Heisserer und Sandberg haben sich dabei einige Gedanken darüber gemacht, um mit diesem Element zu spielen: Ein Bewegungsmelder sorgt genauso wie ein Handydisplay eben nur kurzzeitig für Licht. Da bleiben nur einige wenige Momente Zeit, um Luft zu schnappen.

Vom J-Horror inspiriert

Beginnt und endet „Lights Out“ mit vielen gelungenen und einfallsreichen Gruselmomenten, hängt der Film dazwischen ziemlich durch. Zu stark setzt Sandberg darauf, die zerrütteten Familienverhältnisse zu klären; einige Dialoge gehen hart an die Schmerzgrenze und auch die Geschichte selbst strotzt nicht gerade vor Originalität: Hier bediente sich Heisserer ausgiebig an bekannten J-Horrorfilmen, wie „The Grudge“ oder „The Ring“. Große Schocker und blutige Szenen halten sich in Grenzen. Eine FSK-12-Freigabe hätte wohl auch ausgereicht.

LIGHTS OUT

Wehe, wenn das Licht ausgeht

„Lights Out“ hat somit viel Licht, aber auch viel Schatten zu bieten. In den USA war der Film ein großer Erfolg: Am Startwochenende spielte er mehr als 21 Millionen US-Dollar ein – ein zweiter Teil ist bereits beschlossene Sache. Auch Sandberg hat sein nächstes Projekt schon in der Tasche: Er wird die Fortsetzung von „Annabelle“ inszenieren. Immerhin ist das Debüt des Schweden gelungener als der erste Teil über die Gruselpuppe.

LIGHTS OUT

Auch Schwarzlicht sorgt für Sicherheit

Länge: 81 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Originaltitel: Lights Out
USA 2016
Regie: David F. Sandberg
Drehbuch: Eric Heisserer nach dem gleichnamigen Kurzfilm von David F. Sandberg
Besetzung: Teresa Palmer, Gabriel Bateman, Maria Bello, Alexander DiPersia, Alicia Vela-Bailey, Billy Burke
Verleih: Warner Bros. Pictures Germany

Copyright 2016 by Andreas Eckenfels

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2016 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved

 

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