RSS

Zombies of Mora Tau – Untote als Schatzwächter

31 Okt

zombies_of_mora_tau-poster

Zombies of Mora Tau

Von Volker Schönenberger

Horror // In the darkness of an ancient world – on a shore that time has forgotten – there is a twilight zone between life and death. Here dwell those nameless creatures who are condemned to prowl the land eternally – the walking dead. Ob sich Rod Serling von diesem stimmungsvollen Einstieg zu seiner zwei Jahre später startenden bahnbrechenden TV-Serie „The Twilight Zone“ inspirieren ließ? Mit dieser Texteinblendung setzt „Zombies of Mora Tau“ jedenfalls gleich zu Beginn ein atmosphärisches Ausrufezeichen, das in der Folge auch eingelöst wird.

Nach zehn Jahren kehrt die junge Jan Peters (Autumn Russell) nach Afrika zurück. Chauffeur Sam (Gene Roth) bringt sie zu dem Anwesen an der Küste, wo sie ihre Kindheit verbracht hat. Auf der Strecke stellt sich dem Auto ein seltsam starr blickender Mann in den Weg. Sam fährt ihn um und trotz der Proteste von Jan ungerührt weiter. Zu Jans Entsetzen billigt ihre Großmutter (Marjorie Eaton) die unterlassene Hilfeleistung ihres Angestellten. Es habe sich schließlich um einen lebenden Toten gehandelt.

Zombies bewachen versunkene Diamanten

Vor der Küste liegt ein Schiff auf Reede. An Bord: der reiche George Harrison (Joel Ashley), der noch reicher werden will; er ist scharf auf eine Diamantenladung, die sich an Bord eines dort 60 Jahre zuvor gesunkenen Schiffs befand. Die Warnungen von Großmutter Peters schlagen Harrison und seine Crew in den Wind. Der alten Dame zufolge haben bereits etliche Schatzsucher ihre Gier nach den Diamanten mit dem Leben bezahlt, wie ein nahegelegener Friedhof belegt. Sie alle fielen der Crew des gesunkenen Schiffs zum Opfer, die auch im Tode die Diamanten bewacht – als Zombies.

Untote ertrinken nicht

Eigentlich wirkt es trashig und unfreiwillig komisch, wie die Untoten durch die Gegend schlurfen und auch unter Wasser angreifen. Einige von ihnen haben sogar Algen am Leib, damit sie als Opfer der See kenntlich sind. Dennoch: Ihr plötzliches Auftauchen und unbeirrbares Voranschreiten bringt einige gruselige Momente mit sich und hebt „Zombies of Mora Tau“ vom Trash ab, auch wenn der Film natürlich fest im B-Sektor verankert ist. Großmutter Peters treibt die Geschichte mit ihren Erläuterungen voran, wir lernen geldgierige wie integre Protagonisten kennen, darunter Dr. Jonathan Eggert (Morris Ankrum), der dem Mythos auf den Grund gehen will, und Jeff Clark (Gregg Palmer), der sein Herz für Jan Peters entdeckt. Mit Mona Harrison (Allison Hayes) haben wir sogar eine Femme fatale an Bord, die ihre weiblichen Reize zur Schau trägt, die Männer um den Finger wickelt und sogar als Zombie eine gute Figur macht. Ein interessantes Ensemble, deren Schicksal man gern verfolgt.

Produziert von Sam Katzman

Der in Schwarz-Weiß inszenierte „Zombies of Mora Tau“ entstammt dem Produzentenhändchen des B- und Trashfilmers Sam Katzman, der im Lauf seiner Karriere für verschiedene Filmstudios tätig war. Zu seinen bekanntesten Filmen zählen „Das Grauen aus der Tiefe“ („It Came from Beneath the Sea“, 1955) und „Fliegende Untertassen greifen an“ („Earth vs. the Flying Saucers“, 1956). Später produzierte Katzman die beiden Elvis-Presley-Vehikel „Die wilden Weiber von Tennessee („Kissin‘ Cousins“, 1964) und „Verschollen im Harem“ („Harum Scarum“, 1965) sowie Roy Orbisons einzigen Film „The Fastest Guitar Alive“ (1967).

Icons of Horror

„Zombies of Mora Tau“ ist nie in Deutschland erschienen, in Europa auf DVD nur in Spanien und Italien. Die Existenz einer deutschen Synchronisation ist mir nicht bekannt. Wer einen Regionalcode-freien Player besitzt, kann in den USA fündig werden: Die „Icons of Horror Collection – Sam Katzman“ mit vier Filmen aus seiner kreativsten Zeit in den 50er-Jahren kommt in akzeptabler Qualität im ansprechenden Schuber daher und enthält sogar Bonusmaterial. Als früher Zombiefilm lange vor einer Zeit, in der nach George A. Romeros „Die Nacht der lebenden Toten“ (1968) Heerscharen blutrünstiger Menschenfresser-Zombies die Leinwände besudelten, ist „Zombies of Mora Tau“ allein aus filmhistorischem Interesse sehenswert. Das Untoten-Abenteuer bietet Freunden klassischen Schwarz-Weiß-Grusels aber ohnehin einen angenehmen B-Film-Abend – aufgrund der kurzen Laufzeit von 69 Minuten vorzugsweise im Double-Feature mit einem der drei anderen Filme der Box.

zombies_of_mora_tau-the_werewolf-packshot

Veröffentlichung (USA): 16. Oktober 2007 als Bestandteil der „Icons of Horror Collection – Sam Katzman“ (2 DVDs mit „The Giant Claw“, „Creature with the Atom Brain“, „Zombies of Mora Tau“, „The Werewolf“)

Länge: 69 Min.
Altersfreigabe: not rated
Sprachfassungen: Englisch
Untertitel:
Originaltitel: Zombies of Mora Tau
USA 1957
Regie: Edward L. Cahn
Drehbuch: George H. Plympton (Story), Bernard Gordon
Besetzung: Gregg Palmer, Allison Hayes, Autumn Russell, Morris Ankrum, Marjorie Eaton, Joel Ashley, Gene Roth, Leonard P. Geer
Zusatzmaterial: Kurzfilm „Midnight Blunders“ (1936, 17:02 Min.) & Zeichentrick-Kurzfilm „Terror Faces Magoo“ (1959, 6:30 Min.), Trailershow
Vertrieb: Sony Pictures Home Entertainment

Copyright 2016 by Volker Schönenberger
Filmplakat: Fair Use

Advertisements
 

Schlagwörter: , , , , , , , , ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: