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Der weiße Hai 3 – Fischi, Fischi, Fischi, Fischi!

15 Aug

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Jaws 3-D

Von Volker Schönenberger

Horror // Die mordsspannende Dramaturgie der Hai-Attacken in Steven Spielbergs „Der weiße Hai“ kann man immerhin einigermaßen versiert kopieren, wie die erste Fortsetzung 1978 gezeigt hat. Das geht „Der weiße Hai 3“ leider völlig ab. Greift er an? Greift er nicht an? Kommt das Objekt seiner gefräßigen Begierde davon? Fragen, die das Original zum Armlehnenkraller werden ließen und in den Kinosälen reihenweise Nägelkauen verursachten, kommen in der zweiten Fortsetzung leider überhaupt nicht auf. Okay, die Attacke auf die Wasserski-Show ist ganz effektvoll geraten, gestehen wir das Teil 3 zu.

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Calvin Bouchard (r.) …

Ort der Handlung ist ein von Calvin Bouchard (Louis Gossett Jr.) geleiteter Unterwasser-Vergnügungspark in Florida, der kurz vor der Eröffnung steht. Seine künstlich angelegte Lagune ist mit einem großen Tor vom Ozean getrennt. Als ein Trupp Wasserski-Artisten es nach ihrem Training durchquert, folgt ihnen unbemerkt ein gigantischer Weißer Hai ins Innere – ein trächtiges Weibchen. Bald reißt das Tier einen Arbeiter, der unter Wasser das Tor reparieren will. Er wird nicht das einzige Opfer bleiben.

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… hat eine Vision

Immerhin: Die Story ist gar nicht so schlecht. Mit Richard Matheson konnten die Produzenten auch einen profilierten Schriftsteller und Drehbuchautor verpflichten – „Die unglaubliche Geschichte des Mr. C“, „Das Pendel des Todes“, „Duell“, „I Am Legend“ und viele andere Titel sprechen Bände. Dem Vernehmen nach wurde an Mathesons Skript aber noch mehrfach herumgepfuscht.

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Ein Orca wird dressiert

Der Anschluss an die beiden Vorgänger erfolgt mittels Michael (Dennis Quaid) und Sean Brody (John Putch). Michael ist als Ingenieur für den Vergnügungspark tätig. Dass die beiden fünf Jahre nach „Der weiße Hai 2“ viel zu alt sind, um die Söhne der damaligen Hauptfigur Chief Brody zu sein – geschenkt. Plagen wir uns nicht mit der Suche nach Logiklöchern ab. Immerhin hat Teil 3 Delfine, die todesmutig den Hai anstupsen, damit sich ihre menschlichen Freunde in Sicherheit bringen können. Primstens!

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Attacke!

Einige Tricks wirken arg veraltet. Wenn sich der Weiße Hai einer Panoramascheibe nähert und sie mit leichtem Stoß zum Zerspringen bringt, wirkt das technisch überholt – ist es ja auch. Vielleicht sieht das in 3D besser aus, da sind aber Zweifel erlaubt. Wie der Originaltitel „Jaws 3-D“ aussagt, ist der Film in der dritten Dimension produziert worden, um auf einen Anfang der 80er-Jahre grassierenden Trend aufzuspringen. Seinerzeit musste man dazu vermutlich eine jener Pappbrillen mit einer grünen und einer roten Folie aufsetzen. Auf der Blu-ray ist eine 3D-Version enthalten, mangels 3D-Fernseher – sowas kommt mir nicht ins Haus – kann ich über ihre Qualität nichts aussagen. Auch dabei ist sicher Skepsis angebracht.

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Alles rennet …

Anfangs war „Der weiße Hai 3“ als Parodie konzipiert, doch das produzierende Universal Studio nahm von dem Gedanken Abstand. Nicht auszudenken, am Ende wären wir schon seit den 80ern von humorigen Trashfilmen wie „Sharknado“, „Sharktopus“ und „Sharktopus vs Pteracuda – Kampf der Urzeitgiganten“ heimgesucht worden.

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… rettet …

Regisseur Joe Alves hatte sich offenbar aufgrund seiner Arbeit als Produktionsdesigner der beiden Vorgänger für den Regiestuhl empfohlen. Fürs Produktionsdesign von „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ hatte er 1978 eine Oscar-Nominierung erhalten. Die Regie von „Der weiße Hai 3“ brachte ihm nur eine Nominierung für die Goldene Himbeere ein, wobei der Kelch zugunsten von Peter Sasdy („Karriere durch alle Betten“) an ihm vorüberging. Es blieb Alves‘ einzige Regiearbeit – vielleicht auch besser so.

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… flüchet

Die Filme der Reihe bei „Die Nacht der lebenden Texte“:

Der weiße Hai (1975)
Der weiße Hai 2 (1978)
Der weiße Hai 3 (1983)
Der weiße Hai – Die Abrechnung (1987)

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Die Wasserski-Show fällt ins Wasser

Veröffentlichung: 18. August 2016 als Blu-ray, 12. Juli 2001 als DVD

Länge: 98 Min. (Blu-ray), 94 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch u. a.
Untertitel: Deutsch, Englisch u. a.
Originaltitel: Jaws 3-D
USA 1983
Regie: Joe Alves
Drehbuch: Richard Matheson, Carl Gottlieb
Besetzung: Dennis Quaid, Bess Armstrong, Simon MacCorkindale, Louis Gossett Jr., John Putch, Lea Thompson, P. H. Moriarty
Zusatzmaterial: keins
Vertrieb: Universal Pictures Germany GmbH

Copyright 2016 by Volker Schönenberger

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Fotos & Packshots: © Universal Pictures Germany GmbH

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3 Antworten zu “Der weiße Hai 3 – Fischi, Fischi, Fischi, Fischi!

  1. Chris

    2016/08/19 at 11:21

    Grade zum ersten Mal auf meinem 3D Beamer gesehen und ich muss sagen: Wow! Hatte ihn mir viel schlechter vorgestellt nach all der Kritik die man so liest. Zwar ist das 3D Bild manchmal wirklich sehr sehr anstrengend für die Augen bzw. das Gehirn, aber dafür wird man mit Popouts belohnt, die seinesgleichen suchen! Auch die Tiefendarstlung ist exzellent. Klar befindet sich das Bild keinesfalls auf dem Niveau des Blu-ray Transfers des ersten Teils, das macht der durchweg sehr sehr gute 3D Effekt jedoch wett. Wirklich schade, dass die meisten aktuellen 3D Filme nicht ein ähnlich überzeugenden 3D Effekt bieten können bei besserer Bildqualität!

     
  2. Fatherleft

    2016/08/16 at 08:19

    Ein kleiner Hinweis, die Brillen waren auch in den Achtzigern transparent und eigentlich ähnlich wie heute mit Polarisationsfiltern ausgestattet. Das Rotgründbild war eher eine kostensparende Lösung aus den 50ern, weil die 3D-Vorführung damals im Verhältnis zu heute unglaublich aufwendig war.Die Kinos brauchten zwei (wenn sie im Überblendbetrieb gefahren sind, was in den 50ern noch üblich war, sogar 2 mal 2) synchron laufende Projektoren. Filme könnten beim Filmriss Asynchron werden, die erste Einsparungsmöglichkeit anaglyphe rot-grün-Verfahren, welches aber nur quasi Schwarz-Weiß bot.
    Auch das wurde im Side-by-side Anamorphic-verfahren später umgangen, indem die beiden Farbbilder für das linke und rechte Auge gestaucht auf einen Filmstreifen kopiert wurden, und dann ähnlich wie beim Cinemascopeformat durch eine spezielle Optik entzerrt übereinander profiziert wurde. Sah von der Bildqualität nicht besonders aus, weil die Bilder so mit der halben Auflösung auskommen mussten (ähnlich wie heute bei den Passiv 3D-Fernsehern), aber war technisch einfacher. Da 3D damals aber aus der Gimickphase nicht herauskam, war dem halt auch kein dauerhafter Erfolg beschienen. auch wenn sie letztes in den späten 70er frühen achtzigern wieder zum Leben zu erwecken versucht haben.
    Hitchcock soll seinen eigenen 3D-Film auch nicht sonderlich gemocht haben, Er wurde nur von Warner dazu gezwungen, nachdem diese mit ihrem ersten 3D-Film „Das Kabinett des Professor Bondi“(„House of Wax“) einen riesen Erfolg hatten. Wobei Hitchcock mit seinem Kammerspiel „Bei Anruf, Mord“ aber auch eine äußerst undankbare Geschichte in der dritten Dimension inszenierte. „Der unsichtbare Dritte“ hatte mit seinen Klettereien auf Mount Rushmore und der Verfolgungsjagd im Kornfeld hätte vermutlich mehr optische Reize geboten, aber da war der 50erJahre 3d-Hype endgültig verschwunden.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Bei_Anruf_Mord#Technik

     
  3. Aktion Morgenluft

    2016/08/15 at 16:37

    Gebe ja zu, dass ich diesen Teil ganz gern mag, obwohl er schon arg trashig daherkommt. Aber die Idee mit dem eingeschlossenen Hai im Unterwasserpark hat was.

     

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