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Jean-Claude Van Damme (XII): Timecop – Der Belgier auf Zeitreise

28 Aug

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Timecop

Von Volker Schönenberger

SF-Actionthriller // Nahe Gainesville in Georgia zur Zeit des Amerikanischen Bürgerkriegs: Fünf Südstaatler transportieren eine Ladung Gold, als sie von einem Mann aufgehalten werden, der freundlich, aber direkt die Herausgabe des Goldes verlangt. Als seine Bitte verweigert wird, zieht er zwei modernste Maschinenpistolen mit Zielfunktion und legt den Trupp um.

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Senator McComb (l.) lässt sich die TEC zeigen

Die Handlung wechselt ins Jahr 1994 und in die US-Hauptstadt Washington, wo ein Senatskommittee für verdeckte Operationen zusammenkommt. Ein Wissenschaftler hat entdeckt, wie Zeitreisen in die Vergangenheit möglich sind. Das eröffnet große Gefahren – so könnte Saddam Hussein ins Jahr 1944 reisen und mit dem Geheimnis der Atombombe zurückkehren. Selbst die Ermordung Adolf Hitlers berge große Risiken für die Menschheit, da die Folgen unkalkulierbar sind. Daher wird eine „Time Enforcement Commission“ (TEC) finanziert, deren Angehörige möglichen Zeitreise-Missetätern hinterherreisen, diese unschädlich machen und die Kontinuität der Zeitlinien wiederherstellen sollen.

Die Ehefrau des Cops wird ermordet

Nächster Szenenwechsel: Polizist Max Walker (Jean-Claude Van Damme) schäkert mit seiner Frau Melissa (Mia Sara). Nachts wird er zu einem Einsatz gerufen, doch als er das Haus verlässt, lauern ihm Unbekannte auf, schlagen ihn zusammen und schießen ihn nieder. Als sich der Schwerverletzte ins Haus zurückschleppen will, explodiert es, Melissa kommt dabei ums Leben.

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Max Walker (r.) ist nicht zu stoppen

Erneut ein Sprung in der Zeit: Das kriminelle TEC-Mitglied Lyle Atwood (Jason Schombing) will im Jahr 1929 mit Börsenwissen aus der Zukunft ein Vermögen zusammenklauben. Doch Max Walker, mittlerweile als Timecop ein Mitglied der TEC, ist ihm ins Jahr des großen Börsencrashs hinterhergereist und macht seinen alten Partner unschädlich. Zurück in der Gegenwart des Jahres 2004 wird Atwood zügig zum Tode verurteilt. Seinen Auftraggeber hat er vor dem Geheimgericht nicht verraten.

Ein Schurke will Präsident werden

Der Zuschauer weiß schnell, wer der Bösewicht ist: Senator McComb (Ron Silver), der nach dem Präsidentenamt strebt und sich dafür ein Riesenvermögen ergaunern will. Zeitreise-Fantasien kranken in der Regel zwangsläufig an kleinen bis großen Logiklöchern, das ist zu verschmerzen, erst recht, wenn die Geschichte ansonsten stimmt. Das ist bei „Timecop“ gegeben, die Verfilmung eines Dark Horse Comics macht mit ihren Zeitsprüngen enorm viel Spaß. Das beginnt bereits bei den eingangs erwähnten Szenenwechseln, die den Plot sauber einleiten. Diverse Wendungen lassen die Zuschauer gern bei der Stange bleiben. Da greifen einige Zahnräder elegant ineinander. Ein paar Gags tragen zum Gelingen bei, was fürs Herz wird ebenfalls geboten. Jean-Claude Van Damme macht aus seiner Rolle obendrein das Beste. Ein großer Schauspieler ist er nicht, aber seine Kampfkunst würzt den Film adäquat, den Rest besorgt die Charakterisierung seiner Figur aus dem Drehbuch.

Die 2003er-Fortsetzung „Timecop 2 – Entscheidung in Berlin“ mit Jason Scott Lee hat auch ihre Fans gefunden, ist letztlich aber nicht weiter erwähnenswert.

Peter Hyams und Jean-Claude Van Damme

„Timecop“ markiert die erste Zusammenarbeit von Jean-Claude Van Damme mit Regisseur Peter Hyams, es folgten ein Jahr später „Sudden Death“ sowie nach einer längeren Pause 2013 „Enemies Closer“. Damit hat Hyams in der Filmografie des belgischen Actionstars Duftmarken hinterlassen, die es durchaus in eine Top Five oder zumindest Top Ten der besten Van-Damme-Filme schaffen können. Für „Timecop“ gilt: Story stimmt, Action stimmt – ein knackiger Vertreter mit diversen Höhepunkten bis hin zum Showdown mit dem doppelten Van Damme. Am Ende wird klar, dass ein und dieselbe Materie aus verschiedenen Zeiten nicht denselben Raum einnehmen kann, wie es das Pauli-Prinzip der Quantenphysik besagt. Da soll noch mal einer sagen, Van-Damme-Filme seien kein Bildungskino.

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Der Timecop macht auch barbrüstig eine gute Figur

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Peter Hyams sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme mit Jean-Claude Van Damme in der Rubrik Schauspieler.

Veröffentlichung: 25. August 2016 als Blu-ray und DVD (Concorde Home Entertainment), 17. September 2010 als Blu-ray (Warner Home Video) 27. November 2003 als DVD (Universal Pictures), 11. Januar 2000 als DVD (Columbia)

Länge: 97 Min. (Blu-ray), 94 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Originaltitel: Timecop
KAN/USA/JAP 1994
Regie: Peter Hyams
Drehbuch: Mark Verheiden
Besetzung: Jean-Claude Van Damme, Mia Sara, Ron Silver, Bruce McGill, Gloria Reuben, Jason Schombing, Scott Lawrence
Zusatzmaterial: Original-Kinotrailer, Trailershow
Vertrieb: diverse (siehe Veröffentlichung)

Copyright 2016 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2016 Concorde Home Entertainment

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