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Litchi Hikari Club – Peter Pan auf Japanisch

17 Jan

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Raichi Hikari kuraburu

Von Matthias Holm

Horror // Das Erwachsenwerden ist schwer. Daher gibt es auch all diese Coming-of-Age-Filme, die sich mit verschiedenen Themen befassen, sei es das Ende der Schulzeit, wie in „Margos Spuren“, oder das emotionale Heranreifen in „Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt“. Was aber, wenn sich die Jugendlichen komplett vor dieser Entwicklung verschließen? Wie Peter Pan immer jung bleiben wollen? Und was passiert wohl, wenn diese Idee auch noch von Japanern umgesetzt wird? Die Frage darauf liefert uns „Litchi Hikari Club“.

Gegen die Erwachsenen!

Denn hier geht es um eine Vereinigung von neun Jungs. Sie haben es satt, dass die Welt von den Erwachsenen heruntergewirtschaftet wird, und wollen die Weltherrschaft an sich reißen. Dafür ersinnt der despotische Anführer Zera (Yuki Furukawa) einen Plan – mit Hilfe eines selbst gebauten Roboters soll das schönste und reinste Mädchen gefangen werden, um mit ihr eine neue Generation der besten Menschen zu entwickeln. Doch es häufen sich sonderbare Unfälle, bis klar wird, dass einer von den Jungs es auf die anderen abgesehen hat.

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Alle in Reih und Glied, so wie …

Als Erstes sollte man bei diesem Film die Genre-Frage stellen, denn „Litchi Hikari Club“ lässt sich nur schwer in eine Schublade stecken. Da haben wir einmal die dystopischen Elemente – die Welt, in der Zera und seine Kameraden leben, ist trostlos und verdreckt. Die Optik ist hierbei einer der größten Pluspunkte, denn obwohl manche Effekte stark verstaubt aussehen, wird eine Menge Atmosphäre transportiert. Die Hauptgeschichte rund um den Club fühlt sich dann an wie ein klassischer „Wer hat es getan“-Krimi, eine Prise Liebesgeschichte zwischen Roboter und Mädchen kommt auch noch hinzu.

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… Zera es sehen will

Warum trotzdem oben steht, dass es sich um einen Horrorfilm handelt? Die Gewaltspitzen, die der Film setzt, sind alles andere als zimperlich, der Film hat völlig zu Recht das rote FSK-18-Logo erhalten. Zwar kommen diese Ausbrüche nicht häufig vor, aber gerade am Anfang und gegen Ende gibt es einige sehr prägnante Szenen, in denen der rote Lebenssaft fast schon comicartig durch die Gegend spritzt. Und obwohl es ein paar humoristische Elemente gibt, ist „Litchi Hikari Club“ nie ein spaßiger Splatter-Film, sondern zu jeder Zeit todernst.

Probleme durch Overacting

Daraus ergeben sich allerdings auch einige Schwierigkeiten. Da es sich hierbei um die Verfilmung eines Mangas handelt, kommen die üblichen Kritikpunkte auf. Dass die 14 Jahre alten Protagonisten alle extrem intelligent sind oder in besonderen Bereichen den Erwachsenen weit voraus, das soll dem fantastischen Stoff ruhig erlaubt sein. Ein Rätsel bleibt allerdings, weshalb man Schauspieler einsetzt, die eher wie 25-Jährige aussehen. Auch zu beobachten ist das von Manga-Verfilmungen bekannte extreme Overacting. Wenn nun aber gerade Körperteile durch die Gegend fliegen und die Figuren wilde Gesten machen, erzeugt dies einen Bruch zwischen dem, was eigentlich dargestellt werden soll, und der Wirkung beim Zuschauer.

Auch aus der Grundidee, dass die Kinder die Erwachsenen als den Untergang der Welt ansehen, hätte man ein wenig mehr herausholen können, von diesem Punkt geht der Film nach einer Reihe von Ereignissen komplett weg. Dennoch bleibt am Ende ein ästhetisch höchst ansprechender Film mit einigen beeindruckenden Momenten und einer überraschenden Auflösung. Wen die typischen Japano-Probleme nicht abschrecken, der sollte auf jeden Fall einen Blick riskieren.

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Das sieht sehr lecker aus

Veröffentlichung: 25 November 2016 als Blu-ray und DVD

Länge: 114 Min.
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Japanisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Raichi Hikari kuraburu
JAP 2015
Regie: Eisuke Naitô
Drehbuch: Keisuke Tominaga, Eisuke Naitô, nach einem Manga von Usamaru Furuya
Besetzung: Yuki Furukawa, Kisetsu Fujiwara, Junya Ikeda, Shôtarô Mamiya, Reiya Masaki, Ryô Matsuda, Shûhei Nomura, Amane Okayama, Junki Tozuka
Zusatzmaterial: Teaser, Trailershow
Vertrieb: MFA+ FilmDistribution

Copyright 2017 by Matthias Holm
Fotos & Packshot: © 2016 MFA+ FilmDistribution

 
 

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2 Antworten zu “Litchi Hikari Club – Peter Pan auf Japanisch

  1. scarlettheredsite

    2017/01/17 at 09:38

    Klingt echt interessant! Habe ich gleich mal mit der Facebookseite meines Blogs geteilt! 🙂 LG Scarlet

     

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