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Underworld – Blood Wars: Wertvolles Blut

01 Dez

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Underworld – Blood Wars

Kinostart: 1. Dezember 2016 in 3D und 2D

Von Andreas Eckenfels

Horror-Action // Der Krieg zwischen Vampiren und Lykanern geht in die fünfte Runde. Zum vierten Mal mittendrin im hautengen Latexkostüm: Kate Beckinsale als Vampirin Selene. Das offene Ende von „Underworld – Awakening“ (2012) sollte eigentlich die Geschichte für den fünften Teil der Saga vorgeben: Selene und ihre Tochter Eve (India Eisley) machen sich auf die Suche nach dem vermissten Vampir-Lykaner-Hybriden Michael (Scott Speedman). Doch Fans müssen sich zunächst noch etwas gedulden bis sie endlich mehr vom Schicksal von Selenes Liebhaber und Eves Vater erfahren. Denn nach einem kurzen Rückblick auf die vergangenen Ereignisse zeigt sich, dass das vielversprechende Mutter-Tochter-Gespann bereits getrennt wurde.

Zuflucht für die Verräterin

Um Eve zu schützen hat Selene das Mädchen an einem sicheren Ort verstecken lassen, von dem die Vampir-Kriegerin selbst noch nicht einmal weiß, wo sich dieser befindet. Die richtige Entscheidung, wie sich bald zeigt. Marius (Tobias Menzies), der neue Anführer der Lykaner, will das Mädchen unbedingt finden, um mithilfe ihres wertvollen Blutes den Kampf gegen die Vampire endgültig siegreich zu gestalten.

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Selene hat ihre Tochter Eve in Sicherheit gebracht

Selene ist in „Blood Wars“ nicht ganz auf sich allein gestellt – auch wenn sie nach wie vor mit der Selbstverteidigung keine Problem hat. Vampir David (Theo James, „Die Bestimmung – Allegiant“), dem Selene in „Awakening“ das Leben rettete, kämpft tapfer an ihrer Seite. Sein Vater Thomas (Charles Dance) kann den Ältestenrat der Vampire schließlich davon überzeugen, dass die einstige Verräterin Zuflucht im Schloß von Semera (Lara Pulver) erhält, der als einer der letzten Unterschlupfe der stark dezimierten Beißer dient. Während Selene die Vampire auf ihren Einsatz gegen die Werwölfe vorbereitet, verfolgt Semera allerdings eigene Pläne, um an die Macht zu gelangen.

Wenige Innovationen

Die „Underworld“-Reihe ist nicht gerade für ihre Innovationen bekannt. Auch „Blood Wars“ macht da kaum eine Ausnahme: dunkle Farbpalette, stylischer Gothic-Look, coole Fights – alles wie gehabt. Wahlweise werden diese mit Schusswaffen, Schwertern oder Fäusten geführt, die aufgrund der Vampirfähigkeiten auch mal kurzzeitig schwerelos ablaufen. Das sieht alles gut aus, Fans stört es dabei sicher auch nicht, dass die computergenerierten Lykaner noch immer recht billig wirken. Immerhin: Kate Beckinsale macht 13 Jahre nach ihrem ersten Auftritt als taffe Vampir-Kriegerin Selene noch immer eine gute Figur. Allerdings fehlt es ihr und den anderen Charakteren auch wie eh und je an Humor.

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David (l.) soll mit den anderen Vampir-Kriegern die Zufluchtsstätte verteidigen

Die Ernsthaftigkeit der Saga will oder kann auch Anna Foerster in ihrem Langfilm-Debüt nicht aufweichen. Die deutschstämmige Regisseurin lernte ihr Handwerk unter anderem bei Roland Emmerich, für den sie als Second Unit Director für „The Day After Tomorrow“ (2004) und „10.000 BC“ (2008) und als Kamerafrau bei „Anonymous“ (2011) sowie „White House Down“ (2013) fungierte. Zudem drehte sie einige Folgen der TV-Serien „Criminal Minds“ und „Outlander“, wodurch sie mit „Marius“-Darsteller Tobias Menzies schon bekannt sein dürfte.

Altehrwürdige Vampirfestungen

Was gleich auffällt: War „Awakening“ im Grunde eine fast 90-minütige bleihaltige Hetzjagd, lässt es Foerster in „Blood Wars“ nach einem actionreichen Einstieg wesentlich ruhiger angehen. Sie setzt auf lange Einstellungen und deutlich mehr Dialoge. Dumm nur, dass diese häufig nur auf die Verhältnisse unter den Figuren eingehen und die Vergangenheit zusammenfassen – wohl für unwissende Zuschauer als Aufklärung gedacht. Kenner der Reihe können sich da schnell langweilen.

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Semera plant eine Intrige

Gedreht wurde in und rund um Prag. Burg Lipnice, Schloss Kačina und Schloss Hluboká bilden dabei mit ihrer Architektur beeindruckende Kulissen als altehrwürdige Vampirfestungen. Eine Kampfszene auf einem gefrorenen See ragt heraus, ansonsten herrscht das „Underworld“-übliche Schnellfeuergeballere vor, bei dem mit CGI-Blut nicht gegeizt wird.

Warten aufs Finale

Das große Problem von „Blood Wars“ ist, dass die übergreifende Geschichte kaum vorangetrieben wird. Die einzig wirklich interessante Neuerung für die bestehende Mythologie ist die Einführung einer im Norden lebenden Vampirgattung, die sich eng mit dem Leben nach dem Beißertod beschäftigt. Ansonsten sind Semeras Intrigen nicht der Rede wert. Marius verbirgt zwar ein Geheimnis und ist in seiner vollen Lykaner-Gestalt ein mehr als ernst zu nehmender Gegner für Selene, aber einen bleibenden Eindruck kann der Bösewicht auch nicht hinterlassen.

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Die Lykaner haben Selene aufgespürt

Hätte „Blood Wars“ im Finale nicht doch noch einen entscheidenden Storykniff zu bieten, würde dem Sequel die Daseinsberechtigung fehlen. So wartet man nun auf den bereits angekündigten sechsten Teil der Reihe, der einen Schlusspunkt unter die Geschichte setzen soll.

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Die Vampirin lässt die Waffen sprechen

Länge: 91 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Originaltitel: Underworld – Blood Wars
USA 2016
Regie: Anna Foerster
Drehbuch: Cory Goodman, Kyle Ward
Besetzung: Kate Beckinsale, Theo James, Lara Pulver, Charles Dance, Tobias Menzies, Bradley James, Daisy Head
Verleih: Sony Pictures Germany

Copyright 2016 by Andreas Eckenfels

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2016 Sony Pictures Germany

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