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Point Break – Voll extrem

06 Aug

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Point Break

Von Andreas Eckenfels

Actionthriller // Mit einer explosiven Mischung aus atemberaubenden Stunts, perfekter Kameraarbeit und enormem Tempo machte Regisseurin Kathryn Bigelow „Gefährliche Brandung“ 1991 zu einem ordentlichen Kinohit. Doch erst die einzigartige Männerfreundschaft zwischen den von Patrick Swayze und Keanu Reeves gespielten Hauptfiguren machte den im Original „Point Break“ betitelten Film zum Kult. Die legendäre „In-die-Luft-schieß“-Szene wurde dabei häufig parodiert – am schönsten wohl in „Hot Fuzz – Zwei abgewichste Profis“.

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FBI-Agent Johnny Utah jagt …

Größtenteils mit deutschen Geldern finanziert wurde dem hauptsächlich als Kameramann tätigen Ericson Core das Remake als Regiearbeit in die Hände gelegt. Bis auf einige spektakuläre Sportbilder, die in der 3D-Fassung sicher noch mehr Eindruck machen, lässt die 2015er-Version von „Point Break“ allerdings alles vermissen, was das Original auszeichnet.

Auf den Spuren von Ono Ozaki

Erst Überfall, dann der ultimative Kick: Der junge FBI-Agent Johnny Utah (Luke Bracey) erkennt als Erster die Muster, die hinter den irrwitzigen Raubzügen einer Gruppe von Extremsportlern stecken. Die Bande um den charismatischen Bodhi (Edgar Ramirez) will die „Ozaki Eight“ absolvieren, eine Abfolge von acht todesmutigen Prüfungen, die sich der legendäre Extremsportler und Öko-Krieger Ono Ozaki ausgedacht hat. An den schönsten Orten der Welt verfolgen sie mit waghalsigen Sprüngen, Abfahrten und Klettereinlagen dessen Pfad, um so mit Geist und Körper eins mit der Natur zu werden.

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… die Bande des Extremsportlers Bodhi

Da Utah früher selbst Extremsportler war, ist er der perfekte Kandidat, um sich in die Bande einzuschleichen. Bei deren spektakulären Aktionen beginnt sein Adrenalin wieder wie einst zu kochen. Dadurch verliert er zunehmend seinen eigentlichen Auftrag aus den Augen.

Ein Schauplatz jagt den nächsten

Nein, ihr braucht Ono Ozaki nicht googeln. Den Mann gab es nicht wirklich, er und seine acht Mutproben wurden für den Film erfunden und sind der einzig originelle Aspekt, den das Remake zu bieten hat.

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Auf der Suche nach der perfekten Welle

Die acht Prüfungen sind der Grund, warum die Protagonisten von einem exotischen Schauplatz zum nächsten hetzen. Sei es Venezuela, Mexiko oder Österreich – die Crew filmte mit hohem Aufwand auf vier verschiedenen Kontinenten. Ein weiterer Großteil von „Point Break“ entstand in den Babelsberg Studios und rund um Berlin. Der Vielzahl an Drehorten, Mitarbeitern und Sponsoren am Remake zollt dann der extrem lange Abspann Tribut: Dieser dauert fast 14 Minuten!

Extrem viel Sport, extrem wenig Spannung

Ohne Frage wurden echte Experten in ihrer jeweiligen Sportart engagiert: Wir sehen sie beim Surfen, Wingsuit-Fliegen, Free Climbing oder Snowboarden. Aber bis auf eine am Anfang mies im Computer zusammengesetzte Surfsequenz sehen wir nie die eigentlichen Schauspieler den Sport ausüben. Das war bei Patrick Swayze und Keanu Reeves noch anders.

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Echte Männer lassen auch mal die Fäuste sprechen

Nur weil man die Darsteller mit Tattoos und Narben übersät, werden aus Luke Bracey und Edgar Ramirez noch lange keine Topathleten. Besonders Bracey, der mit seinem Aussehen an einen jungen Sean Bean erinnert, ist komplett fehlbesetzt. Die Freundschaft zwischen ihren Figuren nimmt man ihnen nie ab. Die „In-die-Luft-schieß“-Szene ist im Remake keine Hommage, sondern eine einzige Peinlichkeit. Reeves‘ Utah war im Zwiespalt und wütend mit sich selbst, als er erkennt, wer da in der Maske von Ronald Reagan Banken überfällt. Bei Bracey spürt man davon nichts. Regisseur Core gelingt es hier ebenso wenig wie in den meisten anderen Szenen, ein wenig Emotionalität oder Spannung aufzubauen.

Die deutschen Schauspieler Clemens Schick und Tobias Santelmann wurden wohl nur aufgrund der deutschen Geldgeber in die Besetzung aufgenommen. Die wenigen bekannten Namen – Teresa Palmer („Lights Out“), Ray Winstone („Noah“) und Delroy Lindo („Lebe lieber ungewöhnlich“) – können auch keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.

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Bodhi setzt sich zur Wehr

Wenn „Point Break“ nur aus einer Reihe von technisch perfekt eingefangenen Stunts besteht, die in keinster Weise die Geschichte voranbringen, wirkt das nicht wie ein Spielfilm, sondern wie ein überlanger Werbespot in Dauerschleife. In den 80er-Jahren hätte Willy Bogner aus den Aufnahmen wohl „Feuer und Eis 2“ gedreht.

Veröffentlichung: 28. Juli 2016 als 3D-Blu-ray, Blu-ray und DVD

Länge: 114 Min. (Blu-ray), 110 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Originaltitel: Point Break
USA/D/CHN 2015
Regie: Ericson Core
Drehbuch: Kurt Wimmer
Besetzung: Edgar Ramirez, Luke Bracey, Teresa Palmer, Clemens Schick, Tobias Santelmann, Ray Winstone, Delroy Lindo, Matias Varela, Nikolai Kinski
Zusatzmaterial: Interviews, B-Roll, Featurettes, Entfallene Szenen, Trailer, Deutsche Hörfassung für Sehbehinderte
Vertrieb: Concorde Home Entertainment

Copyright 2016 by Andreas Eckenfels

Fotos, Packshot & Trailer: © 2016 Concorde Home Entertainment

 
 

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Eine Antwort zu “Point Break – Voll extrem

  1. Christian Weis

    2016/08/06 at 15:55

    Ich frage mich immer wieder, wie weit dieser Remake-Wahn noch geht … Der 1991er Film war und ist klasse, einen Aufguss braucht kein Mensch.

     

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