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Videospiel-Verfilmungen (XI): Resident Evil – The Final Chapter: Zombie- und Schnittmassaker

26 Jan

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Resident Evil – The Final Chapter

Kinostart: 26. Januar 2017

Von Matthias Holm

Horror-Action // Alice (Milla Jovovich) hat kein einfaches Leben. Seit dem Ausbruch des T-Virus im unterirdischen Komplex „Hive“ der Umbrella Corporation kämpft sie gegen die Masse an Untoten, die die Erde überlaufen haben. Doch einer Nachricht des Computerprogramms „Rote Königin“ (Ever Anderson) zufolge besteht Hoffnung: Es soll ein Gegenmittel existieren, das über die Luft übertragen wird und eine Rettung für die verbliebene Menschheit wäre. Das einzige Problem: Das Anti-Virus liegt im Hive, in Racoon City. Und der fanatische Umbrella-Mitarbeiter Dr. Alexander Isaacs (Iain Glen) ist Alice dicht auf den Fersen.

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Alice hat viele Verehrer

Die „Resident Evil“-Umsetzungen fürs Kino hatten nie viel mit der Survival-Horror-Serie von Capcom zu tun. Eher eine Fundgrube für Fans von Hochglanz-Trash, waren sie doch nie wirklich gut – aber immerhin ausnahmslos unterhaltsam. Da war es beispielsweise lustig, dass im vierten Teil der Reihe, der über bestimmte Zeit in einem Gefängnis spielt, nur Chris Redfield einen Ausweg kannte – gespielt von „Prison Break“-Star Wentworth Miller. Auch die Auseinandersetzungen mit den Zombies – Infizierten, wenn man so will – hatten stets unterhaltsamen Charakter, waren und sind Massenware.

Benzin- und Nahrungsmangel? Kein Thema

„The Final Chapter“ erreicht diesen Trash-Charme leider nie. Zu Beginn ist Alice in einer kargen Wüstenlandschaft unterwegs, in der so ein bisschen was wie Stimmung aufkommt. Doch dann schickt der Plot sie schnell in Richtung Racoon City, und die heruntergekommenen Straßen werden durch heruntergekommene Hochhäuser ersetzt. Nie hat man das Gefühl, sich wirklich in einer Apokalypse zu befinden, scheinen doch auch Ressourcen wie Benzin oder Nahrung keine Rolle zu spielen.

Das kann man nun mit dem Argument kontern, dass wir es hier mit einer Videospiel-Verfilmung zu tun haben und man eh nicht viel auf die Logik schielen sollte. Wenn sich allerdings ein Film innerhalb seiner Schlussminuten gleich mehrfach widerspricht, die gesamte Franchise-Logik ad absurdum führt und versucht, den Zuschauer mit abstrusen Wendungen bei der Stange zu halten, muss auch der letzte im Kinosaal einsehen, was für einen Mumpitz man sich gerade ansieht.

Vierter „Resident Evil“-Streich von Anderson

Paul W. S. Anderson saß bei vier der insgesamt sechs Filme auf dem Regiestuhl und hat sämtliche Drehbücher geschrieben – der Mann kennt sein Franchise und weiß, was die Fans wollen. Und es gibt sie, kurze Momente, die dann doch Freude bereiten. Iain Glen ist als Antagonist herrlich überdreht, auch bleiben einige Bilder im Kopf hängen, wie zum Beispiel eine Feuersbrunst, die sich über eine Horde Zombies legt. Warum Anderson sich seine Arbeit aber am Schneidetisch so kaputt hat machen lassen, dass weiß wohl nur er, denn „The Final Chapter“ verspielt mit dem völlig missratenen Schnitt jegliche Sympathien.

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Auch Claire Redfield darf wieder Zombies umnieten

Es gibt kaum Szenen, die in aller Ruhe gezeigt werden. Selbst in Gesprächen wird so schnell zwischen verschiedenen Perspektiven hin und her gewechselt, dass einem die berühmte Szene aus „96 Hours – Taken 3”, in der Liam Neeson über einen Zaun springt, beinahe ruhig vorkommt. Ganz schlimm macht sich dies in den Kämpfen bemerkbar, die häufig eins gegen eins ausgeführt werden. Vielleicht steckt da irgendwo eine hübsche und gute Choreographie drin. Allerdings kann man absolut nichts erkennen, da teilweise einzelne Schläge mit drei Schnitten präsentiert werden – in denen die Figuren teilweise auch ganz anders positioniert sind.

Lahm synchronisiert

Ein weiteres Manko ist leider die deutsche Synchronfassung. Die Dialoge sind nicht der Weisheit letzter Schluss, das müssen sie in einem solchen Film natürlich auch nicht sein. Allerdings wird die Banalität des Gesagten durch die absolut gelangweilte deutsche Synchronisation verstärkt. Wer sich dem Film also anschauen will, dem sei zur Original-Sprachfassung geraten.

Nachdem sich Capcom mit dem Videospiel in der siebten Iteration wieder auf den Grusel der alten Teile zurückbesonnen hat, statt einen Zombie-T-Rex auf den Spieler zu jagen, hätte man eigentlich Hoffnungen haben können, dass Paul W. S. Anderson sein Film-Franchise zu einem würdigen Abschluss führt. Das hat er nicht. Macht aber nichts, ein Reboot steht längst im Raum. Von wegen „The Final Chapter“ – die erfolgreiche Kuh will gemolken werden.

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Ganz schön stürmisch hier

Videospiel-Verfilmungen bei „Die Nacht der lebenden Texte“:

Super Mario Bros. (Fantasy-Abenteuer, USA 1993, geplant)
Alone in the Dark (also doch Uwe Boll! SF-Horror, KAN/D/USA 2005, geplant)
Silent Hill – Willkommen in der Hölle (Horror, KAN/F/JAP 2006)
Hitman – Jeder stirbt alleine (Actionthriller, F/USA 2007)
Prince of Persia – Der Sand der Zeit (Fantasy-Abenteuer, USA 2010, geplant)
Silent Hill – Revelation (Horror, F/KAN 2012, geplant)
FPS – First Person Shooter (Horror-Action, D 2014)
Heavenly Sword (Computertrick-Fantasy-Action, USA 2014)
Dead Rising – Watchtower (Horror-Action, USA 2015)
Hitman – Agent 47 (Actionthriller, USA/D 2015)
Assassin’s Creed (SF-Abenteuer, GB/F/HK/USA 2016)
Dead Rising – Endgame (Horror-Action, USA 2016)
Kingsglaive – Final Fantasy XV (Computertrick-Fantasy-Action, USA/JAP 2016)
Ratchet & Clank (Computertrick-Fantasy-Action, HK/KAN/USA 2016)
Resident Evil – The Final Chapter (Horror-Action, F/D/KAN/AUS 2016)
Warcraft – The Beginning (Fantasy-Action, USA 2016)

Länge: 106 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Originaltitel: Resident Evil – The Final Chapter
F/D/KAN/AUS 2016
Regie: Paul W. S. Anderson
Drehbuch: Paul W. S. Anderson
Besetzung: Milla Jovovich, Iain Glen, Shawn Roberts, Ali Larter, Ever Anderson, Ruby Rose, William Levy
Verleih: Constantin Film

Copyright 2017 by Matthias Holm

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2017 Constantin Film

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2 Kommentare

Verfasst von - 2017/01/26 in Film, Kino, Rezensionen, Zombies

 

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2 Antworten zu “Videospiel-Verfilmungen (XI): Resident Evil – The Final Chapter: Zombie- und Schnittmassaker

  1. fraggle99

    2017/01/26 at 11:12

    Teil 7 der Spiele-Reihe scheint ja ganz gut zu sein. Das würde ich mir in VR mal antun, hätte ich Geld und die Hardware. Und hätte das PC-Spiel eine VR-Funktion. 😉

    Hinsichtlich der Film-Reihe habe ich Teil 1 verpasst, aber schon bei Teil 2 hatte ich den Eindruck, mir gerade ziemlichen Mumpitz anzusehen, weshalb Milla Jovovich fortan ohne mich weitergeschossen hat. 🙂

     
    • Matthias Holm (@MatzeHolm)

      2017/01/26 at 19:50

      Mein Resi VII bekomme ich Sonntag und ich könnte kaum gespannter sein 😀 Habe die Playstation VR mal mit der Demo zu Rush Of Blood gespielt, das hat wohl schon genug Lebensjahre gekostet.

      Ach, Mumpitz (tolles Wort) sind die alle – aber teilweise eben auch unterhaltsam. Gerade den zweiten mochte ich in dieser Hinsicht, der war nicht gut, aber lustig. Das fehlt dem „Final Chapter“ halt völlig

       

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