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The Beast Within – Das Engelsgesicht: Horror-Brut aus den 80ern

06 Okt

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The Beast Within

Von Volker Schönenberger

Horror // Welch düsterer Prolog: Eli und Caroline MacCleary (Ronny Cox, Bibi Besch) bleiben 1964 auf einer Landstraße im Wald mit einer Autopanne liegen. Während Eli Hilfe holt, lässt Caroline den Hund der beiden raus. Derweil weiß der Zuschauer bereits, dass etwas Bedrohliches im Anmarsch ist: Eine nur schemenhaft zu sehende Kreatur nähert sich, tötet den Hund und jagt Caroline. In Panik rennt sie davon und verliert nach dem Aufprall gegen einen Baum das Bewusstsein. Das Wesen reißt der Frau die Kleider vom Leib und vergeht sich an ihr.

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Angriff im Wald

17 Jahre später leben die MacClearys in Jackson, Mississippi. Ihren halbwüchsigen Sohn Michael (Paul Clemens) plagen Albträume, sein Verhalten entwickelt sich besorgniserregend. Seine Eltern kehren daraufhin an den Ort des Überfalls zurück, um mehr über den Täter herauszufinden, der offenbar Michaels leiblicher Vater ist. Die Einwohner verhalten sich eher abweisend. In der Zwischenzeit entkommt Michael aus der Klinik, in der er sich aufhielt, und fährt seinen Eltern mit einem gestohlenen Auto hinterher. Bald zieht sich eine Blutspur durch den Ort.

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Michaels Zustand ist besorgniserregend …

Wenn sich nach und nach die grausliche Wahrheit entfaltet, merkt man, dass beim Drehbuch zu „The Beast Within – Das Engelsgesicht“ ein fantasievoller Autor am Werk war. Welche Details in der Romanvorlage von Edward Levy vorkommen und welche Skript-Schreiber Tom Holland hinzuersonnen hat, vermag ich nicht zu beurteilen. Dem Vernehmen nach hatte der Schriftsteller den Roman noch gar nicht abgeliefert, als Holland mit dem Drehbuch begann – Produzent Harvey Bernhard habe lediglich den Titel des Romans gekauft, wie Holland einmal anführte. Holland hat eine beeindruckende Filmografie als Genre-Autor vorzuweisen: „Die Klasse von 1984“ (1982), „Die rabenschwarze Nacht – Fright Night“ (1985) nebst Fortsetzung „Mein Nachbar, der Vampir“ (1988) sowie „Chucky – Die Mörderpuppe“ (1988) entstammen ebenso seiner Feder oder Tastatur wie die Stephen-King-Verfilmungen „Langoliers – Die andere Dimension“ (1995) und „Thinner – Der Fluch“ (1996).

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… sogar sehr besorgniserregend …

Der pointiert eingesetzte Soundtrack mit seinen fragmentarischen Ton-Sequenzen trägt zur Spannung bei. Den Höhepunkt von „The Beast Within – Das Engelsgesicht“ stellt eine ganz wunderbar getrickste und herrlich eklige Verwandlungsszene gegen Ende dar, die mit einer speziellen Methode sehr effektvoll inszeniert wurde: mit kleinen Ballons, die unter einer dicken Schicht Make-up platziert und dann aufgeblasen wurden, was den Anblick eines übel pulsierenden Gesichts bewirkte. Damals eine gar nicht mal so selten verwendete Methode, die heute durch den Computer ersetzt worden ist, wie Regisseur Philippe Mora in seiner Einleitung der Blu-ray bedauernd erwähnt.

Erstmals auf Blu-ray und DVD

Das Mediabook von OFDb Filmworks kommt in limitierter und nummerierter Auflage und zwei Covermotiven à 1.000 Exemplaren daher. Der Text im Booklet widmet sich der Bio- und Filmografie von Philippe Mora, der unter anderem Dokus zum „Dritten Reich“ drehte. Zu seinen bekanntesten Spielfilmen zählen das Action-Abenteuer „Die Brut des Adlers“ (1984) mit Rutger Hauer und Kathleen Turner sowie das SF-Drama „Die Besucher“ (1989) mit Christopher Walken nach einer Vorlage von Whitley Striber. Auch für Teil zwei und drei der Werwolf-Reihe „The Howling – Das Tier“ zeichnet Mora verantwortlich.

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… mehr als besorgniserregend!

Der Booklet-Text bietet interessante Lektüre, kann der 1949 geborene Regisseur von „Das Engelsgesicht“ doch auf ein bewegtes Leben und ein bemerkenswertes künstlerisches Schaffen zurückblicken: Man kennt ihn nicht nur als Regisseur mit vielseitiger Filmografie – er ist bis heute aktiv –, Mora hat sich auch als Kunstmaler betätigt. Etwas mehr Sorgfalt beim Lektorat hätte den Booklet-Text aufgewertet, aber die kleinen Mängel hier und da werden nur wenigen Lesern auffallen.

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Aller Sorgen ledig

Extra für diese Veröffentlichung haben die beiden damit erfahrenen Filmexperten Ingo Strecker und Daniel Perée einen Audiokommentar eingesprochen. Das Mediabook enthält den Film auf Blu-ray und DVD sowie zusätzlich eine DVD mit dem Bonusmaterial (siehe unten). Da es „Das Engelsgesicht“ zuvor in Deutschland lediglich auf VHS gegeben hat, haben wir es mit einer Blu-ray- und DVD-Premiere gleichzeitig zu tun – und dann auch noch in herausragender Bildqualität. Ein schönes und rundum sorgfältig produziertes Mediabook. „The Beast Within – Das Engelsgesicht“ schließt nicht ganz zu den großen Horrorklassikern der 80er-Jahre auf, aber wer dem Horrorgenre jener Dekade zugeneigt ist, macht bei der Anschaffung nichts falsch.

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Die Öffnung eines Grabes soll Aufschluss bringen

Veröffentlichung: 21. September 2016 als 3-Disc Limited Collector’s Edition Mediabook (Blu-ray & 2 DVDs, zwei Covermotive à 1.000 Exemplare)

Länge: 98 Min. (Blu-ray), 94 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK ungeprüft
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Originaltitel: The Beast Within
Alter deutscher Verleihtitel: Das Engelsgesicht – Drei Nächte des Grauens
USA 1982
Regie: Philippe Mora
Drehbuch: Tom Holland, nach einem Roman von Edward Levy
Besetzung: Ronny Cox, Bibi Besch, Paul Clemens, Don Gordon, R. G. Armstrong, Katherine Moffat, L. Q. Jones, John Dennis Johnston, Ron Soble
Zusatzmaterial: Audiokommentar von Ingo Strecker und Daniel Perée, Intro mit Regisseur Philippe Mora, Featurette „Within The Beast Within“ (33 Min.), Storyboarding „The Beast Within“ (14 Min.), Karriere-Featurette über den Regisseur: „Philippe and His Beasts“, 2 Radio-Spots, deutscher und englischer Trailer, Bildergalerie, Booklet mit einem Text von Thorsten Hanisch
Vertrieb: OFDb Filmworks

Copyright 2016 by Volker Schönenberger

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Ein finsteres Geheimnis

Fotos & Packshots: © 2016 OFDb Filmworks

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