RSS

Der Fluch der Hexe – Queen of Spades: Der Geist aus dem Spiegel

07 Feb

der_fluch_der_hexe-packshot

Pikovaya dama. Chyornyy obryad

Von Volker Schönenberger

Horror // Pik-Dame, bitte zeig dich! Diese Aufforderung, gesprochen vor einem Spiegel, auf den man zuvor mit Lippenstift eine Tür nebst Treppe gezeichnet hat, ruft einer Legende nach eine Hexe in die Realität – besagte Pik-Dame. Die jungen Freunde Katya (Valeriya Dmitrieva), Anya (Alina Babak), Sergey (Sergey Pokhodaev) und Matvey (Valentin Sadiki) wagen die Probe aufs Exempel. Bald darauf ist einer von ihnen tot.

der_fluch_der_hexe-01

Ein Ritual vor dem Spiegel beschwört einen Geist herauf

Anyas Vater (Igor Khripunov) und Mutter (Evgeniya Loza) halten den Spuk anfangs für Hirngespinste, können dann aber auch nicht helfen, sondern geraten selbst in den Bann der Hexe. Die Jugendlichen haben über das Internet Kontakt zu einem Mann (Vladimir Seleznyov) geknüpft, der sich mit der Geistererscheinung gut auskennt. Doch er will sich aus der Sache raushalten.

der_fluch_der_hexe-05

Fortan empfiehlt es sich, Spiegel zu verdecken

Russische Horrorfilme schaffen es eher selten in westliche Gefilde. Bedauerlich, wenn man Vertreter wie „Der Fluch der Hexe – Queen of Spades“ gewahr wird. Wer der „Conjuring“- und der „Insidious“-Reihe etwas abgewinnen kann, darf hier bedenkenlos einen Blick riskieren und wird mit einem immerhin phasenweise originellen Beitrag zum Geister- und Besessenheits-Genre belohnt. Zwar hat Regisseur Svyatoslav Podgayevskiy seine Hausaufgaben in Bezug auf Jump-Scares gemacht, er setzt dieses manchmal arg einfallslos umgesetzte Stilmittel des Erschreckens aber nur pointiert ein. Stattdessen gibt’s versierte Kameraarbeit, die die prima designten Locations schön in Szene setzt, und ruhige Stimmung dank zurückhaltend eingesetztem Score. Der Horror kommt subtil daher.

der_fluch_der_hexe-10

Anyas Vater muss seine Skepsis ablegen

Einen kleinen Zwiespalt hinterlässt das Ensemble, dem es durchweg ein wenig an Identifikationspotenzial fehlt. Auf der Habenseite stehen die für uns frischen Gesichter. Das ist für einen russischen Film logisch, die Darsteller sind aber durchweg nicht mit allzu langen Filmografien gesegnet. Noch etwas mehr Mut zu einer eigenen Handschrift wäre wünschenswert gewesen, aber da es sich bei „Der Fluch der Hexe – Queen of Spades“ um Podgayevskiy zweiten Langfilm nach „Block 18“ (2014) handelt, ist das vielleicht etwas viel verlangt. Das Potenzial ist erkennbar. Vielleicht öffnet der Grusler dem Regisseur und anderen Horror-affinen Filmemachern seines Heimatlandes ein paar Türen, die Genre-Regisseuren in Russland oft verschlossen sind. Zu wünschen ist es ihnen und uns. Kennt Ihr russische Genre-Produktionen und könnt Ihr welche empfehlen?

der_fluch_der_hexe-04

Der Exorzist greift ein

Veröffentlichung: 9. Februar 2017 als Blu-ray und DVD

Länge: 93 Min. (Blu-ray), 89 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Russisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Pikovaya dama. Chyornyy obryad
Internationaler Titel: Queen of Spades – The Dark Rite
RUS 2015
Regie: Svyatoslav Podgayevskiy
Drehbuch: nicht bekannt
Besetzung: Alina Babak, Valeriya Dmitrieva, Igor Khripunov, Evgeniya Loza, Sergey Pokhodaev, Valentin Sadiki, Vladimir Seleznyov
Zusatzmaterial: deutscher und russischer Trailer, Trailershow, Wendecover
Vertrieb: Tiberius Film

Copyright 2017 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2017 Tiberius Film

Advertisements
 
 

Schlagwörter: , , , , , , , , ,

13 Antworten zu “Der Fluch der Hexe – Queen of Spades: Der Geist aus dem Spiegel

  1. Schauerfee

    2017/03/29 at 08:55

    „Der Fluch der Hexe“ finde ich ein wenig schwach auf der Brust – kaum etwas Eigenes, alles ziemlich abgelutscht. Die Produktion selbst ist jedoch gut.

     
  2. Frankiboy

    2017/02/19 at 05:53

    Spontan fallen mir aus Russland folgende Filme ein die ich gesehen habe…oder angefangen hatte ( weil einige doch sehr “zäh“ waren ) : Es ist schwer, ein Gott zu sein , Solaris , Wächter der Nacht & Wächter des Tages , Stalker , Der Mongole , Jets – Helden der Lüfte und natürlich den russisch-amerikanischen Film Hardcore.
    Das erste Mal auf einen Film aus diesem Lande auf den ich mich wirklich freue ist “ Guardians“.

    Drücke allen hier die Daumen….

     
  3. Robert

    2017/02/18 at 09:50

    The Ring ist auch cool

     
  4. Seward

    2017/02/16 at 09:57

    Mir fällt da zunächst einmal „Viy“ (2014) von OIeg Stepchenko ein – eine effektgeladene, visuell zum Teil sehr attraktive russische Großproduktion, die lose auf der gleichnamigen Semi-Vampir-Hexengeschichte „Der Wij“ von Nikolaj Gogol beruht. (Genaugenommen ist es eine Art Sequel, die Originalstory wird in Rückblenden miterzählt.) Die gar nicht so üblen Effekte stammen allerdings in erster Linie von tschechischen Spezialisten, in tschechischen Studios wurde auch ein Großteil der Sets aufgebaut – die Russen haben da immer noch ein wenig Nachholbedarf.
    (Zu Zeiten der Sowjetherrschaft waren Horrofilme und das phantastische Genre in Russland als westlich-dekadent verpönt – erlaubt waren nur Märchenfilme und ideologisch „saubere“ – das heißt positiv-sozialistisch-utopische oder kapitalismuskritische – Science Fiction. Filmemacher in Tschechien und Polen beispielsweise haben die subversive Kraft von Phantasie und Surrealismus auch schon in der kommunistischen Ära teils viel kreativer zu nutzen verstanden…)

    Auf deutsch ist „Viy“ als „Fürst der Dämonen“ erhältlich – es ist allerdings ratsam, sich die russische OV mit UT zu Gemüte zu führen, weil die deutsche / internationale Version um ca. 20 Min. gekürzt ist.
    Eine Fortsetzng, „Viy 2“ (mit internationalen Stars, darunter Arnold Schwarzenegger und Rutger Hauer), ist gerade in Arbeit und soll Ende 2017 in die Kinos kommen.

    Gogols Geschichte vom Wij diente auch schon Mario Bava für „La Maschera del Demonio“ („Die Stunde, wenn Dracula kommt“) zur Anregung und wurde bereits mehrfach verfilmt, auch in Russland.
    Die originalgetreueste Version ist die von 1967 (Regie: K. Ershov und G. Kropachyov). Die Effekte sind aus heutiger Sicht ziemlich naiv und hausgestrickt, das Setting, die Lichtsetzung und die Spielweise der Darsteller erinnern teilweise an die Theaterbühne – aber das Ganze ist mit viel Liebe gemacht, hat nebenbei großartige Musik (von Karen Khachaturian, dem Neffen des bekannteren Aram Khachaturyan, der stilistisch ganz offensichtlich bei seinem Onkel in die Lehre gegangen ist) und gilt allgemein als erster sowjetischer Horrorfilm überhaupt.
    Weniger gelungen, aber dennoch erwähnenswert, ist die in die Gegenwart verlegte Variante „Vedma“ (2006, Regie: Oleg Fesenko) – „deutsch“ erhältlich als „The Power of Fear“. Von allen Verfilmungen die mit den deutlichsten Horror-Elementen, allerdings am Ende auch mit einer etwas zu aufdringlichen „christlichen“ Botschaft. (Der Film von 1967 ähnelt z. T. mehr einem Märchenfilm, der von 2014 nimmt Anleihen im Fantasy- und Action-Genre mit Steampunk-Zitaten).

     
  5. Gleske Daniel

    2017/02/13 at 17:00

    Aus dem Grusel…Horror Bereich ist mir leider nichts russisches bekannt…
    Im Action Genre hat mir Hardcore (Hardcore Henry) sehr gut gefallen

     
  6. martinb62

    2017/02/12 at 20:08

    Aus diesem Bereich ist mir leider nichts bekannt.

     
  7. Dirk B

    2017/02/11 at 21:24

    „Wolfhound“ fällt mir da ein. Und damals bei Erstsichtung dachte ich noch, „Mutant Chronicles“ ist eine russische Produktion, war aber Englisch meine ich.

     
    • Schauerfee

      2017/03/29 at 08:52

      „Wolfhound“ finde ich toll: die Bücherreihe sowie den Film. Es gibt auch noch eine TV-Serie, die auf den Büchern basiert, aber davon existiert leider keine deutsche Synchronisation.

       
  8. Ingo Maaßen

    2017/02/10 at 13:28

    Mir fällt da auf Anhieb tatsächlich kein Film ein! Schande auf mein Haupt!

     
  9. Thomas Leising

    2017/02/10 at 10:55

    Da kann ich auch nur mit dem bereits mehrfach genannten „Wächter der Nacht“ dienen. Konnte man schon anschauen. Der Hype, der damals um den Film gemacht, war aber stark übertrieben.

     
  10. Filmschrott

    2017/02/10 at 09:27

    Der Russische Film ist ein Bereich, mit dem ich mich noch befassen muss. Aber auch wenn ich ihn nicht gesehen habe, fällt mir da als erstes „Komm und sieh“ ein.

     
  11. Andres Nilsson

    2017/02/10 at 08:58

    Mir sagt ebenfalls nur „Wächter der Nacht“ etwas. Kein toller Film…

     
  12. Sven Strobach

    2017/02/10 at 06:31

    Tatsächlich kannte ich aus Russland bisher nur 1 (ein worten EINE in zahlen 1) russischen Film und das war „Wächter der Nacht“….selbst ohne das buch zu kennen, war es schwer zu ertragen!
    Allerdings ist der Trailer zum russischen Beitrag des Genre „superhelden“ Guardians sehr interessant…. man wird sehen

     

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: