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Frankensteins Höllenmonster – Darth Vader als haariges Ungetüm

11 Okt

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Frankenstein and the Monster from Hell

Von Volker Schönenberger

Horror // Ein verkommenes Subjekt öffnet auf einem Friedhof ein Grab und stiehlt sich mit der Leiche davon. Er bringt es zu Dr. Simon Helder (Shane Briant). Der junge Arzt veranstaltet mit Verstorbenen merkwürdige Experimente. Zu merkwürdig für die Obrigkeit: Weil ein Polizist dem Leichenräuber vom Friedhof gefolgt ist, wird Helder erwischt und in eine geschlossene Einrichtung für geistesgestörte Kriminelle eingewiesen. Der Anstaltsarzt Dr. Carl Victor (Peter Cushing) erkennt das Talent seines neuen Insassen und macht ihn zu seinem Assistenten.

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Dr. Simon Helder wird verurteilt

Der Kreis schließt sich: 1957 drehte Regisseur Terence Fisher (1940–1980) mit „Frankensteins Fluch“ den ersten Farbfilm der Hammer Studios und leitete damit die Ära der schaurigen Hammer-Produktionen ein. „Frankensteins Höllenmonster“ ist der fünfte und letzte Hammer-Frankenstein-Film – und Fishers letzte Regiearbeit. Außer den fünf Frankenstein-Filmen stehen für ihn auch „Dracula“, „Die Rache der Pharaonen“, „Der Fluch von Siniestro“ und andere Hammer-Perlen zu Buche. Was wäre die Produktionsfirma ohne Terence Fisher?

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Dr. Victor entpuppt sich als Dr. Frankenstein

In „Frankensteins Höllenmonster“ packt er noch einmal alles aus, was möglich ist. Das ist budgetbedingt deutlich weniger als vormals, was sich speziell an der titelgebenden Kreatur bemerkbar macht – die Maske wirkt nicht rund, das Kostüm des stark behaarten Wesens unfreiwillig komisch. Darunter verbirgt sich immerhin eine interessante Personalie: David „Darth Vader“ Prowse, der bereits 1970 in „Frankensteins Schrecken“ bei Hammer in die Rolle des Monsters geschlüpft war.

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Ersatzhände sind problemlos zu beschaffen

Die Handlung spielt sich über weite Strecken in den Räumen von Dr. Victor ab, der sich zügig als Dr. Frankenstein entpuppt. Das macht das Ganze ein wenig eintönig. Dafür ist „Frankensteins Höllenmonster“ deutlich drastischer, als wir es von Hammer gewohnt sind. Eine Augapfel-Sammlung, eine Leiche, der die Hände amputiert worden sind, eine Operation am offenen Hirn – bemerkenswert. Seine Momente hat der Film auf jeden Fall: Wenn die entfesselte Kreatur ein Grab öffnet und sich quasi selbst erblickt – Frankenstein und Helder hatten dem Toten das Hirn entnommen und es der Kreatur eingepflanzt –, so bekommt man den Hauch einer Ahnung davon, dass Mary Shelley seinerzeit mit ihrer Romanvorlage „Frankenstein oder der moderne Prometheus“ auch eine Aussage über die Verantwortung des Forschers gemacht hat. Das Ende ist Splatter. „Frankensteins Höllenmonster“ sieht so höllisch nun nicht aus und ist sicher nicht unter den Spitzenproduktionen des Studios anzusiedeln, als Abgesang aber aller Ehren wert.

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Die Kreatur ist nichts weiter als ein Versuchskaninchen …

Was die Blu-ray von Anolis Entertainment angeht, fällt es schwer, etwas anderes zu schreiben als über vorherige Mediabooks (eine Softcase-Version ist ebenfalls erschienen), also fasse ich mich kurz: Bild und Ton, haptische Anmutung des Mediabooks, Zusatzmaterial, die Booklettexte von Dr. Rolf Giesen und Uwe Sommerlad – alles aus einem Guss. Kurz überlegt, ob ich aus dem Booklet etwas abschreibe, um meinen Text mit fremden Federn aufzuwerten, aber ach was: Beschafft euch das Teil! Wer Hammer etwas abgewinnen kann, muss hier zuschlagen. Die einzig wahre Adresse für Hammer-Veröffentlichungen in Deutschland ist Anolis!

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… aber einmal losgelassen, kennt sie keine Gnade

Veröffentlichung: 9. September 2016 als Blu-ray im Mediabook und Blu-ray, 19. August 2004 als DVD (E-M-S)

Länge: 95 Min. (Blu-ray), 91 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Frankenstein and the Monster from Hell
GB 1974
Regie: Terence Fisher
Drehbuch: Anthony Hinds (als John Elder)
Besetzung: Peter Cushing, Shane Briant, Madeline Smith, David Prowse, John Stratton, Michael Ward, Elsie Wagstaff, Bernard Lee, Clifford Mollison, Patrick Troughton, Philip Voss
Zusatzmaterial: Audiokommentar mit Dr. Rolf Giesen und Uwe Sommerlad, Audiokommentar mit Madeline Smith, Shane Briant und Marcus Hearn, Making-of: „Taking Over the Asylum“, Dokumentation „Terence Fisher – Charming Evil“, Interviews mit David Nathan und Friedrich Schoenfelder, US-Trailer, US-Pressbook, Bildergalerien, nur Mediabook: 28-seitiges Booklet mit Texten von Dr. Rolf Giesen und Uwe Sommerlad
Vertrieb: Anolis Entertainment GmbH

Copyright 2016 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshots: © 2016 Anolis Entertainment GmbH

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