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Der blaue Mustang – Joel McCrea als Pferdeflüsterer

30 Nov

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Black Horse Canyon

Von Volker Schönenberger

Western-Melodram // Ein schwarzer Hengst durchstreift die Wildnis des Westens, dem Dasein als Zuchtpferd ist er entkommen, befreit gar Artgenossen aus menschlicher Gefangenschaft. So putzig beginnt der Technicolor-Western „Black Horse Canyon“ aus dem Jahr 1954 – ja, trotz der Schwarz-Weiß-Fotos handelt es sich um einen Farbfilm. Del Rockwell (Joel McCrae) und sein Adoptivsohn Ti (Race Gentry) haben den Hengst entdeckt und beschließen, ihn einzufangen. Doch eine frühere Besitzerin will das Tier mit dem Namen „Outlaw“ zurückhaben: die junge Aldis Spain (Mari Blanchard), die dem Pferd sogar beibrachte, Gatter zu öffnen – weshalb auch immer sie das getan haben mag.

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Ti (M.) und Rockwell (r.) werden des Pferdediebstahls bezichtigt

Weil Rockwell und Ti Pferde gefangen haben, die Outlaw befreit hatte, hält der Rancher Jennings (Murvyn Vye) die beiden für Pferdediebe und will sie aufhängen lassen. Dazu kommt es nicht, weil Aldis bestätigt, dass Outlaw die Pferde aus den Koppeln geholt hat. Auch Jennings ist scharf auf den Hengst, es gelingt ihm sogar, ihn zu fangen. Doch Outlaw trampelt einen Cowboy des Ranchers tot und entkommt erneut.

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Ti verknallt sich in Aldis …

Eine sonderbare Pferdeoper hat Jesse Hibbs da gedreht. Der Regisseur hat in den 50er-Jahren einige Filme für die zweite Reihe inszeniert, oft mit Audie Murphy, und ist am Ende jenes Jahrzehnts zum Fernsehen gewechselt, wo er noch etwa zehn Jahre lang Serienfolgen verantwortete. Ein Western wie „Black Horse Canyon“ mit seinem Verzicht auf große Schurken und tödliche Schießereien ist mir selten untergekommen. Rancher Jennings ist zwar ein klar definierter Antagonist, letztlich aber auch nur auf den Hengst aus und kein echter Schurke.

Liegt das Glück der Erde auf dem Rücken der Pferde?

Mehr als um Gut und Böse geht es um die Liebe. Die junge Aldis, in der deutschen Synchronisation in Helen umgetauft, verliebt sich zügig in den knorrigen Rockwell. Dessen junger Partner Ti verknallt sich parallel leider über beide Ohren in Aldis und lässt keine Gelegenheit aus, sich zum Narren zu machen. Was tut man nicht alles, um der Dame seines Herzens zu imponieren? Dabei hat sich doch längst die holde Juanita (Pilar Del Rey) in Ti verguckt, die auf der Ranch von Aldis arbeitet. Reichen derlei naive romantische Verwirrungen, „Der blaue Mustang“ in den Legendenstatus zu erhaben? Weshalb überhaupt hat dem Pferd der deutsche Titel blaue Farbe verpasst? Fragen über Fragen … Jedenfalls müssen menschliche wie tierische Hengste gebändigt werden. Wer Pferde und die Liebe mag, kommt auf seine Kosten. Ein Kuriosum des Westerngenres ist „Black Horse Canyon“ allemal, gönnen wir ihm die Einreihung in die „Edition Western Legenden“ von Koch Films – in etwas uneinheitlicher Bildqualität und nur auf DVD.

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… und übersieht ganz, dass ihm Juanita schöne Augen macht

Die „Edition Western Legenden“ von Koch Films:

01. Die weiße Feder (White Feather, 1955)
02. Rache für Jesse James (The Return of Frank James, 1940)
03. Der letzte Wagen (The Last Wagon, 1956)
04. Union Pacific (Union Pacific, 1939)
05. Rio Conchos (Rio Conchos, 1964)
06. Schiess zurück Cowboy (From Hell to Texas, 1958)
07. Herrin der toten Stadt (Yellow Sky, 1948)
08. Die schwarze Maske (Black Bart, 1948)
09. Ritt zum Ox-bow (The Ox-Bow Incident, 1943)
10. 100 Gewehre (100 Rifles, 1969)
11. Shoot Out – Abrechnung in Gun Hill (Shoot Out, 1971)
12. Der große Aufstand (The Great Sioux Uprising, 1953)
13. Der Tag der Vergeltung (Untamed Frontier, 1952)
14. Duell mit dem Teufel (The Man from Bitter Ridge, 1955)
15. Grenzpolizei Texas (The Texas Rangers, 1936)
16. El Perdido (The Last Sunset, 1961)
17. Trommeln des Todes (Apache Drums, 1951)
18. Drei Rivalen (The Tall Men, 1955)
19. Quantez, die tote Stadt (Quantez, 1957)
20. Reiter ohne Gnade (Kansas Raiders, 1950)
21. Die Höhle der Gesetzlosen (Cave of Outlaws, 1951)
22. Western Union (Western Union, 1941)
23. Ritt in den Tod (Walk the Proud Land, 1956)
24. Vorposten in Wildwest (Two Flags West, 1950)
25. Santiago der Verdammte (The Naked Dawn, 1955)
26. Verschwörung auf Fort Clark (War Arrow, 1953)
27. Vom Teufel verführt (The Rawhide Years, 1955)
28. Der große Bluff (Destry Rides Again, 1939)
29. Gold aus Nevada (The Yellow Mountain, 1954)
30. Rivalen im Sattel (Bronco Buster, 1952)
31. Feuer am Horizont (Canyon Passage, 1946)
32. Noch heute sollst du hängen (Star in the Dust, 1956)
33. Frisco Express (Wells Fargo, 1937)
34. Schieß oder stirb (Gun for a Coward, 1957)
35. Der große Minnesota Überfall (The Great Northfield, Minnesota Raid, 1972)
36. Mit roher Gewalt (The Spoilers, USA 1955)
37. Die Welt gehört ihm (The Mississippi Gambler, USA 1953)
38. Rebellen der Steppe (Calamity Jane and Sam Bass, USA 1949)
39. Der Vagabund von Texas (Along Came Jones, USA 1945)
40. Auf verlorenem Posten (The Lone Hand, USA 1953)
41. California (California, USA 1947)
42. Der blaue Mustang (Black Horse Canyon, USA 1954)
43. Die Meute lauert überall (Raw Edge, USA 1956)
44. Rächer der Enterbten (The True Story of Jesse James, USA 1957)
45. Schüsse peitschen durch die Nacht (Showdown at Abilene, USA 1956)
46. Flucht vor dem Tode (The Cimarron Kid, USA 1952)
47. Stunden des Terrors (A Day of Fury, USA 1956)
48. Der große Zug nach Santa Fé (Cattle Drive, USA 1951)
49. Der eiserne Kragen (Showdown, USA 1963)

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Ein ganzer Kerl: Del Rockwell

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Joel McCrea sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Veröffentlichung: 1. Dezember 2016 als DVD

Länge: 78 Min.
Altersfreigabe: FSK 6
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
Originaltitel: Black Horse Canyon
USA 1954
Regie: Jesse Hibbs
Drehbuch: Daniel Mainwaring (als Geoffrey Homes), David Lang, nach einem Roman von Les Savage Jr.
Besetzung: Joel McCrea, Mari Blanchard, Race Gentry, Murvyn Vye, Irving Bacon, John Pickard, Ewing Mitchell, Pilar Del Rey
Zusatzmaterial: Bildergalerie mit seltenem Werbematerial, Booklet
Vertrieb: Koch Films

Copyright 2016 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2016 Koch Films

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