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Teenage Mutant Ninja Turtles – Out of the Shadows: Zu viel des nicht Guten

08 Aug

Teenage_Mutant_Ninja_Turtles_Out_of_the_Shadows-Plakat

Teenage Mutant Ninja Turtles – Out of the Shadows

Kinostart: 11. August 2016

Von Matthias Holm

Fantasy-Action // 2014 erntete Zerstörungs-Guru Michael Bay reichlich Gegenwind für die „Teenage Mutant Ninja Turtles“-Neuverfilmung, dabei hatte er das Reboot nur produziert. Doch Regisseur Jonathan Liebesman hatte sich wohl so viel bei Bay abgeguckt, dass seine Interpretation der mutierten Schildkröten wie ein weiterer Teil des „Transformers“-Franchises wirkte – und dementsprechend bei Kritikern und vielen Fans unten durchfiel. Dennoch war dem Film einiger Erfolg beschieden und so bekommen wir – entgegen meiner in der Rezension zum ersten Teil geäußerten Hoffnung – einen zweiten Teil spendiert.

Left to right: Donatello, Michelangelo, Leonardo and Raphael in Teenage Mutant Ninja Turtles: Out of the Shadows from Paramount Pictures, Nickelodeon Movies and Platinum Dunes

Die Schildkröten sind zurück

Nach den Geschehnissen des Vorgängers fristen die vier Turtles weiterhin ein Dasein im Untergrund von New York City. Das ändert sich, als ihre Freundin April O’Neal (Megan Fox) herausfindet, dass der Bösewicht Shredder (Brian Tee) von seinen Gefolgsleuten aus dem Gefängnis geholt werden soll. Bei der Befreiungsaktion gelangt der finstere Japaner durch Teleportation in die schleimigen Tentakeln von Krang (Stimme: Brad Garrett). Der interdimensionale Bösewicht beauftragt Shredder, die fehlenden Komponenten des Teleportationsgeräts zu finden, damit die beiden mit einer ultimativen Waffe gemeinsam über die Erde herrschen können. Dazu gibt Krang Shredder sogar ein Geschenk mit auf den Weg: ein Mutations-Serum, mit dem er die tumben Verbrecher Bebop (Gary Anthony Williams) und Rocksteady (Sheamus) in ein Warzenschwein und ein Nashorn verwandelt. Viel zu tun also für die Ninja-Schildkröten.

Left to right: Stephen Amell as Casey Jones and Megan Fox as April O'Neil in Teenage Mutant Ninja Turtles: Out of the Shadows from Paramount Pictures, Nickelodeon Movies and Platinum Dunes

Casey und April helfen

Eins sei direkt gesagt: „Out of the Shadows“, so der Zusatztitel, ist besser als der 2014er-Film. Das war angesichts dessen bescheidener Qualität aber auch nicht schwierig. Die Drehbuchautoren Josh Appelbaum und André Nemec haben im zweiten Anlauf wohl verstanden, was den Reiz an den Teenage Mutant Ninja Turtles ausmacht: einfacher, pubertärer Quatsch. Gerade die neuen Antagonisten Krang, Bebop und Rocksteady passen hervorragend in diese Schiene, sie geben dem ganzen Treiben etwas von dem anarchischen Spaß, den zum Beispiel die Zeichentrickserie in den 80er- und 90er-Jahren ausgemacht hat.

Schildkröten ohne Entwicklung

Leider gilt das nicht für den Rest des Figuren-Ensembles. Die Turtles haben sich nach dem ersten Film in keiner Weise weiterentwickelt. Immer noch müssen sich die Brüder als Team vernünftig organisieren. Was im ersten Film ein durchaus plausibles Thema war, wirkt im zweiten wie ein lauer Aufguss derselben Geschichte. Und auch die neuen Konflikte innerhalb der Gruppe werden so dilettantisch eingeführt und aufgelöst, dass sie den Zuschauer kalt lassen.

Left to right: Bebop and Rocksteady in in Teenage Mutant Ninja Turtles: Out of the Shadows from Paramount Pictures, Nickelodeon Movies and Platinum Dunes Productions

Bebop (l.) und Rocksteady zerstören

Die von Megan Fox porträtierte April O’Neal stellt sich zwar nicht mehr ganz so blöd an wie im ersten Teil, bekommt aber auch deutlich weniger Zeit auf der Leinwand, als dass sie in irgendeiner Form relevant sein kann – mit Ausnahme ihrer ersten Szene, in der sie sich plötzlich wie ein Schulmädchen verkleiden muss. Der altbekannte Michael-Bay-Sexismus lässt grüßen, obwohl mit Dave Green jemand anders auf dem Regiestuhl sitzt. Da wir gerade bei Bays Trademarks sind: Selten hat man offensichtlicheres Product Placement gesehen. Auch der menschliche Neuzugang, „Arrow“-Darsteller Stephen Amell als Hockey-liebender Polizist Casey Jones, bleibt über die komplette Laufzeit ohne Charakter und ist einfach überflüssig.

Brauchen wir Teil 3?

Das größte Problem von „Teenage Mutant Ninja Turtles – Out of the Shadows“: Es gibt einfach zu viel von allem. Zu viele Figuren, die unwichtig sind. Zu viele peinliche Sprüche und Gags. Zu viele Schauplätze, die keine Relevanz für den Plot haben. Und natürlich ein überbordendes Finale mitsamt CGI-Overkill, das die Augen noch zwei Tage später jucken lässt. Dabei gibt es den einen oder anderen guten Ansatz, wie zum Beispiel den Soundtrack. Aber brauchen wir wirklich einen dritten Film dieses Franchises, um vielleicht endlich eine vernünftige, moderne Inkarnation der Turtles zu sehen?

Behind the scenes on the set of Teenage Mutant Ninja Turtles: Out of the Shadows from Paramount Pictures, Nickelodeon Movies and Platinum Dunes

Unauffällig ist anders

Länge: 118 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: Teenage Mutant Ninja Turtles – Out of the Shadows
USA/HK/CHN/KAN 2016
Regie: Dave Green
Drehbuch: Josh Appelbaum, André Nemec, nach Figuren von Peter Laird und Kevin Eastman
Besetzung: Alan Ritchson, Noel Fisher, Pete Ploszek, Jeremy Howard, Megan Fox, Stephen Amell, Tyler Perry, Brian Tee, Gary Anthony Williams, Sheamus
Verleih: Paramount Pictures Germany GmbH

Copyright 2016 by Matthias Holm

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2016 Paramount Pictures Germany GmbH

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