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The Light Between Oceans – Der Leuchtturmwärter und das Baby

07 Sep

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The Light Between Oceans

Kinostart: 08. September 2016

Von Matthias Holm

Drama // Nanu, geht die Oscar-Saison etwa schon wieder los? Anders kann man sich den Start von „The Light Between Oceans“ kaum erklären. Ein Familiendrama, das kurz nach dem Ersten Weltkrieg spielt und mit Alicia Vikander und Michael Fassbender zwei absolute Weltklasse-Schauspieler an der Spitze hat – das klingt nach einem gefundenen Fressen für die Academy. Leider gibt der Film den Zuschauern aber außer hervorragenden Akteuren und einer interessanten Prämisse nicht wirklich viel, um sich den Titel Oscar-Anwärter zu erarbeiten.

Tom Sherbourne (Michael Fassbender) hat im Ersten Weltkrieg seinen Dienst getan und seelische Narben davongetragen. Um zu sich selbst zu finden und Ruhe zu haben, nimmt er den Job als Leuchtturmwärter auf der abgelegenen Insel Janus an. Im Hafenstädtchen Partageuse, dem nächstgelegenen Kontakt zur Zivilisation, lernt er Isabel (Alicia Vikander) kennen und lieben. Die beiden heiraten, sie zieht zu ihm auf die Insel. Allerdings wird die Beziehung der beiden von zwei Fehlgeburten überschattet.

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Isabel und Tom lieben einander

Kurz darauf strandet ein Boot auf Janus. Darin: Ein toter Mann und ein Baby. Statt den Vorfall zu melden, drängt Isabel Tom dazu, das Kind als ihr eigenes aufzuziehen. Doch bald erfährt der Leuchtturmwärter, dass die Mutter des Kindes in Partageuse lebt – Hannah Roennfeldt (Rachel Weisz).

Traumaverarbeitung auf einer Insel

Es dauert eine geschlagene Stunde, bis man zu diesem Punkt gelangt, der im Trailer als dramaturgischer Mittelpunkt der Literaturverfilmung angedeutet wird. Vorher sieht man Fassbender und Vikander dabei zu, wie sie sich ineinander verlieben und dabei ihre eigenen Traumata verarbeiten müssen – er aus dem Krieg, sie von den Fehlgeburten. Das ist tendenziell interessant, wird aber so lange plattgewalzt und mit übertriebener Symbolik aufgeladen, bis auch der letzte Zuschauer verstanden hat, worum es geht. An diesem Punkt werden die meisten anderen das Leinwandgeschehen eher desinteressiert verfolgen.

Das ist schade, denn sobald der Film zu seinem Kern-Konflikt kommt, entfaltet sich eine wirklich spannende Geschichte, bei der Drehbuchautor und Regisseur Derek Cianfrance eine neutrale Sichtweise behält und nicht Partei ergreift. Das dies nie kitschig gerät liegt vor allem an den Hauptdarstellern. Fassbender, Vikander und Weisz tragen den Film mit ihrer Präsenz, ihrer Mimik und ihrer Sprache zu jeder Sekunde, sämtliche, meistens widersprüchliche Gefühlsregung sieht man ihnen an.

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Was bringt das angespülte Boot?

Nimmt man die erste Stunde weg, ist „The Light Between Oceans“ ein faszinierendes, bewegendes Drama mit dick aufgetragener Symbolik – es wird häufig betont, wie die Insel Janus zwischen zwei Ozeanen steht. Da man hier aber einen Film mit über zwei Stunden Laufzeit hat, muss man sich bis zu diesem Punkt durchkämpfen. Und das ist in Anbetracht der grundsätzlichen Qualität schade, zumal Regisseur und Drehbuchautor Derek Cianfrance 2012 mit „The Place Beyond the Pines“ bewiesen hat, dass er ein lebensnahes Drama über mehr als zwei Stunden auch ohne Längen inszenieren kann.

Michael Fassbender bei „Die Nacht der lebenden Texte“:

The Counselor (2013)
12 Years a Slave (2013)
Frank (2014)
X-Men – Zukunft ist Vergangenheit (2014, Kino)
X-Men – Zukunft ist Vergangenheit – Rogue Cut (2014, Heimkino)
Macbeth (2015)
Slow West (2015)
Steve Jobs (2015)
Assassin’s Creed (2016)
The Light Between Oceans (2016)
X-Men – Apocalypse (2016)

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Das Ehepaar zieht Lucy wie eine eigene Tochter auf

Länge: 132 Min.
Altersfreigabe: FSK 6
Originaltitel: The Light Between Oceans
GB/NZ/USA 2016
Regie: Derek Cianfrance
Drehbuch: Derek Cianfrance, nach einem Roman von M. L. Stedman
Besetzung: Michael Fassbender, Alicia Vikander, Rachel Weisz, Jack Thompson, Thomas Unger, Florence Clery
Verleih: Constantin Film Verleih GmbH

Copyright 2016 by Matthias Holm

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2016 Constantin Film Verleih GmbH

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