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The Purge – Election Year: Brutales Wahljahr

12 Sep

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The Purge – Election Year

Kinostart: 15. September 2016

Von Matthias Holm

SF-Horrorthriller // Die „The Purge“-Reihe ist schon eigenartig: Basierend auf einer einfachen, aber grandiosen Idee kam 2013 der erste Film „Die Säuberung“ in die Kinos – und zeigte leider nur einen gewöhnlichen Home-Invasion-Thriller, der aus seiner Prämisse wenig herausholte. Ein Jahr später kam mit „Anarchy“ dann der Film, den man sich bereits beim ersten Teil erhofft hatte. Man sah, wie es während der Purge-Nacht auf den Straßen zugeht, wenn für zwölf Stunden sämtliche Verbrechen legal sind.

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Die Senatorin versucht …

Leider fokussierte sich Drehbuchautor und Regisseur James DeMonaco aber auch hier wieder auf eine kleine Gruppe, sodass man nur wenig von der dystopischen Welt zu sehen bekommt, in der die Filme angesiedelt sind. Nun kommt also mit „Election Year“ der inzwischen dritte „The Purge“-Film in die Kinos – und auch hier bleiben die alten Probleme der Reihe bestehen.

Die nächste Purge kommt bestimmt

Nachdem Leo Barnes (Frank Grillo) die Ereignisse aus „The Purge – Anarchy“ überlebt hat, hat er sich einen neuen Job gesucht. Jetzt ist er der Bodyguard von Senatorin Charlie Roan (Elizabeth Mitchell). Sie hat 18 Jahre zuvor während einer Purge mit ansehen müssen, wie ihre Familie niedergemetzelt wurde. Seitdem hat sie es sich auf die Fahnen geschrieben, die Purge für immer zu verbieten. Damit ist sie den „neuen Gründungsvätern“, die die Säuberungs-Nacht eingeführt haben, ein Dorn im Auge. Und die nächste Purge steht schon bevor …

„Election Year“ wäre am besten der erste Film der Reihe gewesen. Der Zuschauer bekommt genügend Brotkrumen zugeworfen, die der Welt etwas mehr Substanz geben. Wie funktioniert das politische System dahinter? Wer kümmert sich um die Schäden, die während der Purge entstehen? Beim dritten Film einer Reihe sollte man eigentlich mit dessen Universum vertraut sein – das ist man im Falle von „The Purge“ aber einfach nicht.

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… die Purge zu beenden

Denn hier tritt wieder das bekannte Problem zutage. All diese, durchaus interessanten Punkte werden lediglich angedeutet, aber nie richtig ausformuliert. Zuschauer, die sich für die Dystopie interessieren, werden mit kurzen Informationen in den Dialogen abgespeist. Gerade die politischen Ränkespiele, um die es anfangs ein wenig geht, treten in den Hintergrund, wenn Leo Barnes und Senatorin Charlie Roan auf den Straßen von Washington unterwegs sind.

Kurz vor der Wahl war mehr drin

Hier erinnert „Election Year“ wieder frappierend an „Anarchy“. Eine Gruppe von Menschen, die während des Films aufeinander treffen, muss irgendwie die Nacht und den Irrsinn auf den Straßen überleben. Das ist ein konventioneller Plot, gegen den nichts einzuwenden ist. Aber man wird einfach das Gefühl nicht los, dass mehr drin gewesen wäre.

Was den Film aus der Beliebigkeit rettet, sind DeMonacos Mut zu drastischen Bildern. Die Purge hat einen eigenen Stil, der unverwechselbar ist. So gibt es wieder ikonische Masken und Verkleidungen. Und wenn bei einer Auto-Fahrt durch die Stadt mal eben jemand von einer übergroßen, hell beleuchteten Guillotine geköpft wird, ist das wenig subtil, bleibt aber im Kopf. Auch der Gewaltgrad zieht noch einmal deutlich an. Die Massen an Blut, die durch die Gegend spritzen, haben sich gegenüber den Vorgängern deutlich erhöht.

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Unterstützung bekommt sie von ihrem Leibwächter Leo

Auch im dritten Anlauf bleibt die „The Purge“-Reihe unter ihren Möglichkeiten. Zwar bekommt man jetzt Dinge zu sehen, auf die man seit dem ersten Film wartet – aber eben auch erst sehr spät in diesem Franchise, sodass sich bereits weitere Fragen im Kopf der Besucher auftun. Wen das nicht stört, der bekommt wie schon mit „Anarchy“ einen soliden Genrefilm – nicht mehr, nicht weniger. Das „The Purge“-Franchise haben wir in unserer Rubrik Filmreihen aufgeführt.

Länge: 105 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Originaltitel: The Purge – Election Year
USA 2016
Regie: James DeMonaco
Drehbuch: James DeMonaco
Besetzung: Frank Grillo, Elizabeth Mitchell, Mykelti Williamson, Betty Gabriel, Joseph Julian Soria
Verleih: Universal Pictures Germany GmbH

Copyright 2016 by Matthias Holm

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2016 Universal Pictures Germany GmbH

 
6 Kommentare

Verfasst von - 2016/09/12 in Film, Kino, Rezensionen

 

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6 Antworten zu “The Purge – Election Year: Brutales Wahljahr

  1. Manu

    2016/09/15 at 14:05

    Wenn man noch keinen der Purge-Filme gesehen hat, aber die Idee spannend findet: Macht es Sinn, die Filme in einer anderen Reihenfolge zu sehen oder z. B. Teil 1 auszulassen, der hier ja anscheinend nicht so gut wegkommt?

     
    • V. Beautifulmountain

      2016/09/15 at 14:10

      Man kann den ersten schon schauen. Der ist nur nix Besonderes und reizt die Idee überhaupt nicht aus. Ich würde dennoch dazu raten, die Filme in der Reihenfolge des Entstehens zu schauen.

       
  2. amourfoufilm

    2016/09/12 at 05:22

    In der Sneak gesehen. Schwacher Film. Die Reihe durchlebt den Saw-Effekt: von Teil zu Teil schwächer und immer mehr nur Mittel zum Zweck.

     
    • Matze

      2016/09/12 at 19:52

      Für mich ergibt es sich ja anders herum – von Teil zu Teil besser, aber nie wirklich richtig gut. Dennoch hat die Reihe ja eine große Fan-Base, die sollten Spaß dran haben

       
      • amourfoufilm

        2016/09/13 at 05:11

        Echt? Der erste war noch subtil, einigermaßen spannend, wartete mit einer neuen Idee und passablen Darstellern auf. Naja, wie auch immer: hast Recht, die Reihe hat ihre Fans, denen das ihre.

         
      • V. Beautifulmountain

        2016/09/13 at 05:22

        Die neue Idee ist im ersten Film aber überhaupt nicht ausgereizt worden. Das war ein herkömmlicher Home-Invasion-Thriller.

         

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