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Evil – In the Time of Heroes: Die griechischen Zombies sind zurück

28 Jan

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To kako – Stin epohi ton iroon

Von Volker Schönenberger

Horror-Action // Im alten Griechenland hocken ein paar leicht bekleidete hellenische Krieger vor den Toren von Athen ums Lagerfeuer und frönen dem Weine. Doch bevor die Amphoren alle geleert sind, stürmen plötzlich ein paar blutrünstige Zombies auf die kleine Schar zu. Opfer sind zu beklagen – und Schnitt.

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Die kleine Schar kämpft ums Überleben

Wie die antike Untoten-Attacke zu Ende gegangen ist, erfahren wir vorerst nicht. Nach diesem kurzen Prolog überspringt die Handlung unvermittelt ein paar Jahrtausende, und wir landen im Hier und Heute des modernen Athen. Die griechische Hauptstadt ist von einer ungleich größeren Invasion der Zombies heimgesucht und überrannt worden – das weiß der geneigte Zombiefilmgucker aus dem Vorgänger „Evil“ („To kako“, 2005). Der endete damit, dass sich einige Überlebende mitten in einem Fußballstadion wiederfanden, in das von allen Seiten Zombies eindrangen.

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Zombiewalk in Düsseldorf? Nein, Apokalypse in Athen

Nun erfahren wir, dass die kleine Gruppe um Oberleutnant Vakirtzis (Andreas Kontopoulos) es tatsächlich aus dem Stadion herausgeschafft hat. Auf ihrer weiteren Flucht treffen sie auf andere Überlebende – solche, denen sie sich anschließen und solche, die sie einfach abknallen wollen. Dann taucht plötzlich ein geheimnisvoller Mönchskuttenträger (Billy Zane) auf.

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In Kutte gegen Untote

Billy Zane? Wie kommt der in einen billigen griechischen Zombie-Splatterfilm? Okay, in Hollywoods A-Liga bewegt er sich nicht gerade, aber mit seinen Auftritten in den ersten beiden „Zurück in die Zukunft“-Filmen und der Verkörperung der Titelfigur in „Das Phantom“ (1996) ein paar nennenswerte Produktionen in seiner Filmografie. Nicht zu vergessen sein Part als Fiesling in James Camerons Schmachtfetzen „Titanic“ (1997). Zane ist tatsächlich griechischer Abstammung, was als Erklärung dienen mag, weshalb er gern in „Evil – In the Time of Heroes“ mitgewirkt hat.

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Nur nicht den Kopf verlieren

Genrekost aus Griechenland ist selten genug, da gehen wir mit Wohlwollen an die Sache heran. Es wird niemanden überraschen, dass es sich um Trash handelt, immerhin solchen, der sich nicht hinter vergleichbaren Billigproduktionen aus den USA oder Großbritannien verstecken muss. Was der Crew vor und hinter der Kamera an technischen Fähigkeiten fehlt, macht sie mit Einsatz locker wett. Wer unterirdische schauspielerische Leistungen, miese Dialoge und sonderbare Logik ertragen kann, wird an dem blutigen Splatterspektakel seine Freude haben. Immerhin bekommen wir Horden an Untoten zu sehen, die zahlreichen Zombie-Komparsen hatten sicher Spaß. Auch die Abteilungen Maske und Make-up durften sich austoben, wovon literweise Kunstblut und eine Menge Körperteile zeugen. Ein paar Mal geht es im Verlauf zurück in die antike Vergangenheit, dafür gibt es Zusatzpunkte wegen Originalität.

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Eine untote Übermacht

Tiberius Film – seinerzeit noch Sunfilm – hat „Evil 2“ 2011 in Deutschland veröffentlicht, leider um drei Minuten gekürzt. Anolis Entertainment mit dem Vertrieb NSM haben für den Markt unserer beiden Alpen-Nachbarn Abhilfe geschaffen. Sogar ein schönes Mediabook mit Blu-ray und DVD gibt’s, das in drei Covervarianten daherkommt. Zwar handelt es sich dabei nur um ein Repack der zuvor erschienenen Uncut-Blu-ray bzw. -DVD, schmuck aussehen tut es aber. Das Booklet enthält einen Text von Nando Rohner über den Zombiefilm im Allgemeinen und die beiden griechischen Vertreter im Besonderen – nicht viel Neues für Genre-affine Leser, aber kurzweilig geschrieben. Nando konstatiert Regisseur Giorgos Nousias eine deutliche Verbesserung seiner Inszenierung, mithin eine Lernkurve seit „Evil“. Auf mich wirkte auch „Evil 2“ allerdings recht unbeholfen. Meine Sichtung des Vorgängers liegt schon lange zurück. Wenn der noch amateurhafter war, verzichte ich wohl darauf, mir den noch einmal zu geben.

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Das Schwert ist antik

Auf der Rückseite des Mediabooks wird eine britische Online-Publikation zitiert: Wie „28 Days Later“, aber mit besseren Splattereffekten! Das ist natürlich unzutreffend, denn „Evil – In The Time of Heroes“ hat keine besseren Splattereffekte, sondern einfach viel mehr als „28 Days Later“. Danny Boyles 2002er-Regiearbeit ist ja kein Splatterfilm und vor allem kein Trash, während Giorgos Nousias‘ beiden Werke nichts anderes sein wollen als Splatter und Trash. Gebt den Griechen eine Chance!

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Die spinnen, die Griechen!

Veröffentlichung D: 14. Januar 2011 als Blu-ray und DVD

Länge D: 89 Min. (Blu-ray), 85 Min. (DVD)
Länge A/CH: 92 Min. (Blu-ray), 88 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Griechisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: To kako – Stin epohi ton iroon
Alternativtitel: Evil 2
Internationaler Titel: Evil – In the Time of Heroes
GR 2009
Regie: Giorgos Nousias
Drehbuch: Giorgos Nousias, Petros Nousias
Besetzung: Billy Zane, Andreas Kontopoulos, Argiris Thanasoulas, Meletis Georgiadis, Pepi Moschovakou, Ioanna Pappa, Hristos Biros, Eftyhia Yakoumi, Drosos Skotis, Apostolis Totsikas, Thanos Tokakis, Mary Tsoni
Zusatzmaterial: Trailer, Trailershow, Wendecover
Vertrieb D: Tiberius Film
Vertrieb A & CH: NSM Records

Copyright 2017 by Volker Schönenberger

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Packshot Blu-ray: © 2011 Tiberius Film,
Fotos & Packshots Mediabooks: © 2015 Anolis Entertainment GmbH / NSM Records

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