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Suicide Squad – DC auf Selbstmord-Kurs?

16 Aug

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Suicide Squad

Kinostart: 18. August 2016

Von Matthias Holm

Fantasy-Action // Dem DC Extended Universe geht es nicht sonderlich gut. „Man of Steel“ wurde schon zwiespältig aufgenommen und der in diesem Jahr erschienene „Batman v Superman – Dawn of Justice“ wurde zwar von Blogbetreiber Volker durchaus wohlwollend besprochen, vom Rest der Kritiker aber abgewatscht. Den Fans war es egal, viele strömten in die Kinos und auch dieses Mal fanden viele den Film nicht so schlecht, wie er von der Presse geredet wurde.

Kritiker gegen Fans

Nun kommt also der dritte Film „Suicide Squad“ aus dem großen Kino-Universum von DC in die Lichtspielhäuser. Und wieder gab es vor Start große Aufregung – die Kritiker finden den Film nämlich wieder schlecht. Einige Filmgucker nahmen diesen Umstand zum Anlass, Verschwörungstheorien über die Bestechlichkeit der Film-Presse zu äußern und sogar eine Petition gegen die Online-Plattform Rotten Tomatoes ins Leben zu rufen – dort werden Kritikerwertungen kumuliert. Das Schlimmste an diesem gesamten Zirkus: „Suicide Squad“ rechtfertigt dieses riesige Drama nicht.

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Sieht so die Rettung der Menschheit aus?

Die skrupellose Agentin Amanda Waller (Viola Davis) bewahrt das Herz einer uralten Magierin neben einer Bombe auf. So bewahrt sie die Kontrolle über die Enchantress, die im Körper der Archäologin Dr. June Moone (Cara Delevingne) haust. Waller will zur Bekämpfung böser Meta-Wesen zu drastischen Mitteln greifen und eine Task-Force aus Schurken rekrutieren. Die werden mit Hilfe eines Implantats gefügig gemacht, das ihnen im Notfall den Kopf absprengen kann. Schon bald kommt es zum ersten Einsatz der selbst ernannten „Suicide Squad“, angeführt vom Soldaten Rick Flag (Joel Kinnaman), der seine Leute im Zaum halten muss: den Auftragskiller Deadshot (Will Smith), Harley Quinn (Margot Robbie), ihres Zeichens durchgeknallte Freundin des Jokers (Jared Leto), der feuererzeugende Diabolo (Jay Hernandez), Killer Croc (Adewale Akinnuoye-Agbaje), der Australier Boomerang (Jai Courtney) und die Japanerin Katana (Karen Fukuhara).

Regisseur David Ayer liefert keinen guten Film ab

Ganz so verdient hat „Suicide Squad“ die Dresche nicht, die er gerade bekommt. Ein guter Film ist Regisseur David Ayer („Herz aus Stahl“) allerdings nicht gelungen. Das Zwiespältige fängt bereits in der Anfangssequenz an: Wenn Amanda Waller, von Viola Davis großartig durchtrieben verkörpert, zwei zufälligen Regierungsbeamten in einem Restaurant ihren Plan erläutert, bekommt der Zuschauer die Anti-Helden in kurzen Sequenzen erklärt. Diese Szenen sind lustig und stets passend zu den Figuren. Allerdings sitzen dieselben Beamten einige Minuten später in einem Armee-Konferenzsaal, um all das erneut zu erklären. Das ist nicht nur repetitiv, sondern auch symptomatisch für den Film. Die Figuren sind fast alle klasse charakterisiert. Nur wie sie eingesetzt werden und was, in welcher Art und Weise, erzählt wird, ist einfach langweilig.

Denn sobald die Bedrohung klar wird, gegen die die exzentrischen Bösewichter antreten müssen, entwickelt sich ein absolut generischer Superhelden-Plot. Natürlich soll die ganze Menschheit dran glauben, natürlich gibt es dafür eine tödliche Maschine und natürlich kann nur die Suicide Squad dies verhindern. Dagegen ist an sich nichts einzuwenden, allerdings schafft es Ayer nicht, diese Geschichte vernünftig zu erzählen.

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Verrückte Braut: Harley Quinn

Ständig springt „Suicide Squad“ zwischen Rückblenden und dem eigentlichen Geschehen hin und her, was die Haupthandlung immer wieder störend unterbricht. Ganz grausam wird es, wenn es dann einen Rückblick auf den eigenen Film gibt – zu einer Szene, die abgehakt wirkte, nur um ihr später einen nicht mal überraschenden Twist zu geben.

Auch die Szenen mit Jared Letos Joker, die nicht in den Rückblenden spielen, wirken nicht homogen in den Film eingefügt, sie sind ein Fremdkörper. Und wenn die Nebenhandlung mit ihm zu einem Schluss kommt, hat sich im Grunde absolut nichts verändert, sie trägt nichts zum Film bei.

Will Smith mit viel Charisma

Dabei sind die Figuren allesamt gut gecastet. Will Smith als namentlich größter Star des Ensembles ist der Anführer der Truppe und bekommt auch die meisten Dialoge, in denen er mal wieder zeigen kann, was für ein charismatischer Schauspieler er eigentlich ist. Margot Robbie als Harley Quinn ist wunderbar besetzt, sie ist herrlich überdreht, verrückt und schlagfertig.

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Amanda Waller hält die Suicide Squad für eine gute Idee

Aber auch hier schleicht sich wieder ein Problem ein – man erfährt zwar, dass sich die ehemalige Psychiaterin Harleen Quinzel in den Joker verliebte. Aber wie aus ihr die Kampfmaschine Harley Quinn geworden ist, das bleibt unbeantwortet. Genauso unvollkommen fühlen sich alle anderen Figuren an. Der Großteil der Suicide Squad ist einfach nur vorhanden, ohne größeren Mehrwert. Und selbst wenn Killer Croc mal den einen oder anderen dummen Spruch bringen darf, die übrigen Mitglieder sind schlichtweg überflüssig.

Tolle Songs, aber deplatziert

Auch der Soundtrack ist so ein Fremdkörper. An sich ist er wunderbar ausgewählt – Von den Rolling Stones über Queen bis zu Eminem sind viele bekannte Songs vertreten – aber im Film unterstreichen sie die Szenen nur dadurch, dass man die Lieder kennt. Eine ikonische Szene, wie Quicksilvers Auftritt in „X-Men – Zukunft ist Verganngenheit“, bleibt so aus.

„Suicide Squad“ ist ein wirklich schwieriges Unterfangen. Es gibt sehr gute One-Liner und auch das Design weiß das eine oder andere Mal zu überzeugen. Wenn man aber zwei Stunden im Kinosaal sitzt und der Film eher wie Stückwerk als wie aus einem Guss wirkt, dann kann etwas nicht stimmen. So wandern die Hoffnungen auf einen gelungenen DC-Extended-Universe-Film weiter zu „Wonder Woman“, dessen erster Trailer durchaus vielversprechend ausgefallen ist. Wobei das auch bei „Suicide Squad“ der Fall war. Hoffen wir weiterhin, dass das DCEU keine Selbstmord-Mission ist.

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Coole Tatoos, du Clown

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Jared Leto und/oder Will Smith sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Länge: 123 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Originaltitel: Suicide Squad
USA 2016
Regie: David Ayer
Drehbuch: David Ayer, nach einer Vorlage von John Ostrander
Besetzung: Will Smith, Margot Robbie, Jay Courtney, Jay Hernandez, Adewale Akinnuoye-Agbaje, Joel Kinnaman, Cara Delevingne, Jared Leto, James McGowan, Jim Parrack, Viola Davis, Common
Verleih: Warner Bros. Pictures Germany

Copyright 2016 by Matthias Holm

Filmplakat & Trailer: © 2016 Warner Bros. Entertainment, Fotos: © 2016 Warner Bros Entertainment Inc. and Ratpac-Dune Entertainment

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