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Die Zeit der Geier – Der Weiberheld und der Killer

16 Aug

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Il tempo degli avvoltoi

Von Volker Schönenberger

Western // Bezeichnungen wie Tunichtgut oder Nichtsnutz sind für Kitosh (George Hilton) noch untertrieben. Der als Cowboy auf der Ranch von Don Jaime Mendoza (Eduardo Fajardo) arbeitende Weiberheld scharwenzelt gern mal mit den Frauen seiner Kollegen herum. Das bringt ihm Ärger und Stockhiebe seines Bosses ein, die er gleichmütig hinnimmt. Als er sich dann auch noch im Badezimmer von Dom Jaimes Ehefrau Steffy (Pamela Tudor) erwischen lässt, wird das dem Rancher zu viel – er brennt Kitosh sein Zeichen auf den Rücken wie einem Rind.

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Ungleiche Partner: Kitosh …

Kitosh macht sich davon, wird aber bald gestellt. Nun soll er gar als Pferdedieb gehängt werden, doch der berüchtigte Outlaw Joshua Tracy (Frank Wolff) rettet ihn in letzter Sekunde vor dem Galgen. Fortan machen beide gemeinsame Sache.

Italo-Western aus der zweiten Reihe

„Die Zeit der Geier“ lässt sich unschwer als Italo-Western aus der zweiten Reihe identifizieren. Wir haben mit Nando Cicero einen Regisseur mit vergleichsweise kurzer Filmografie von 20 Filmen, die mit „Stoßgebet für drei Kanonen“ (1967) und „Kugeln tragen keine Unterschrift“ (1969) zwei weitere Beiträge zum Genre vorweist. Die beiden Hauptdarsteller George Hilton („Django – Sein Gesangbuch war der Colt“, „Django – Ein Sarg voll Blut“) und Frank Wolff haben reichlich Italo-Western-Erfahrung, Wolff hatte sogar Nebenrollen in den Klassikern „Leichen pflastern seinen Weg“ und „Spiel mir das Lied vom Tod“ (beide 1968).

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… und Tracy

Die Protagonisten gehen nicht immer nachvollziehbar vor, die Handlung treibt lose vor sich hin. Ein origineller Aspekt ist die Epilepsie-Erkrankung, die Tracy ab und zu kurzzeitig außer Gefecht setzt – er ist dann vollständig hilflos, was in manchen Konfliktsituationen natürlich suboptimal ist. Gewalt ist allgegenwärtig, sei sie handfest mit Fäusten und Füßen oder bleihaltig. Respekt vor dem Leben sucht man bei den Figuren vergeblich. Das ist schmutzig, aber mit munter dahinplätscherndem Italo-Soundtrack hinterlegt, ganz so wie wir das von solchen Italo-Western kennen und mögen.

Nach der DVD nun die Blu-ray

Koch Films, vormals Koch Media, hat „Die Zeit der Geier“ schon Anfang 2013 als Teil 1 der Italo-Western-Reihe „Western Unchained“ auf DVD veröffentlicht. Nun folgt die HD-Auswertung. Bild und Ton sind in Ordnung, aber ob es die Blu-ray tatsächlich gebraucht hätte, sei dahingestellt. Ein Upgrade von DVD auf Blu-ray erscheint unnötig, aber wer sich bislang nur die auf Blu-ray erschienenen „Western Unchained“-Filme zugelegt hat, mag sich freuen, dass Koch nun offenbar gewillt ist, die HD-Lücken der Reihe zu schließen. Interviews mit dem aus Uruguay stammenden Darsteller George Hilton und dem Filmhistoriker Fabio Melelli runden die insgesamt gelungene Veröffentlichung ab.

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Womanizer Kitosh kann’s nicht lassen

Die Filme der Reihe „Western Unchained“:

01. Die Zeit der Geier (Il tempo degli avvoltoi, IT 1967)
02. Mercenario – Der Gefürchtete (Il mercenario, IT/SP 1968)
03. Navajo Joe (Navajo Joe, IT/SP 1966)
04. Tepepa (Tepepa, IT/SP 1969)
05. Der Tod zählt keine Dollar (La morte non conta i dollari, IT 1967)
06. Yankee (Yankee, IT/SP 1966)
07. Rocco – Der Mann mit den zwei Gesichtern (Sugar Colt, IT/SP 1966)
08. Eine Pistole für Ringo (Una pistola per Ringo, IT/SP 1965)
09. Ringo kommt zurück (Il ritorno di Ringo, IT/SP 1965)
10. Der Mörder des Klans (Prega il morto e ammazza il vivo, IT 1971)

Veröffentlichung: 11. August 2016 als Blu-ray, 18. Januar 2013 als DVD

Länge: 95 Min. (Blu-ray), 94 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch, Italienisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Il tempo degli avvoltoi
IT 1967
Regie: Nando Cicero
Drehbuch: Fulvio Gicca Palli
Besetzung: George Hilton, Frank Wolff, Pamela Tudor, Eduardo Fajardo, Franco Balducci, Femi Benussi
Zusatzmaterial: Featurette „Liebesgrüße aus Uruguay“ (12 Min.), Featurette „Mit Kitosh kam der Tod“ (9. Min.), Bildergalerie
Vertrieb: Koch Films

Copyright 2016 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2016 Koch Films

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