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What We Become – Die Untoten von Dänemark

15 Nov

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Sorgenfri

Von Volker Schönenberger

Horror // Im dänischen Sorgenfri scheint alles seinen gewohnten Gang zu gehen. Zwar kommt im Fernseher eine Meldung über eine Infektionskrankheit, die in einem Pflegeheim des etwas langweiligen Vororts von Kopenhagen ausgebrochen sei; auch berichtet eine alte Nachbarin, ihr Mann habe am Boden gelegen, ohne zu atmen – Sanitäter können den Mann jedoch nicht finden. Doch Sorgen machen sich die Einwohner erst, als am nächsten Tag Teile des Orts zum Sperrgebiet erklärt werden. Bald darauf riegeln schwer bewaffnete und gepanzerte Polizeieinheiten das Gebiet weiträumig ab und lassen niemanden heraus.

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Teenager unter sich: Gustav und Sonja

Wie genau die Symptome der Infektion aussehen, bleibt anfangs vage, doch weil „What We Become“ ohnehin als Zombiefilm vermarktet wird, können wir uns diesen Spoiler wohl erlauben: Ja, es ist ein Zombieschocker, genauer: ein Infiziertenschocker. Erkrankte werden zu blutrünstigen Bestien, die nicht besonders schnell voranschreiten, aber tödlich sind. Bedrohlicher erscheint mit Beginn der Quarantänemaßnahmen die Staatsgewalt, die konsequent auf Bürgerrechte pfeift und eine Familie, die per Auto aus der Auskesselung ausbrechen will, schon mal einfach so über den Haufen schießt.

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Gustav will mehr erfahren …

Die Protagonisten sind passend zum Vorort-Setting als Normalos gezeichnet und das sorgfältig, etwa der Teenager Gustav (Benjamin Engell), der sich mit seinen Eltern wegen Kleinigkeiten streitet und in die hübsche Nachbarstochter Sonja (Marie Hammer Boda) verguckt hat – sie ist mit ihren Eltern gerade gegenüber eingezogen. Gustavs Vater Dino (Troels Lyby) wirft angesichts der Gefahr ganz pragmatisch Skrupel schnell über Bord.

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… und riskiert dafür viel

Der dänische Drehbuchautor und Regisseur Bo Mikkelsen hat sich in seinem Langfilmdebüt nach acht Kurzfilmen ausgiebig bei US-Vorbildern bedient, am deutlichsten beim 2010er-Remake „The Crazies – Fürchte deinen Nächsten“. Daran ist aber nichts auszusetzen, wenn es so kenntnisreich und technisch versiert geschieht wie in diesem Fall. Mit ausgefeiltem Sounddesign und einem bedrohlichen, nie überbordenden Score schafft er eine Atmosphäre konstanter Bedrohung, die lange Zeit vor sich hin brodelt, bis sie mit den ersten großen Untoten-Attacken in heftigen Gewaltspitzen kulminiert.

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Untot und bissig

Wenn Mangel an Originalität mit Gefühl fürs Genre einhergeht, stört es überhaupt nicht, dass man viele Einstellungen schon mal gesehen hat. Die Protagonisten bleiben die Normalos, die sie sind, und müssen dem Unheil hilflos ins Gesicht sehen. Die Hoffnung auf Rettung schwindet. „What We Become“ ist gänzlich frei von Augenzwinkern und Ironie inszeniert und weit jenseits von Trash angesiedelt. Für einen Genre-Höhepunkt mangelt es etwas an Eigenständigkeit, aber eine kleine Horrorperle ist Bo Mikkelsen gelungen.

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Dino kämpft um sein Leben

Veröffentlichung: 18. November 2016 als Blu-ray und DVD

Länge: 81 Min. (Blu-ray), 77 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Dänisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Originaltitel: Sorgenfri
DK 2015
Regie: Bo Mikkelsen
Drehbuch: Bo Mikkelsen
Besetzung: Mille Dinesen, Troels Lyby, Ole Dupont, Mikael Birkkjær, Marie Hammer Boda, Therese Damsgaard, Rita Angela, Benjamin Engell
Zusatzmaterial: O-Card (Vertikalschuber)
Vertrieb: capelight pictures

Copyright 2016 by Volker Schönenberger

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Auch Sonja gibt nicht so leicht klein bei

Fotos & Packshot: © 2016 capelight pictures

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Eine Antwort zu “What We Become – Die Untoten von Dänemark

  1. Wortman

    2016/11/15 at 12:55

    Wäre vielleicht mal einen Blick wert.

     

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