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Vaiana – Das Paradies hat einen Haken: Die Südsee ruft

20 Dez

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Moana

Kinostart: 22. Dezember 2016

Von Matthias Holm

Computertrick-Abenteuer // Das Kinojahr 2016 war ein durchaus interessantes, dem man viele Namen geben könnte. Das Jahr der späten Fortsetzungen. Das Jahr der gefloppten Blockbuster. Oder das Jahr der vielen Animationsfilme. Denn nicht nur Pixar brachte mit „Findet Dorie“ einen neuen Streifen, auch der „Kung Fu Panda“ kam für ein drittes Abenteuer vorbei, mit „Kubo – Der tapfere Samurai“ bewies das Studio Laika mal wieder seine Virtuosität in der Stop-Motion-Technik, und es gab sogar Animes mit richtigem Kinostar, siehe „Miss Hokusai“. Da ist es nur logisch, dass Disney für dieses Jahr gleich zwei Animationsfilme in petto hat. Nachdem „Zoomania“ im März eine äußerst vergnügliche Kriminalgeschichte erzählte und dabei in kluger Form auf Rassismus hinwies, steht mit „Vaiana – Das Paradies hat einen Haken“ ein klassischer Disney-Meisterwerke-Film ins Haus – inklusive Musical-Einlagen.

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Vaiana hat eine Aufgabe zu erfüllen

Vaiana (deutsche Stimme: Lina Larissa Strahl) fühlt sich unwohl auf ihrer Insel. Zwar hat sie als Tochter des Häuptlings (Thomas Nero Wolff) alles, was sie braucht, dennoch träumt sie davon, eines Tages hinter das große Riff zu segeln. Als eine unbekannte Dunkelheit die Ernten der Inselbewohner angreift, sieht Vaiana ihre Chance gekommen. Einer Legende nach verbreitet sich diese Dunkelheit nämlich, seitdem der Halbgott Maui (Andreas Bourani) das Herz der Mutter alles Lebens entwendete. So muss Vaiana über den Ozean segeln und Maui dazu bringen, das Herz zurück an seinen rechtmäßigen Platz zu legen. Keine leichte Aufgabe bei einem zickigen Halbgott.

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Hahn Hei-Hei (r.) mangelt es ein klein wenig an Intelligenz

Man kann Entwarnung geben – auch wenn die Lieder einiges an Zeit in Anspruch nehmen, wirken sie nie so beliebig wie zuletzt in „Die Eiskönigin – Völlig unverfroren“. Gerade die Songs von Vaiana und Maui sind absolute Ohrwürmer, die noch lange im Gedächtnis bleiben. Wenn man auf die Macher des Soundtracks guckt, ist dies keine Überraschung. Denn unter anderem war Lin-Manuel Miranda bei der Produktion dabei. Hier in Deutschland wohl eher unbekannt, hat Miranda die USA mit seinem historischen Rap-Musical „Hamilton“ im Sturm erobert. Auch seine Vorliebe dafür, bestimmte Stellen aus Musikstücken wiederholt zu verwenden, kommt in „Vaiana“ das eine oder andere Mal zum Einsatz.

Starke Frauenfigur geht ihren Weg

Darüber hinaus besinnt sich Disney auf die Stärken, die das Studio in den Jahren seit „Küss den Frosch“ wieder aufgebaut haben. Dazu gehört eine simple und doch starke Botschaft – mit Vaina haben wir eine starke Frauenfigur, die ihren eigenen Weg sucht und findet, ohne die Hilfe irgendwelcher Halbgötter. Der Rest der Figuren greift ihr helfend unter die Arme, allen voran natürlich Maui. Szenendieb ist dieses Mal ein Hahn: HeiHei ist der typische tierische Sidekick der Protagonistin, nur mit dem Unterschied, dass diesem Gockel eigentlich jegliche Intelligenz fehlt, die er zum Überleben benötigt. Dazu kommen kleine, aber umso feinere selbstreferenzielle Gags, fertig ist ein vernünftiges Grundgerüst.

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Von ihrer Großmutter erfährt Vaiana, dass sie …

Leider hat sich auch bei „Vaiana – Das Paradies hat einen Haken“ wieder ein ziemlicher Hänger eingeschlichen. Der Abstecher in die Monsterwelt ist zwar optisch hübsch anzuschauen, wirkt aber merkwürdig losgelöst vom restlichen Film. So ist dann auch der Song einer überdimensionalen Krabbe lästiger als alles andere und weckt unschöne Erinnerungen an die überflüssigen Trolle aus „Die Eiskönigin“. Zum Glück fängt sich der Film schnell wieder und bietet ab diesem Punkt wieder das gewohnte Feuerwerk aus toller Action und guten Gags.

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… den Halbgott Maui finden muss

Auch bei der Synchronisation gibt es einen kleinen Makel. Alle Figuren wurden gut getroffen und auch die Übersetzung der Lieder – aus „You’re Welcome“ wurde beispielsweise „Voll gerne“ – passt meist. Nur ist ausgerechnet Andreas Bourani als Maui ein Problem. Als Popsänger schafft er den musikalischen Part problemlos, allerdings ist seine Stimme viel zu weich, um richtig zum hünenhaften Maui zu passen. Da hat man im Originalton mit Dwayne Johnson einfach die perfekte Besetzung gefunden, die nur schwer zu kopieren ist. Und warum bestimmte Worte wie „Chief“ oder „Grandma“ einfach in ihrer englischen Grundform gelassen wurden, mag sich mir auch nicht wirklich erschließen.

Der schönste Film des Jahres

Zu guter Letzt muss man noch ein Wort zur Technik sagen. Dass wir es hier mit Animationen auf höchstem Niveau zu tun haben, sollte bei einer Produktion dieser Größenordnung klar sein. Nicht zu erwarten war allerdings, dass „Vaiana – Das Paradies hat einen Haken“ der schönste Film des Jahres wird. Die Inseln sehen herrlich aus und die Reise von Vaiana und Maui wirkt stets realistisch – die Boote bewegen sich nämlich den physikalischen Gesetzen entsprechend. Selbst wenn ein riesiges Lava-Monster ins Spiel kommt, kann man kleinste Gesteinsbrocken wegfliegen sehen. Allein für die technische Brillianz lohnt sich eine Kinokarte.

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Sympathisch finden die beiden einander anfangs gar nicht

Auch wenn das Studio Laika mit „Kubo – Der tapfere Samurai“ den insgesamt besten Computertrickfilm des Jahres abgeliefert hat, ist Disney nicht so weit davon entfernt. War „Zoomania“ am Anfang des Jahres noch etwas experimenteller, geht das Mäuse-Studio mit „Vaiana“ wieder mehr den klassischen Weg ihrer Meisterwerke-Reihe. Welchen Film man bevorzugt, dass bleibe jedem selbst überlassen – gut sind auf jeden Fall beide.

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Maui in Aktion

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Dwayne Johnson sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Länge: 113 Min.
Altersfreigabe: FSK freigegeben ohne Altersbeschränkung
Originaltitel: Moana
USA 2016
Regie: Ron Clemens, Jon Musker
Drehbuch: Jared Bush
Originalstimmen: Auli’i Cravalho, Dwayne Johnson, Temuera Morrison, Rachel House, Jemaine Clement, Nicole Scherzinger
Deutsche Stimmen: Lina Larissa Strahl, Andreas Bourani, Thomas Nero Wolff
Verleih: Walt Disney Studios Motion Picture Germany

Copyright 2016 by Matthias Holm

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2016 Disney. All rights reserved.

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2 Kommentare

Verfasst von - 2016/12/20 in Film, Kino, Rezensionen

 

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2 Antworten zu “Vaiana – Das Paradies hat einen Haken: Die Südsee ruft

  1. ottowalter2000@gmail.com

    2017/01/03 at 20:11

    Kubo ist kein Computeranimationsfilm sondern Stop-Motion.

    Und ja, Bourani ist tatsächlich ein Problem in diesem Film.

     
    • V. Beautifulmountain

      2017/01/03 at 21:31

      Es steht nirgendwo, dass KUBO ein Computer-Animationsfilm ist. Animationsfilm ist ein Oberbegriff für

      – Zeichentrick,
      – Computertrick,
      – Stop-Motion.

       

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