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Fucking Berlin – Die Hauptstadthure

09 Okt

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Fucking Berlin

Von Matthias Holm

Drama // „Fucking Berlin“ war 2008 durchaus eine literarische Überraschung. Immerhin wurde der autobiografische Roman von Sonia Rossi in insgesamt neun Sprachen übersetzt. Dabei schildert Rossi ihre Erfahrungen als Prostituierte in Berlin. So eine Geschichte ist natürlich gefundenes Fressen für Filmemacher. Leider dreht Regisseur Florian Gottschick lieber einen Film über Berlin, als sich für seine Figuren zu interessieren.

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Sonja beim Studium …

Sonja (Svenja Jung) wollte weg von zu Hause, nun studiert sie in Berlin Mathematik. Dort gerät sie schnell in Geldprobleme und die Miete lässt sich nur schwer bezahlen. Durch einen Bekannten kommt die junge Frau in Kontakt zur käuflichen Erotik. Erst jobbt Sonja als Frau, die sich vor der Webcam für andere auszieht, später prostituiert sie sich – mit jeder Menge sonderbarer Freier.

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… mit ihrem Freund Ladja …

Gerade zu Beginn des Films dreht sich wenig um diese erotischen Auswüchse. Florian Gottschick zeigt Sonja immer wieder dabei, wie sie durch die Stadt streift, beim Unterricht, in ihrer Wohnung, in den Clubs. Stets im Hintergrund: ein treibender Elektro-Score, denn wie Sonja selbst sagt: Jeder hat einen eigenen Takt. Das zeigt zwar ganz hübsch Berlin, nur bekommt der Zuschauer nichts an die Hand, um mit den Figuren etwas anzufangen. So interessiert einem das spätere Schicksal auch nicht wirklich. Gerade Hauptdarstellerin Svenja Jung schafft es nicht, ihrer Rolle etwas mehr abzugewinnen als eine interessierte Studentin.

Lächerliche Fetische

Wenn es dann zu den verschiedenen erotischen Spielereien kommt, werden die meist der Lächerlichkeit preisgegeben. Natürlich werden häufig die absurdesten Fetische gezeigt, durch die humoristische Inszenierung verlieren sie allerdings all ihre dramatische Brisanz. So findet man es nicht weiter bemerkenswert, wenn sich ein Mann von Sonja einen Hamster rektal einführen lassen will, sondern einfach nur eklig.

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… und bei ihrer Nebentätigkeit

„Okay, Weihnachten im Puff. Aber so ist Berlin halt.“ Mit diesem Zitat lässt sich „Fucking Berlin“ gut zusammenfassen. Der Film will anscheinend Grenzen ausloten, ohne zu merken, dass sie nicht mehr existieren. Dies tut er allerdings mit hübschen Bildern der Hauptstadt. Die Schauspieler treffen ihre Rollen dabei meist leider nicht, was dem Ganzen den Charme eines Amateurfilms verleiht. Als Experiment durchaus interessant, aber nicht besonders gelungen.

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Gemeinsam nackt über der Hauptstadt

Veröffentlichung: 6. Oktober 2016 als Blu-ray und DVD

Länge: 100 Min. (Blu-ray), 92 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Originaltitel: Fucking Berlin
D 2016
Regie: Florian Gottschick
Drehbuch: Florian Gottschick, Sophie Luise Bauer, Leonie Krippendorff, Dominik Stegmann, nach einem Roman von Sonia Rossi
Besetzung: Svenja Jung, Christoph Letkowski, Mateusz Dopieralski, Eugen Bauder, Constantin Lücke
Zusatzmaterial: keine Angabe
Vertrieb: EuroVideo Medien GmbH

Copyright 2016 by Matthias Holm
Fotos & Packshot: © 2016 EuroVideo Medien GmbH

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