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Videospiel-Verfilmungen (VIII): Ratchet & Clank – Wenn Aliens in Schafe verwandelt werden

21 Okt

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Von Matthias Holm

Computertrick-Fantasy-Action // Zum Beginn der PlayStation-2-Ära suchte Sony händeringend nach einem neuen Maskottchen für die neue Konsole. Nintendo hatte wie immer Mario, Microsoft baute gerade sein „Halo“-Franchise auf. Zwar hatte man auf der ersten PlayStation mit „Crash Bandicoot“ eine Spielereihe, die als Markenzeichen gelten konnte, sie überstand aber den Übergang in die neue Konsolengeneration nicht gut. So probierte man gleich drei Spiel-Konzepte aus, die alle auf ihre Weise erfolgreich waren. „Jak & Dexter“ war ein klassisches Jump-and-Run, in „Sly Cooper“ musste man mehr schleichen als alles andere, „Ratchet & Clank“ schließlich verband Plattform-Passagen mit hitzigen Kämpfen und verrückten Waffen. Die letztgenannte Spielreihe schaffte es in diesem Jahr dann auch den Sprung auf die Leinwand – 14 Jahre nach dem ersten Spiel.

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Ratchet will unbedingt Ranger werden

Der Lombax Ratchet träumt davon, einer der Galactic Ranger zu werden. Diese Elite-Truppe beschützt die Galaxie vor allerlei Gefahren. Captain Qwark, Anführer der Ranger und Egomane, weist einen enttäuschten Ratchet bei dessen Bewerbung zwar ab, nach einer mutigen Heldentat sehen sich die Ranger aber dazu genötigt, den Lombax aufzunehmen. Doch er ist nicht allein: Ratchets Roboterkumpel Clank hat ihm geholfen. Dieser ist bei einem Stromausfall in der Roboterfabrik des finsteren Drek entstanden, welcher den Plan verfolgt, aus verschiedenen Planeten einen eigenen zu bauen. Dafür sucht er sogar Hilfe beim verrückten Wissenschaftler Dr. Nefario, der noch ein Hühnchen mit den Galactic Rangern zu rupfen hat.

Regionalliga statt Oberklasse

Eine Sache sollte von Anfang an klar sein – „Ratchet & Clank“ spielt nicht mit Pixar oder Disney in der obersten Liga der Animationsfilme. Vom technischen Standpunkt und auch in der Synchronisation ist der Film eher Regionalliga. Speziell Hintergründe und Actionsequenzen sehen erschreckend schwach aus, man wird nie das Gefühl los, hier einen Vormittags-Cartoon zu sehen. Auch wird die Heldenreise von Ratchet ohne große Überraschungen und beinahe lustlos erzählt, man weiß von vornherein, in welchen Bahnen sich die Geschichte bewegt.

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Captain Qwark jagt …

Dennoch darf man eine Menge Spaß mit diesem Film haben. Denn er transportiert den wichtigsten Punkt der Spiele: einen absurden Sinn für Humor. Captain Qwarks egoistische Eskapaden mäandern zum Beispiel zwischen extrem peinlich und wirklich witzig. Und wenn ein Roboter namens Wilhelm von einer Brücke stürzt und den berühmten Schrei ausstößt, Aliens aus Versehen bei ihren Eltern anrufen oder die eingangs erwähnten Jak, Dexter und Sly Cooper in der Datenbank von Clank auftauchen, dann gehen einem Fan der Spiele das Herz auf.

Wo ist der Controller?

Klar, aus dem Ursprungsmaterial hätte man deutlich mehr rausholen können. Aber die wichtigsten Aspekte der Spielereihe wurden getroffen, was nicht jede Verfilmung von sich behaupten kann. Und dabei schafft der Film noch eine ganz andere Sache – man bekommt Lust, den Controller in die Hand zu nehmen und die bösen Aliens mit dem irren Waffen-Arsenal in Schafe zu verwandeln. Das macht nämlich in jeder Version der Spiele Laune.

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… den bösen Drek

Videospiel-Verfilmungen bei „Die Nacht der lebenden Texte“:

Super Mario Bros. (Fantasy-Abenteuer, USA 1993, geplant)
Alone in the Dark (also doch Uwe Boll! SF-Horror, KAN/D/USA 2005, geplant)
Silent Hill – Willkommen in der Hölle (Horror, KAN/F/JAP 2006)
Hitman – Jeder stirbt alleine (Actionthriller, F/USA 2007)
Prince of Persia – Der Sand der Zeit (Fantasy-Abenteuer, USA 2010, geplant)
Silent Hill – Revelation (Horror, F/KAN 2012, geplant)
FPS – First Person Shooter (Horror-Action, D 2014)
Heavenly Sword (Computertrick-Fantasy-Action, USA 2014)
Dead Rising – Watchtower (Horror-Action, USA 2015)
Hitman – Agent 47 (Actionthriller, USA/D 2015)
Assassin’s Creed (SF-Abenteuer, GB/F/HK/USA 2016)
Dead Rising – Endgame (Horror-Action, USA 2016)
Kingsglaive – Final Fantasy XV (Fantasy-Action, USA/JAP 2016) (Computertrick-Action, USA/JAP 2016)
Ratchet & Clank (Computertrick-Fantasy-Action, HK/KAN/USA 2016)
Resident Evil – The Final Chapter (Horror-Action, F/D/KAN/AUS 2016)
Warcraft – The Beginning (Fantasy-Action, USA 2016)

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Paul Giamatti, John Goodman und/oder Sylvester Stallone sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

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Galactic Rangers, versammelt euch!

Veröffentlichung: 22. September 2016 als Blu-ray und DVD

Länge: 94 Min. (Blu-ray), 90 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Ratchet & Clank
HK/KAN/USA 2016
Regie: Kevin Munroe, Jericca Cleland
Drehbuch: T. J. Fixman, Kevin Munroe, Gerry Swallow
Originalstimmen: Paul Giamatti, John Goodman, Rosario Dawson, Sylvester Stallone, Bella Thorne, Jim Ward
Zusatzmaterial: Die Entdeckungsreise eines Helden, Eine höhere Ebene, Blick hinter die Kulissen, Interview mit iBlali, Trailershow, Wendecover
Vertrieb: Constantin Film

Copyright 2016 by Matthias Holm

Szenenbilder, Packshot & Trailer: © 2016 Constantin Film

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